News-Wahn. Oder: Die Urlaubs-RSS-Falle
23. August 2005, 0.57 Uhr von Sven WagenhöferRSS-Feeds sind schon was Praktisches. Man muss nicht mehr ständig auf allen möglichen Seiten nach neuen Einträgen herumgrasen, sondern bekommt News, Blog-Einträge und Comics frisch auf den Desktop oder in die Web-Applikation serviert. Mit der Zeit sammelt sich allerdings eine gewaltige Menge Datenmüll an - und den zu bewältigen, wird immer schwieriger. Vor allem, wenn man aus einem Offline-Urlaub kommt.

Denn während diesem bleibt natürlich der Heim-Rechner trotzdem an. SpOn sendet pro Feed-Abruf nur die letzten 20 Meldungen - wer nicht ständig abruft, könnte ja etwas verpassen. Ja, ich bin auch so ein RSS-Junkie. Dabei sind meine rund 35 abonnierten Channels noch relativ gut zwischen privaten Blogs und Newsseiten aufgeteilt. Doch während erstere nur einige wenige Einträge pro Tag bieten, blasen letztere zwischen vierzig und hundert Artikel täglich in den Reader.
Klar, der Klick auf “Alle als gelesen markieren” wäre schnell ausgeführt, dann könnte wieder das tägliche Hinterherhecheln nach den Informationen beginnen. Aber was, wenn genau während der Offline-Zeit etwas extrem wichtiges passiert ist? Wenn CNet-News über ein Webereignis berichtet, das ich ansonsten verpassen würde? Wenn SpOn sich wieder einen Faux-Pas leistet, der mich minutenlang zum Lachen bringt?
Es führt also wohl kein Weg vorbei: Der RSS-Berg wird mühsam abgebaut. Auch wenn nur das oberflächliche Scannen der Überschriften schon Stunden dauert - von Lesen der interessanten Beiträge ganz zu schweigen. Währenddessen sammeln sich natürlich schon wieder die neuen Einträge an - es wird ja im viertelstündlichen Rhythmus aktualisiert. Ein Teufelskreis aus dem es kein Entkommen gibt.
Naja, eines vielleicht. Beim nächsten Urlaub sollte ich es wohl mit Peter Lustig halten, und auch den Heimrechner einfach “Abschalten”. Die wichtigsten Feeds könnte ich ja auch noch mit dem Handy abrufen. Oder doch einmal eine UMTS-Karte fürs Notebook kaufen? Ja, das wäre was… dann wären auch die anderen Feeds unterwegs abzurufen. Natürlich nur die Wichtigsten… zwei oder drei könnte man schon weglassen. Wobei, wenn wir schonmal dabei sind…







23. August 2005 um 09.10 Uhr
Es soll ja auch Leute geben, die nach einem Wochenende am Montagmorgen ein paar Hundert E-Mails in ihrem Postfach finden. Und wenn darunter dann noch ein paar Hände voll seitenlange, linkbestückte Newsletter sind, viel Spaß. Kollege Wagenhöfer, ich wusste gar nicht, dass du so ein Junkie bist. Vielleicht solltest du nicht alles über RSS laufen lassen, sondern Spiegel Online und Co wieder direkt ansurfen. RSS finde ich gut, wenn eine Website oder ein Blog nur selten veröffentlicht; dann muss ich dort nicht täglich vorbeischauen. RSS ist auch praktisch, wenn man relativ schnell einen neuen Artikel gemeldet bekommen will. Dann kann man nach dem Offline-Urlaub aber getrost auf die Löschen-Taste drücken und sich die interessanten Meldungen auf der Website selbst herauspicken.