Rückkehr der Internet-Steuer
31. Juli 2005, 18.15 Uhr von Sven WagenhöferNaja, zugegeben, nicht für das ganze Internet. Aber den größten Teil davon. Nein, nicht Blogs, sondern Porno. Fickbildchen also. Genau die will ein US-Senator jetzt nämlich (unter anderem) besteuern - und nebenbei einen Zwang für Altersverifikation einführen. Damit beweist er wieder einmal, wie wenig vertraut doch manche Politiker mit den Geschehnissen im Internet sind. Denn Porno gibt’s im Internet mehr als genug - und zwar kostenlos.

Quelle: Senator Carper Website
Versteuert werden sollen vor allem Sex-Produkte, die über das Internet verkauft werden. Dazu gehören wohl neben Hardware wie DVDs und allerlei Spielzeug vor allem auch Bilder und Videos, die sich der Interessent gegen einen kleinen Unkostenbeitrag auf seinen Rechner ziehen kann. Der Erlös soll in den Kampf gegen die Kinderpornografie fließen.
Die Motivation des guten Senators Tom Carper mag ja richtig und ehrlich sein, allerdings sollte er sich überlegen, wie er denn alle Internet-XXX-Seiten unter die Fuchtel der Steuerbehörde zwingen will. Wer jetzt noch in den USA hostet, wird wohl wird wohl spätestens nach dem neuen Gesetz, sollte es denn die Legislative unbeschadet passieren, sowieso nach Moldavien oder auf eine schicke Inselgruppe auswandern. Mit dem Server natürlich. Dann bleibt der US-Industrie noch nicht mal die Einnahme aus dem Hosting - Pech gehabt.
Der zweite Grund, den der Senator für seine neuen Internet-Spielereien nennt, ist, dass das neue Gesetz Kinder vom Rein-Raus-Spielchen fernhalten würde. Muss man das verstehen? Der gute Senator dürfte noch nicht alt genug sein, um Google nicht zu kennen. Und dort findet man Porno. Massenweise. Ob über oder unter 18 - der “Offensive Content Filter” ist schnell ausgeschaltet. Da muss man weder etwas bezahlen noch eine Ausweisnummer eingeben.
Vielleicht wäre hier, wie so oft bei diesem Thema, eine Aufklärung der Eltern eher angesagt, als hektischer Zwang über ein Gesetz. Da sollte sich der Senator noch mal beruhigen und ein bisschen entspannen, bevor er das nächste unsinnige Gesetz vorschlägt. Am besten bei ein wenig Internet-Porno.






