Wann zensiert Google endlich die bösen Blogs?
28. Oktober 2005, 19.10 Uhr von Sven WagenhöferAn den klassischen Medien gibt es ja immer etwas zu bemäkeln. Schlecht recherchiert, Agenturmeldung einfach übernommen, von der Konkurrenz abgeschrieben – oder einfach nur draufgehauen ohne nachzudenken. Neuerdings laufen auch Blogs ins Visier der Kritiker – so in einer jungen Top Story von Forbes.com. Denn die fragen sich, wann Google endlich etwas gegen die bösen Blogger unternimmt.

Forbes – das Magazin der alternativen Blogkultur (Bild: Screenshot von forbes.com)
Wenn es nach der Meinung von Forbes-Redakteur Daniel Lyons geht, ist nämlich jeder mancher Blogger böse. Ein Dissident. Verbreiter von Lügen. Und schadet der Industrie. Durch Verbreitung von Falschmeldungen (einige Beispiele zitiert er in seinem Artikel) machen sich diese bösen Buben das Internet zu Nutze – und denunzieren andere.
Er ruft daher zur Zensur auf – Anbieter von Blogservices wie Google oder Yahoo sollten endlich etwas unternehmen, um den täglichen Blog-Wahnsinn unter Kontrolle zu bringen. Wer nicht mit der allgemeinen Meinung konform läuft, dessen Geschreibe soll eben wieder entfernt werden. Dabei gilt doch gerade in den Vereinigen Staaten “Freedom of Speech” über allem.
Dass es Diffamierungskampagnen schon vor der Blog-Mania gegeben hat, übersieht Lyons wohl. Ja, Blogs und Internetseiten haben im Allgemeinen eine größere Reichweite als gedruckte Pamphlete. Aber sollte nicht jede Firma, die vernünftige Produkte herstellt und nichts zu verbergen hat, Kampagnen solcher Art Widerstehen können – auch ganz ohne Zensur seitens Google und Yahoo? Oder treffen Blogger doch öfter ins Schwarze, als es den klassischen Medien und der Industrie lieb ist?
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28. Oktober 2005 um 23.12 Uhr
Manchmal hat man es ja schwer einen Text zu verifizieren/falsifizieren. Hier ging es ja mal schnell:
>One blog, Groklaw, exists primarily to bash software maker SCOGroup
>in its Linux patent lawsuit against IBM, producing laughably biased,
>pro-IBMcoverage; its origins are a mystery (see box, p. 136).
Und schon weiss man, dass der Forbes Artikel für die Tonne ist.
Und die Reputation des Forbes-Magazins sinkt gleich mit. Wirft man den Autor in eine Suchmaschine, so findet man, dass dies kein “Ausrutscher” ist. Wenn Semantic Web eines Tages Wirklichkeit wird, dann landen seine Beiträge bei mir im Web-Killfile. Heute muss ich leider noch per Hand den Tab schliessen.