VoIP und die Eigenwerbung

31. August 2005, 22.27 Uhr von

Alle reden von VoIP – mehr und mehr Leute kommunizieren auch mittels der seit der diesjährigen CeBIT extrem gehypten Technik der Internettelefonie. Einfach zu bedienende Geräte, an die stinknormale Telefone angeschlossen werden können, machen’s möglich. Und die Berichterstattung der Magazine geizt nicht mit Specials, Tarifübersichten und How-Tos. Ganz gerne wird auch das Hype-Thema zur Eigenwerbung genutzt. Zum Beispiel von heise online.

Geht damit VoIP?
Ob damit auch VoIP geht? (Quelle: photocase.de)

Aktuelle Newsmeldungen erhält man bei heise täglich. In geballter Form und meistens auch gut vorsortiert. Richtiges Geld macht der Verlag aber mit seinen Printmagazinen, neben der c’t auch iX und Technology Review. Immer wieder steht dann bei den News ein Artikel, der auf eine Heft-Unterseite verweist – und natürlich nicht als Eigenwerbung oder Anzeige gekennzeichnet ist.

Aktuell beim Thema VoIP-Abhören ist mir das wieder aufgefallen. Im Artikel wird kurz auf die Thematik eingegangen – die eigentliche Meldung ist aber schon über einen Monat alt. Dass die RegTP Bundesnetzagentur nämlich VoIP-Provider auch zu Abhörmöglichkeiten für Behörden zwingen will. Was die Probleme dabei sind, und wer das ganze schon wie warum und wo tut, darauf geht der Online-Bericht nur in Stichworten ein – wer mehr wissen will, soll sich gefälligst auf Technology Review weiterklicken.

Zumindest steht der angekündigte Artikel auch im Netz – und ist nicht nur im Prinzmagazin vorhanden. Denn das wäre frech. Aber frech ist ja heise nicht. Klar, die paar mehr Klicks bringen der Anzeigenabteilung was. Aber das sind ja nur wenige. Oder? Das eigentliche Ziel: Der Nutzer soll das Heft kaufen – denn dort wird um den Artikel meist noch eine ganze Artikelserie gestrickt. Häppchen-Journalismus eben. Ich kaufs mir trotzdem nicht. Ätsch, ausgetrickst.


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3 Antworten zu “VoIP und die Eigenwerbung”

Avatar Peter Giesecke meint:

Schonmal irgendwo erwähnt: Spiegel Online veröffentlicht ab Montag den einen oder anderen Artikel, den es schon im Spiegel Print zu lesen gab. Meiner Meinung nach eine sehr gute, aber unaufdringliche Verbindung beider Ausgaben. Stattdessen kann ich in der c’t die ersten 30, 40 Seiten blätternd hinter mich bringen, das gab es alles schon online zu lesen. Aber diese Kaufen-Sie-unbedingt-die-c’t-oder-TR-Meldungen auf heise online haben tatsächlich erst in letzter Zeit überhand genommen.

Avatar Sven Lehmann meint:

Tja, die “Marketing-Denke” der Leute ist eben doch noch sehr konservativ!

Avatar Peter Giesecke meint:

Wenn es ein gutes Produkt ist, darf es gerne auch ein wenig gutes Marketing sein. Das Problem ist doch nur, wenn die Leute vom BWL-Studium direkt in den Job gehen und NUR Marketing machen. Die Überlagung von Print und Online stört mich weder beim Spiegel noch bei heise – sofern sie nicht so plump gemacht ist.

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