Das Kerner-DVD-Problem
12. November 2005, 16.51 Uhr von Sven WagenhöferGestern habe ich unter anderem zwei Dinge gemacht. Zum einen wollte ich meine DVD-Sammlung endlich wieder einmal neu sortieren. Zum anderen habe ich Kerners Koch-Show nebenbei verfolgt. Und mir danach gleich die Rezepte auf meinen Rechner gezogen. Hat auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick aber doch: Nämlich mit der Schwierigkeit, verschiedenste Daten auf einen Nenner zu bringen. Vor allem, wenn diese schon falsch geliefert werden.

DVDs - hübsch anzusehen, aber so schlecht zu sortieren (Bild: stock.xchng)
Ich bin jetzt mal ehrlich: Analoges sortieren macht einfach Spaß. Alles auf schöne Häufchen setzen und dann in der (richtigen?) Reihenfolge wieder ins Regal räumen. Das fällt bei Socken oder Telekom-Rechnungen noch einfach. Ein Sortierkriterium angeben (Farbe oder Zeit) und husch ist man fertig. Bei der DVD-Sammlung allerdings wird die Sache schwierig - soll man jetzt nach Titel, nach Kaufdatum, nach Erscheinungsdatum, nach Präferenz, nach Verleih, nach Laufzeit oder einfach nur chaotisch sortieren? Da ich nicht das ultimative Datengedächtnis für DVDs habe, so wie es der Titelheld Rob in Nick Hornbys Roman High Fidelity besitzt, scheiden solche Sortierungen schon mal aus.
Also, der ultimative Lösungsansatz aller Geeks: Die DVDs werden mit Nummern beklebt (optisch nicht die beste Lösung…), alle Daten in ein kleines Progrämmchen (das man sich natürlich selbst zusammenlötet) eingetragen, und schon kann man digital sortieren wie man will. Vom Verwaltungsaufwand und der Tatsache, dass so zum DVD-Abend immer erst einmal der Rechner eingeschaltet werden müsste abgesehen, keine schlechte Lösung. Auch nicht für digitale Daten.
Denn die haben einen wirklich großen Vorteil. Wo sie in welcher Form gespeichert werden und wer sie dann wie anzeigt, sind nämlich zwei paar Schuhe. Und mit einem Mausklick lassen sie sich schnell auch ohne Zusatzprogramm nach verschiedensten Kriterien sortieren oder beiseite schaffen. Zumindest dann, wenn die Dateien in vernünftiger Form auf dem Rechner ankommen.
Das tun zum Beispiel die Kochrezepte vom Kerner nicht. Ich habe keine Ahnung, wer für den (ansonsten ziemlich brauchbaren) Webauftritt vom ZDF verantwortlich ist. Auch nicht, welches CMS verwendet wird. Es stört mich auch nicht wirklich, wenn Links kryptische Zahlen- und Buchstabenkombinationen haben. Aber wenn eine PDF-Datei mit der Bezeichnung “0,1896,2002698,00.pdf ” auf meinem Desktop landet, dann wird es nervig. Denn dann muss ich wieder selbst eingreifen und die Datei umbenennen. Okay, bei einer Datei kein Problem, aber wenn ich mir gleich 30 Rezepte auf einmal ziehen will, kostet es einfach Zeit.
Dass die eher unbenennenden Dateinamen beim ZDF noch niemandem aus der Usability-Abteilung aufgefallen sind, wundert mich wirklich. Oder sind bessere Filenames mit dem ZDF-System einfach nicht machbar? Wäre eine wirklich schwache Leistung. Die einzige Abhilfe schaffen Desktop-Suchmaschinen. Bis allerdings die Copernic Desktop Search meine Datenmassen durchgegangen ist, vergeht einiges an Zeit - nicht wirklich brauchbar für das Kerner-Problem also.
Heute bin ich so schlau wie gestern. Die Dateien habe ich zwar umbenannt und in den “Rezepte”-Order geschoben, aber Zeit geklaut hat es trotzdem. Und die DVDs stehen auch noch unsortiert im Regal. Jetzt will ich noch ein paar Telekom-Rechnungen einheften. Das geht zumindest schnell. Oder sollte ich sie doch statt nach Zeit nach Rechnungsbetrag sortieren….






12. November 2005 um 21.42 Uhr
Das sieht mir stark nach einem Vignette-basierten CMS aus, um die ungestellte Frage zu beantworten. Und dann ist es tatsächlich nicht so leicht, sinnvolle Download-Dateinamen zu vergeben.