Das Problem an der Wurzel packen
18. Juli 2005, 0.12 Uhr von Sven WagenhöferAdware, Spyware, Viren, Trojaner, Rotwein - Gefahren für den Rechner gibt es in Zeiten von Breitband-Internet mehr als genug. Auch wenn mein Rechner trotz intensiven Surfens clean ist, haben gerade Internet-Neulinge ihre Probleme mit Schutzmechanismen wie Firewalls, aktuellen Virenscannern und gesundem Menschenverstand beim Anklicken von Links und Installieren von Programmen. Die Konsequenz besteht, so schreibt die New York Times, immer öfter nicht im eigentlich logischen Weg, dem Bearbeiten des Rechners mit Säuberungsprogrammen oder einer einfachen Neuinstallation. Nein, der komplette Rechner muss daran glauben und wird zu Schrott.

Quelle: New York Times
Klar, ein neuer Rechner kostet ja nicht mehr die Welt. Gerade mal ein paar Hundert Euro respektive Dollar muss man für einen Arbeits-PC auf den Tisch legen. Die Besitzer von hochgezüchteten und damit teuren Spielemaschinen würden natürlich einen Teufel tun, ihre Modding-Schätzchen wegzuwerfen. Aber so ein grauer Dell-Desktop-Kasten? Bloß weg damit! Was damit allerdings “Mutter Natur” angetan wird, darüber denkt weder die amerikanische Wegwerf-Gesellschaft noch der Schreiber der NYT nach. Um Elektronikschrott wieder zu verwenden, muss immer noch zuviel Aufwand betrieben werden - wenn es überhaupt möglich ist.
Wo aber ist der Ansatzpunkt, um solchen Probleme aus dem Weg zu gehen? Auf Softwareebene gibt es genug Möglichkeiten - seien es Programme, die den (Windows-)Rechner schützen oder sogar alternative Betriebssysteme, die weniger anfällig gegen Attacken aus dem Netz sind. Gerade für reine Arbeits- oder Surf-PCs ist Linux doch eine reelle Alternative.
Natürlich könnte man noch den Prozess der Neuinstallation vereinfachen. Oder das Anlegen eines Festplatten-Images direkt nach dieser bequemer gestalten. Der eigentliche Knackpunkt ist allerdings immer noch der User. Denn solange der schon erwähnte gesunde Menschenverstand bei jedem Internetbesuch aussetzt, kann auch die beste Software wenig helfen. Ja, ich denke, man kann erwarten, dass sich PC-Benutzer in ihr System einarbeiten und die Grundlagen über Sicherheit lernen. Macht man beim Auto ja schließlich auch, oder?







18. Juli 2005 um 08.50 Uhr
Dann arbeite dich mal in mehrere Betriebssysteme ein, lieber Wgenhöfer. Der Hauptrechner läuft unter Win XP, der Lappi musste ja ein iBook von Apple sein, und nun willst du auch noch den Zweitrechner daheim mit Linux bestücken. Hinzu kommt noch PalmOS auf dem Smartphone und im Büro wird in einem Dreivierteljahr ein nagelneues Longhorn residieren. Da musst du schon dein zweites Ich zur IT-Abteilung machen, um da mitzuhalten.
Ich glaube, ein wichtiger Punkt ist, dass wir wieder mehr Bescheidenheit lernen. Dass wir nicht immer den größten brauchen. Oder den schnellsten Rechner. Gut, wer beim Onlinegaming nicht mehr mitkommt, darf gerne aufrüsten. Wer allerdings nur seinem Nachbar zeigen will, dass sein Rechner lauter stöhnen kann als dessen Frau, darf sich gerne einen Satz neuer Gehäuselüfter zulegen. Ansonsten tut es auch ein Rechner, der E-mails verschicken, surfen und eine Word-Datei öffnen und abspeichern kann. Mein Rechner jedenfalls erhält seinen Takt von einem AMD 1900+. Und das reicht auch.