Netzausfälle

Den Spammern auf die Finger klopfen

7. Juli 2005, 1.35 Uhr von Sven Wagenhöfer

Was hilft denn gegen Spam? Technisch raffinierte Filter auf dem Server und/oder in der Mailsoftware? Lassen immer noch Werbe-Mails durch. Intelligent verschlüsselte E-Mail-Alternativ-Tags auf der Seite? Parsen die Spam-Robots inzwischen auch relativ gut. Aussichtslos? Auf keinen Fall, Michigan hat die “Lösung” - wir verbieten den Spammern einfach ihr Hobby.

Children are forbidden from purchasing certain products and services under Michigan law. Once an e-mail address has been registered, senders of e-mail messages that advertise or link to prohibited products or services are required to remove the address from their mailing lists within 30 days.
Quelle: Protect MI Child


Auf dem Papier klingt die Anti-Spam-Datenbank ja erst einmal auch ganz sinnvoll. Weil Kinder in Michigan manches nicht sehen oder kaufen dürfen, werden die Kinder-Mail-Adressen in eine Datenbank eingetragen, und wer da drin steht, bekommt zukünftig keinen Werbe-Müll in die Inbox. Klingt gut, lässt sich vor alternden Politikern bestimmt auch schön verkaufen. In der Realität ist die “Lösung” allerdings an Blauäugigkeit nicht zu überbieten.

Gehen die Michigan-Verantwortlichen denn wirklich davon aus, dass jeder Spammer ihre Datenbank nutzt, um seine Mail-Listen zu überarbeiten? Zwar kann der Versender nach Verordnungen in Michigan durchaus zur Rechenschaft gezogen werden - dazu müsste man den Übeltäter allerdings zuerst einmal dingfest machen. Wie schwierig das ist, zeigt die Vergangenheit - und vor allem die Zahl von Spam-Mails, die immer noch in meiner Inbox landen.

Liebe Regierungsbeamten im schönen Michigan. Mein Rat an euch: Aufklären ist besser als verbieten. Um die Kinder effektiv zu schützen, sollten eher Mittel zu Aufklärungsaktionen für die Erziehungsberechtigten da sein. Zeigt den Erwachsenen, wie sie selbst das Internetverhalten der Kids kontrollieren und eventuell auch die E-Mails vorsortieren können. Das dürfte mehr bringen, als Kohle in eine halbgare Datenbank zu stecken, über die die meisten Spammer wohl eher lachen werden. Denkt mal drüber nach.

4 Antworten zu “Den Spammern auf die Finger klopfen”

Avatar Peter Giesecke meint:

Gut gebrüllt, Wagehöfer. Und wie lässt sich nun Spam vermeiden? Wird nun auf dem Server aussortiert? Oder vom Mailprogramm? Solange nicht verifizierbar ist, ob die Mail tatsächlich von dem Absender stammt, wie es im Header vorgegaukelt wird, lässt sich kein Spamfilter konstruieren, der die Mails 100-prozentig richtig sortiert: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Giesecke, man muss ja erst einmal Spam definieren. Zählen deine Kommentare denn auch dazu? Oder sind es jetzt wirklich nur Werbeangebote? Ich wünsche mir wieder die guten alten Zeiten zurück. Da hatte man bei der Spam-Mail vom Sexshop Unterbüddel zumindest noch attraktive Bildchen als Belohnung dabei. Heute kommt alles nur noch als Textmeldung. Wie öde.

Avatar Peter Giesecke meint:

Und ob meine Kommentare Werbeangebote sind! ;-)

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Dann bin ich in diesem Fall froh, geschätzter Giesecke, dass nicht bei jedem Kommentar deinerseits ein freizügiges Bild von dir mit in meiner Inbox landet ;-)

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