Über den Sinn und Unsinn von Blog-Netzwerken
21. Oktober 2005, 15.41 Uhr von Peter GieseckeDas Internet ist hat immer noch eine Utopie: Alle sind gleich. Jeder hat eine Stimme, die nicht mehr oder weniger Wert ist als die Stimme einen Klick weiter. Die einfachste Weise, diese Stimme kund zu tun, ist ein Blog. Und wenn man nun vom Einzelnen absieht und das Ganze als etwas Zusammenhängendes betrachtet, dann ist das Internet der “User for User” vielleicht ein Netzwerk von untereinander verlinkten Blogs.

Einer ist immer besser. (Bild: stock.xchng)
Soweit, so gut. Und wenn man nun innerhalb der Blogospähre (einem einzigen, allumfassenden Netzwerk) kleinere Blog-Netzwerke bildet? Dann sind formal zwar noch alle Blogs gleich, aber manche sind nun irgendwie gleicher. Frei nach George Orwell. Jeder kennt die Rede von den A- und B-Bloggern. Auf der Blog Network List finden sich sogar “C-List Networks”. (via Basic Thinking) Und in Ermangelung dort gelisteter deutschsprachiger Blog-Netzwerke, muss man sich hierzulande bestenfalls mit der vierten Liga zufrieden geben.
Gut, die Listen müssen nicht vollständig sein. Und jeder darf selbstverständlich seine eigene Rechnung aufmachen: Krönung der Schöpfung oder Best of Provinz. Als deutsches A-Blog-Netzwerk gilt gemeinhin die Spreeblick Verlag KG. Ein Zusammenschluss mehrerer Blogs, deren für den Normaluser ersichtliche Klammer einzig das gemeinsame Impressum und die kleine Spreeblick-Box ist. Sozusagen ein Best of Blogroll. Manche sind eben gleicher. Dennoch bin ich von lautgeben.de, das ich vor der Wahl regelmäßig gelesen habe, nicht zu den anderen Spreeblick-Blogs gehüpft. Ob der Spreeblick Verlag mit diesem Zusammenschluss Geld verdient, wage ich auch zu bezweifeln.
Egal, dies ist hier schließlich kein Spreeblick-Bashing. Ich verstehe nur den Sinn von Blog-Netzwerken nicht. Abgesehen von kommerziellen Netzwerken, die zum Beispiel alle von einer Firma stammen. Es wäre mir neu, wenn nur einer von Volkswagens Vorstandschef, Vertriebschef, Chefdesigner oder Pressesprecher ein eigenes VW-Blog schreiben würde. Aber denen ist die User-for-User-Attitüde eh fremd. Und was soll nun eine Blog Network List bringen? Ich weiß es nicht.
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21. Oktober 2005 um 19.46 Uhr
die Liste ist – mangels weiterer Erklärungen des Autors (so zumindest habe ich nicht weiter groß nachgeforscht) – eine Übersicht bestehender Blognetzwerke, die wie Pilze aus dem Boden schießen in den USA. Netzwerk kann man schlecht sagen, der Gedanke ist eher, daß man unter dem Branding wie Gawker ein neues Blog wesentlich besser und schneller vermarkten kann, was auch immer mit dem Branding an positiven Eigenschaften verbunden ist (bei Gawker fällt mir ein wenige Blogs, dafür hohe Qualität eines jeden Blogs, bei Weblogs Inc. fällt mir ein “Kleinvieh macht auch Mist”, was die Reichweite angeht, wenn man übergreifend Werbung schaltet). Das bezieht sich auf zentrale gesteuerte Netzwerke, die durch die Firma dahinter gemeinsam vermarktet werden.
Welche Blognetzwerke in der o.g. Liste nun kommerziell sind und welche einfach nur thematische, non-kommerzielle sind, keine Ahnung in den meisten Fällen.