Archiv für Juli 2005

Netzausfälle

Rückkehr der Internet-Steuer

31. Juli 2005, 18.15 Uhr von Sven Wagenhöfer

Naja, zugegeben, nicht für das ganze Internet. Aber den größten Teil davon. Nein, nicht Blogs, sondern Porno. Fickbildchen also. Genau die will ein US-Senator jetzt nämlich (unter anderem) besteuern - und nebenbei einen Zwang für Altersverifikation einführen. Damit beweist er wieder einmal, wie wenig vertraut doch manche Politiker mit den Geschehnissen im Internet sind. Denn Porno gibt’s im Internet mehr als genug - und zwar kostenlos.

Senator Carper
Quelle: Senator Carper Website

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Journaille

Ich bin zu doof - sagt Telepolis

30. Juli 2005, 20.53 Uhr von Sven Wagenhöfer

Nicht falsch verstehen: Ich mag Telepolis. In der Online-Artikel-Grabbelkiste - gesponsert vom heise Verlag - findet man allerlei nützliche und lustige Geschichten. Über die verschiedensten Themen berichten da freie Autoren, die Einträge reichen von wichtig bis hin zu vollkommen belanglos. Aber manchmal gibt mir Telepolis echt das Gefühl, ganz klein und dumm zu sein.

Telepolis-Logo
Quelle: Telepolis

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Spon und Spott

Spiegel Online und die singenden Ganoven

30. Juli 2005, 9.46 Uhr von Peter Giesecke

Am 7. Juli sind in London Menschen gestorben. Durch Anschläge von Terroristen. Kaum jemand war dabei, die Medien berichteten darüber. Dies erzeugt sowohl Nähe als auch Distanz zur Tat. Deshalb sollten gerade die Medien darauf achten, welche Worte sie wählen. Am 21. Juli sollten wieder Menschen in London sterben. Die Bomben zündeten nicht. Diejenigen, die die Bomben an den Ort gebracht haben, wo sie explodieren sollten, sind anscheinend gefasst. Spiegel Online schreibt: “Wann singen die Verdächtigen?” Als ob es ein Ganovenfilm mit Spencer Tracy wäre.

Screenshot Spiegel Online
Quelle: Spiegel Online

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Netzausfälle

Schleichwerbung ist doof und verboten

29. Juli 2005, 14.32 Uhr von Peter Giesecke

Wenn dem Onlinemagazin ein Loch in der Kasse gähnt und der Mediaplaner einen Adlink in der Navi platzieren möchte, fallen dem Onlinevermarkter schon einmal zwei Steine vom Doppelherzen. Schließlich macht dann der Rubel wieder einen Roller. Nix da, sagt das Landgericht Berlin. Das ist Schleichwerbung. Auch in einem Onlinemedium müssen reaktionielle Inhalte und Werbung klar getrennt sein. (Az. 16 O 132/05) Via golem. Und so sieht’s aus, wie man’s nicht machen sollte. Vor dem Kadi stand allerdings nicht SpOn, sondern Bild.T-Online.de. Aber dass Schleichwerbung doof ist, wussten wir doch schon lange.

Spiegel Online
Quelle: Spiegel Online

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Journaille

Die Glaubwürdigkeit von Weglogs

29. Juli 2005, 11.05 Uhr von Peter Giesecke

Der Netzjournalist bittet um deine Mithilfe: Eine Studentin des Instituts für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Uni Münchnen führt eine Umfrage zur Glaubwürdigkeit von Weglogs durch. Als erstes wird allerdings nach heise online gefragt, offensichtlich ist das Weblog Onlinemagazin das Maß aller Dinge.

Die Befragung geht über sechs Seiten und soll nur zehn bis 15 Minuten in Anspruch nehmen. Abgesehen von der Ich-mache-ein-Fass-auf-Frage “Bloggern sollten die gleichen Rechte zustehen wie professionellen Journalisten” (was soll man darauf schon pauschal antworten?) geht es aber auch schneller. Und noch eine kleine Anmerkung. Unter “Weblogs, die von Journalisten betrieben werden” ist auch das von Marius Sixtus ausgeführt. Ist dies etwa der Bruder von Mario? Trotzdem: Alle mitmachen!

