Beckstein, Beckstein, alles muss versteckt sein!
13. September 2005, 23.43 Uhr von Sven WagenhöferDa isses wieder. Das gute alte Thema. Nein, nicht schon wieder Porno. Sondern Zensur im Internet. “Das ist schlecht, das muss weg!” brüllt jetzt Günther Beckstein, Bayerns Mann fürs Innere. Aber natürlich nicht das ganze Internet, da gibt es ja auch gute Seiten. Zum Beispiel Rezepte für Obazta. Nur die bösen Seiten müssen verschwinden. Heute an der Reihe: Baupläne für Bomben.

Zensiert: Der Internetzensor
Bei einem muss dem guten Herrn Beckstein ja recht geben. Baupläne im Internet laden schon dazu ein, dass man sie nachbaut. Ist ja bei Lego genauso. Und gerade Bomben, die man “mit Hausmitteln” und ohne “chemisches Spezial-Know-how” mal eben im Keller basteln kann, könnten dann doch den einen oder anderen Hobbybastler verleiten, mal schnell einen Sprengsatz zu basteln. Um den Nachbarn zu ärgern oder so.
Der eigentliche Grund von Beckstein wird wohl das allgemeine Terror-Horn sein, in das nach den Bomben-Anschlägen natürlich jeder vernünftige Politiker blasen muss. Aber ich kann dem Herrn Beckstein mit ganz großer Sicherheit sagen: Terroristische Bombenbauer brauchen bestimmt keine Netz-Bauanleitung. Die besorgen sich den Sprengstoff fix und fertig auf dem Schwarzmarkt. Oder haben das entsprechende Hausmittel-Know-How schon im Intranet gespeichert.
Auch die Methoden, wie Beckstein die gefährlichen Seiten sperren will, laufen wieder einmal (Politiker-typisch) an der Realität vorbei. Irgendwie soll “mit Filtern” gearbeitet werden. Aha. Also werden von allen bayrischendeutschen Providern in Zukunft alle Seiten, in denen “Bombe” und “Bauen” vorkommt, gesperrt? Oder doch nur von Hand ausgewählte? Die darf der Herr Beckstein dann auch alleine raussuchen. Und immer aktuell halten. Und dabei dann auch noch feststellen, dass das Internet eben doch kein statisches Medium ist…







14. September 2005 um 22.44 Uhr
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