Internet-Wahlkampf der dritten Art
5. August 2005, 3.35 Uhr von Sven WagenhöferWas macht man, wenn man als Partei nicht mehr im Außenseiter-Rampenlicht steht, sondern das Feld einem anderen überlassen muss? Genau, Wahlkampf. Propaganda. Notfalls auch mit schmutzigen Mitteln. Ob allerdings der NPD-Hack bei NBC Giga jetzt wirklich der rechten Fraktion zuzuordnen ist, wage ich mal zu bezweifeln. Oder war es doch ein Versuchsballon?

Quelle: NBC Giga
Es wäre auf jeden Fall eine billige Art der Parteiwerbung. Endlich nicht mehr für ein paar Millionen Euros aus der Parteispendenkasse Werbeplakate an Autobahnen tapezieren. Einfach dem netten Script-Kiddie von Nebenan einen neuen Pentium vor die Nase knallen, schon wird eine bekannte Seite gehackt. Ich kann es mir schon lebhaft vorstellen: Plötzlich prangt das SPD-Logo auf der SpOn-Seite, Bild.T-Online wird von den Grünen als Shoutbox benutzt und die CDU pflastert jegliche Tekkie-Seite mit einem Merkel-Bild voll.
Ob das ganze dann eigentlich auch unter Guerilla-Marketing zusammengefasst werden würde? Egal, passieren wird es hoffentlich sowieso nicht. Zumindest bei Printmedien können wir uns sicher sein, dass für jedes Banner auch ordentlich Geld fließt. Wäre ja noch schöner, wenn man jeder Ausgabe der FAZ plötzlich mit Polit-Zettelchen zukleben würde. Diese Aufgabe würden dann noch nicht mal Studenten übernehmen – wär ja auch gefährlich, den Zeitungslieferanten zu überfallen…
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