Noch ne Statistik
16. Juni 2005, 8.34 Uhr von Peter GieseckeBei Spiegel Online sitzen gewitzte Leute. Der neue Trend: Mathematiker berechnen etwas, das sich nicht wirklich berechnen lässt. Die Spiegel-Leute haben es erkannt. Hut ab.
Mundpropaganda entscheidet über Erfolg im Kino, heißt das aktuelle Stück. Die wissenschaftliche Erkenntnis: Bei manchen Filmen gehen kurz nach dem Start viele Leute ins Kino, später weniger. Bei anderen Filmen ist die umgekehrt. Des Rätsels Lösung: Mundpropaganda. Kleine Bildchen mit mathematischen Kurven zum Anklicken anbei. Bravo. Aber wo ist nun die neue Erkenntnis?
Man könnte glatt meinen, die ganze Werbung für einen neuen Kinofilm nützte nichts. Doch wenn ein Blockbuster etwas an Publikum verliert, dürfte es den Mann an der Kasse immer noch mehr freuen, als wenn im Programmkino ein Film mal 60 statt 50 Besucher zählt. Kleinvieh macht eben auch nur kleinen Mist.
Wo liegt nun die Leistung der Spiegel-Redaktion? Entweder hat der erste Artikel der Statistik-Reihe so gut gezogen, dass unbedingt ein zweiter folgen musste. Oder man die Artikelserie gleich im Block eingekauft. Wir sind auf weitere Schmankerl gespannt.
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16. Juni 2005 um 12.14 Uhr
Giesecke, du hast da mal wieder nichts verstanden. Es geht hier um die Vorhersage von eigentlich chaotischen Systemen. Die kausalen Zusammenhänge waren natürlich auch vorher klar, aber die Kunst der Mathematik besteht doch darin, das ganze in eine schöne nette Formel zu packen, die dann doch irgendwie ein richtiges Ergebnis ausspuckt. Das ganze soll vom gemeinen Rotzlöffel, der an der Kasse sitzt und die Besucher zählt, in einen hübschen Algorithmus verpackt werden, der die Ergebnisse im voraus prognostiziert. Das ist moderne Marktwirtschaft, lieber Giesecke.