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Sofort aufhören! Oder: Warum Studenten kein SpOn lesen sollten

14. August 2005, 21.17 Uhr von Sven Wagenhöfer

Langzeitstudenten sind schon ne ziemliche Plage. Da sitzen die Jungs und Mädels zig JahreSemester länger als geplant an den Hochschulen rum, leisten nix und lassen sich die Sonne aus dem Allerwertesten scheinen. Und das nur, weil sie nicht aufhören wollen. Klar, Studienabbrecher will ja keiner haben. Sind ja fast so schlimm wie Zivis. Hört doch endlich auf zu studieren! rät das Studien-Aufklärungs-Magazin UniSpiegel. Denn das zeigt uns, dass auch Studienabbrecher ganz weit nach oben kommen können.

Bill Gates - der Studienabbrecher
Quelle: DPA / Spiegel Online

Schon zweimal nämlich wurde in der Serie “Studienabbrecher” die gleiche Fotoserie verwurschtelt. Die zeigt als große Vorbilder berühmte Studienabbrecher. Genau, solche, die es ganz weit nach oben gebracht haben. Solche, die berühmt geworden sind. Und solche, die einfach nur extrem viel Glück hatten.

Der UniSpiegel stellt hier leider ein verzerrtes Bild dar, an dem sich hoffentlich keine Studenten, die einen Abbruch des Studiums in Erwägung ziehen, ein Beispiel nehmen. Neben Glückspilzen wie Bill Gates, Michael Dell, und Erich Sixt, die einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und das richtige Gespür hatten, zeigt die Bilderserie ausschließlich Stars und Sternchen des Show-Business und große Literaten. Dass die letzteren kein Studium brauchen, um ihre intellektuellen Fähigkeiten zu Papier zu bringen, dürfte jedem klar sein.

Und dass vor allem die Stars mit anderen Werten als ihrem Intellekt punkten, sondern vornehmlich mit Eigenschaften wie Stimme und CharakterKörpersprache, sieht wohl auch jeder Langzeitstudent ein. Und genaue diese Qualitäten waren auch vor dem Studienversuch da - oder wurden ebenfalls in langen Singsang- und Instrumentlektionen geübt. Wie schnell aber auch ein Sternchen, das mal eben das Studium abgebrochen hat um sich dem vermeintlichen Ruhm hinzugeben, in der Versenkung verschwinden kann, und dann als Sozialschmarotzer oder zweitklassiger Mallorca-Schlagerkönig mehr peinlich als pompös durchs Leben kommt, zeigt die Showgeschichte immer wieder. Oder erinnert sich noch jemand an Martin Kesici?

Da sind mir doch die Langzeitstudenten lieber, die auch mal ein paar Semester länger brauchen. Denn die lernen neben ihrem eigentlichen Fachinhalt noch viel mehr über Leben und Wirken an der Uni. Und irgendwann setzt auch bei denen die Erkenntnis ein, dass man eben auch an der Uni nur mit harter Arbeit bis an die Spitze kommt. Genauso wie im Showgeschäft eben.

6 Antworten zu “Sofort aufhören! Oder: Warum Studenten kein SpOn lesen sollten”

Avatar Peter Giesecke meint:

Was du dir auch mal anschauen solltest, lieber Wagenhöfer, sind die Bildergalerien zu den Modeschauen. Die heißen dann “Knappes aus Kapstadt” oder so. Das wird nicht nur deine Neugier befriedigen. Spiegel Online hat gelernt, mit Bildern Klicks zu erzeugen. Die Studienabbrecher-Galerie muss so erfolgreich gewesen sein, dass sie seit Wochen schon immer wieder an die Oberfläche gezerrt wird. Die ist nicht nur zweimal erschienen. Bei jeder Jauch-Geschichte, bei jedem Gates erscheint sie wieder an der Oberfläche. Die witzigsten Bilderunterschriften gab es jedoch bei n-tv.de - jedenfalls zu Zeiten als ich dort noch mitgelesen haben.

Avatar CRen meint:

… vermutlich sind mehr SpOn-Redakteure Studienabbrecher, als man das erwarten könnte. Normalerweise.

Avatar Peter Giesecke meint:

Das gilt übrigens auch für deine bisherigen Chefredakteure. ;-)

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Giesecke, die Modegalerie-Bilderseiten kuck ich mir schon lange nicht mehr an. Mädels, die wie Jungs aussehen, interessieren mich dann doch nicht so ganz. Auch die verrückten Gehirnausscheidungen irgendwelcher selbsternannter Designer nicht wirklich. Klicks erzeugt SpOn damit wohl - aber keine nützlichen, denn Werbung ist bei dem PopUps nicht geschaltet. Ist aber ein schönes Beispiel von reusable Content.

Avatar Peter Giesecke meint:

Und welchen Sinn hat dann das ständige Einbinden der Studienabbrecher-Galerie?

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Na, reusable Content, wie gesagt. Der Leser hat was Schönes zum Klicken (die letzte Einbindung hat er ja eh schon vergessen) und man macht sich keine Mehrarbeit.

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