Fünfzig Megabit! Ist ja Wahnsinn!
1. September 2005, 19.32 Uhr von Sven WagenhöferNicht nur eherne Umfrageunternehmen, sondern vor allem auch Firmen aus der Technologiebranche werfen gerne mit Zahlen um sich. Dass aber nicht nur die Gigahertz allein die Marketing-Masche der Zukunft sind, haben Chiphersteller erkannt - und die Flagge der Zahlenschwenkereien an die Kommunikationsindustrie abgetreten. Denn spätestens seit Breitband-Internet ist nur der cool, der die längsteschnellste Leitung hat. Höher, schneller, weiter!

Deutsche Telekom mit 50 Megabit pro Sekunde
Die Telekom prescht zur IFA natürlich mal wieder voran. Bis zu 50 MBit/s möchte man in Pilotprojekten zur Verfügung stellen. In 50 Städten bundesweit soll es spätestens ab 2007 so weit sein, wie Golem berichtet. Fragt sich jetzt nur: Braucht man die Geschwindigkeit wirklich?
Zum reinen surfen - sicherlich nicht. Denn trotz Multimediainhalten und Streaming-Möglichkeiten reichen auch ein bis zwei Megabit pro Sekunde vollkommen aus. Das aktuelle DSL-Produktportfolio macht sicherlich mehr Spaß als die altertümlichen ISDN-Zugänge damals. Aber mehr als schnell können eben auch Webserver die Daten nicht ausliefern. Klar, da gibt’s immer noch die Downloads. Mal schnell ein Linuximage in ein paar Minuten runterladen ist schon klasse - macht Otto-Normalsurfer auch ein paar Mal pro Woche.
Viel interessanter könnte da digitale Unterhaltung werden, die spätestens mit ADSL2+ (zum Beispiel von Arcor) auch über die Telefonleitung flitzen soll. Video on Demand, ja, ganze TV-Sender sollen in Zukunft den digitalen Vertriebsweg nutzen. Doch halt - tun sie das nicht schon? Wer will für eine schnelle Internetverbindung zum Fernsehen bezahlen, wenn DVB-T das ganze kostenlos in den Festplattenrekorder einspeist?
Die ganzen Zahlenspiele (bei denen sowieso in vielen Gegenden Deutschlands das “bis zu” wichtiger ist als die Zahl dahinter) können mir inzwischen gestohlen bleiben. Besser sind die kleinen Neuerungen, die in der Telekommunikationsbranche einkehren. So zum Beispiel die mobile Datenflatrate von ePlus. Eigentlich könnte man ja seinen DSL-Anschluss kündigen, wenn UMTS noch ein klein wenig schneller wäre. Einfach mit Laptop und Zusatzkarte ins Grüne und lossurfen. Wer braucht da noch 50 MBit?







4. September 2005 um 17.06 Uhr
Das Stichwort lautet Triple-Play. TV (Video on Demand), Internet (IP) und Telefonie (Voice over IP) über eine Leitung. Und das, mit fest zugeteilten Ressourcen für jedes Merkmal. Da sind 50 Mbit/s schon gut für geeignet.