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Journaille

Das Presserecht verliert, nicht das Internet

28. Juli 2005, 19.35 Uhr von Peter Giesecke

Dumm gelaufen. Das Oberlandesgericht München hat das Urteil bestätigt, nachdem heise online zwar über den Kopierschutzknacker von Slysoft berichten, aber keinen Link zu deren Website setzen darf. Das Gericht geht davon aus, dass der Link nicht mehr von der Pressefreiheit gedeckt sei. Er überschreite die Grenze des Erlaubten und sei die “Verlinkung eines Portals, wo Unrecht geschieht”. Dies wiederum sei eine “Verwilderung der Pressesitten, der entgegengewirkt werden muss”.

Logo heise online
Quelle: heise online

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Infojunkie | Netzeinfälle

Per Podcasting ins Radio-Wunderland?

28. Juli 2005, 12.45 Uhr von Peter Giesecke

Als ich noch klein war, musste ich nach meinem Geburtstag immer Briefe an die Verwandtschaft schreiben. Um mich brav für die Geschenke zu bedanken. Wir hatten kein Telefon. Das war zwar lästig, ich musste mir aber keine dummen Fragen anhören, ob ich schon wieder gewachsen sei. Was soll man als Kind eigentlich sonst tun? Dann bekamen wir endlich ein eigenes Telefon. Das lästige Kartenkritzeln hörte glücklicherweise auf, stattdessen musste man Mami oder Papi dazu bringen, neben dem Apparat zu warten, um den Hörer ja schnell wieder abzugeben.

Kassette

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PRopaganda

Wer hätte das vermisst? Keine PDS-Werbung in der Springerpresse

27. Juli 2005, 16.43 Uhr von Peter Giesecke

Jaja, das war 2002, in diesem Jahr heißt es: Keine Anzeigen der Linkspartei (!) in den Zeitungen des Axel-Springer-Verlages. Ist ja nur ein neuer Name, eine neue Verpackung sozusagen. Der Inhalt ist gleich geblieben. Irgendwie. Die WASG wird das nicht gerne hören. Schließlich befindet man sich im Aufbruch zu einer neuen Linken.

Logo der Linkspartei
Quelle: PDS

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PRopaganda

SPD scheitert an der 1,72-Prozent-Hürde

27. Juli 2005, 6.32 Uhr von Sven Wagenhöfer

SPD und die 2 Prozent
Quelle: SPD
Wahlwerbung ist schon was Tolles. Da kann man nämlich endlich mal draufhauen und im ganzen Land verbreiten, was man von der gegnerischen Partei hält. Die SPD hat sich, wie Spiegel Online berichtet, ganz auf CDU-Chefin Merkel eingeschossen. Ist ja prinzipiell auch deren gutes Recht, man muss den Bürger natürlich über die negativen Seiten der Wahlalternativen aufklären. Ein bisschen Hirnschmalz sollte man dafür allerdings schon einsetzen - und vor allem mit den eigenen Aussagen etwas klarer und korrekter sein. Dass dies bei der SPD leicht übersehen wurde, zeigt der “Ich koste 2% mehr”-Sticker.

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Netzausfälle

Haben Mumien Sex?

26. Juli 2005, 21.17 Uhr von Sven Wagenhöfer

Die SpOn-Mumie
Quelle: Spiegel Online
Die Erfahrung zeigt, dass das Schwerste an einem Artikel entweder die Überschrift, der erste Satz oder das begleitende Bildmaterial ist. Gesegnet ist die Redaktion, die einen großen Fundus an Pressebildchen im Archiv hat, das am besten noch Volltextsuche unterstützt. Notfalls setzt man halt den Prakti auf Google an und lässt ihn das passende Foto zum Artikel rauskramen. Das scheint auch in der Spiegel-Printausgabe ab und an der Fall zu sein - denn dort werden jetzt schon Mumien mit Bettspielchen in Zusammenhang gebracht. Was eine grausige Vorstellung.

Die Meldung ist eigentlich ganz belanglos: Wer viel Salat einer bestimmten Sorte in sich reinstopft, kann länger, schneller, besser. Natürliches Aphrodisiakum ist das Stichwort. So weit so gut. Aber warum, liebe Spiegel-Bildredaktion, ist das begleitende Bild eine Mumie? Die Bildunterschrift macht auch noch einmal deutlich, dass hier nicht die antike Fruchtbarkeitsgöttin gemeint ist: “Mumie: Benutzten die alten Ägypter Salat zur Stärkung der Libido?”.

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