Die Gemeinsamkeit von Äpfeln und Trockenpflaumen
7. September 2005, 23.37 Uhr von Sven WagenhöferWenn Apple ruft, dann kommen die Journalisten. So scheint es zumindest bei jeder Neuigkeit, die aus Cupertino über die Medienkanäle strömt. Und wie kaum eine andere Firma verstehen es die Macianer, Gerüchte schon vorab zu streuen, um das “Endlich isses Raus”-Gefühl noch weiter zu verbessern. Andere schaffen das nur mit einer Großpackung Trockenpflaumen.

iPod-Nano: Wer erkennt die Äpfel? (Bild: Apple)
So zum Beispiel beim iTunes-Handy, das jetzt endlich offiziell angekündigt wurde. Vermutet wurde es schon lange, dass Apple heute den mobilen Musikgenuss vorstellen wird. Wer als (Online-)Magazin dann nicht ausführlich darüber berichtet, sei es auch noch so spät am Abend, ist natürlich untendurch. Ist ja auch irrsinnig wichtig, dass Apple ein ödes und technisch veraltetes Motorola-Handy mit iTunes-Tasten aufpeppt. Und es kann sogar MP3s spielen - was eine große Neuerung! Hätte keinen Tag länger warten dürfen.
Ob die Verkaufszahlen dann dem Marketing-Hype um ROKR (wird Rocker gesprochen - warum eigentlich die Abkürzung?) gerecht werden, wird sich zeigen. Denn wer auf Apple steht, hat sowieso lieber einen iPod in der Tasche als das mäßig designte Handy am Ohr. Vor allem weil man den Music-Only-Player jetzt auch in der klitzekleinen Nano-Ausführung für ähnliches Geld wie das Handy bekommt.
Da ist mehr Speicher dabei, das Design passt und der Kunde weiß, was er will. Richtige Innovation aus dem Hause Apple eben. Ach ups, Flash-MP3-Player gibt’s ja auch schon. Und auch schon hübsch designte - aus Fernost nämlich. Gehen den Apfel-Männlein langsam die Ideen aus? Ich empfehle Trockenpflaumen fürs Gehirn - die putzen dann mal wieder richtig durch. Und machen Platz für Neues.







12. September 2005 um 10.02 Uhr
Trockenpflaumen putzen das Gehirn? Mit welchem Körperteil denkst du denn, lieber Wagenhöfer?