Die Blog-Sphäre als Meinungsmacher

24. Juni 2005, 2.06 Uhr von

Wenn Klein-Bodo in seinem Blog über die neuesten Klingeltöne oder MMS-Funktionen seines geilen Handys berichtet, interessiert mich das nicht die Bohne. Echt nicht. Anders schaut es allerdings bei der Industrie aus. Denn die hat inzwischen erkannt, wie wichtig die alltägliche Blog-Flut für die Meinungsmache ist. Und plant diese Informationen auch gezielt einzusetzen.

Wer soll aber die vielen Blogs denn lesen? Na, ist doch klar, der Rechenknecht muss wieder herhalten und unnützen Müll von wichtigem Palaver trennen. Benutzt wird dabei Software, die in Zusammenarbeit mit dem CIA entstanden ist. Der Geheimdienst scannt damit Zeitungen und E-Mails, die Marktforschung eben Blogs.

Anhand der Sprache will man auch erkennen können, wer denn das entsprechende Geschreibsel verfasst hat. Natural Language Processing, also das Erkennen von natürlicher Sprache nennt sich das ganze. Kommen also in einem Eintrag übermäßig coole Sprüche wie “Alder”, “geil” oder “voll krass” vor, geht man davon aus, dass es sich um Jugendliche handelt. Wer so schreibt wie Giesecke, wird eben als deutscher Wort-Choleriker tituliert und meinungstechnisch in Ablage “P” verfrachtet.

Was bringt uns alltäglichen Bloggern aber das Scannen denn nun wirklich? Abgesehen davon, dass man endlich nicht mehr von nervigen Umfrage-Firmen am Telefon belästigt wird, können wir endlich etwas bewegen. Genau, richtig gelesen. Blogger, vereinigt euch! Und schreibt alle, dass ich endlich einen kostenlosen SLK brauche. Die Marktmacher lesens bestimmt – und einen Blogger habt ihr damit auch glücklich gemacht. Na, wie wärs?


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4 Antworten zu “Die Blog-Sphäre als Meinungsmacher”

Avatar Peter Giesecke meint:

Lieber Wagenhöfer, Ablage P heißt in diesem Fall doch wohl “Persönliche Vorlage beim Chef”. Es mag ja sein, dass sich der VW-Passat-Fahrer im Mittelbau eines Unternehmens oder einer Behörde mit deinem Geschreibsel zufrieden gibt. Um aber die wirklichen Leitlinien im Leben zu erkennen, bedarf es dann doch schon etwas mehr Exerpertise. Mit anderen Worten: Der SLK sollte in meiner Garage stehen.

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Giesecke, kaum geniesst man mal die Sonne, verlierst du schon wieder den Blick für die Fakten. Was nun wirklich zählt im Marketing ist doch die Zielgruppe. Und solange wir beide keinen SLK in der Garage stehen haben (Blog-Sphäre, ich warte immer noch auf eure Einträge!), sind wir das zumindest für die Mercedes-Strategen nicht. Sind wir uns zumindest hier einig?

Avatar Peter Giesecke meint:

Was für ein Interesse könnte DaimerChrysler daran haben, dass man den bloggenden Teil der Gesellschaft am SLK unterm Hintern erkennt? Aber das ist eigentlich keine schlechte Idee, die Avantgarde des Internets, gemeint sind selbstverständlich die Blogger, auch im Real Life durch ein Merkmal zu kennzeichnen. Dann könnte man sie auf der Straße ansprechen und ihnen für ihre hervorragenden Beiträge danken.

Dann macht es auch wirklich Sinn, Bloggern einen SLK zu schenken oder kostenlos Desingerklamotten zur Verfügung zu stellen. Lieber Wagenhöfer, ich habe unterdessen bei der Firma Taxofit angefragt, ob die nicht unsere Hemden sponsoren wollen. Der Fußball-Bundesliga-Trainer an sich, trägt so etwas ja auf den Kragenspitzen. Das Taxofit-Logog. Nicht schick, aber lukrativ. Und man weiß: Das ist ein Bundesliga-Trainer. Das will ich auch.

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Nein Giesecke, du musst schon richtig lesen. Nicht die Blogger, sondern nur mich. Das ist ein Unterschied. Du darfst dann auch gerne ein Taxofit-Logo haben. Das sticke ich dir auch persönlich aufs Hemd, wenn du willst. Aber erst den SLK ;-)

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