Das Smartphone mit dem Apfel
4. Oktober 2005, 21.40 Uhr von Sven WagenhöferWenn’s mit dem einen Produkt nichts wird, dann macht man halt ein Neues. Das scheint man zumindest in Cupertino bei Apple zu denken. Denn hat man wohl mit den iPods ziemlichen Erfolg, kam das iTunes-Handy ROKR von Motorola dann doch nicht so toll bei den Fans an. Vielleicht weil kein großer Apfel drauf war?

iPod bald ohne Wheel? (Bild: Apple)
Könnte sein, denn Markenfetischismus ist in. Wer einen MP3-Player ohne die weißen iPod-Kopfhörer trägt, ist irgendwie uncool. Und wer einen alten iPod-Mini sein Eigen nennt, ohne auf den Nano umzusteigen, taugt auch irgendwie nix. Mit dem MP3-Handy war Apple auf jeden Fall auch technisch zu spät dran. Denn da hat Sony-Ericsson mit dem Walkman-Handy schon alles richtig gemacht – schmuckes Design, gute MP3-Funktion und neueste Technik.
Jetzt will man bei Apple aber auf den Smartphone-Zug aufspringen. Will zumindest der Motorola-Chef wissen. Wieso auch nicht – man könnte ja einfach einen herkömmlichen (coolen!) iPod nehmen, das Display zum Touchscreen umfunktionieren und vergrößern, Lautsprecher und Mikro einbauen und schon wär das Ding bereit.
Aber will die Smartphone-Zielgruppe wirklich ein Apple-Multimedia-Ding? Wohl eher nicht – denn Business-Leute achten weniger auf das schmucke Design, sondern betrachten ihr PDA-Handy als Arbeitsgerät. Das darf zwar gut aussehen, muss aber zuallererst einmal Funktionen bringen. Ohne Partner, der Erfahrung in solchen Dingen hat, muss Apple voll auf den Markenfetischismus setzen. Ohne dass es der User merkt. Okay, darin ist Apple ungeschlagen – tolles Marketing, das können die Leute aus Cupertino.
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5. Oktober 2005 um 10.54 Uhr
Ich kenne jemanden, der schleppt noch den alten Newton mit sich rum. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein Apple-Smartphone kultig aussehen kann. Nur mit welchem Betriebssystem läuft es? Mac mobile? Nur um iTunes aufzuwerten? Das ist wohl auch der Grund für die Motorola-Kooperation. Bei der Egomanie von Apples sind solche Zusammenarbeiten bald ein auseinander arbeiten. Was solls? Ich gehöre wohl nicht zu den Käufern. Mal schauen, was da kommt.