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10 Euro für die Desperate Housewives

22. November 2005, 13.57 Uhr von

Ich glotz TV – wenn es geht, auch am DSL-Anschluss. Warum eigentlich nicht? Golem.de berichtet heute von einer Studie, nach der im Jahr 2009 zehn Prozent des Pay-TV-Marktes über das Internet abgewickelt werden soll. Nun gut, mit Studien verhält es sich oft wie mit den sprichwörtlichen Statistiken, man drehe und wende den Stoff so lange, bis am Ende das gewünschte Ergebnis heraus kommt. IPTV, Triple Play oder vielleicht sogar DSL-TV – das ist das übliche Geschwubber, das sich die PR- oder Marketingabteilungen ausdenken, um schöne Bilder in den Köpfen der potentiellen Kunden zu erzeugen. Was für Bilder letztlich auf deren Bildschirmen erscheinen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt in einer ganz anderen Datei.

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Wie kommt die alte Serie in den alten Fernseher? Etwa über das Internet? (Bild: stock.xchng)

Technisch scheint das alles kein Problem zu sein, die DSL-Anschlüsse werden in den nächsten Jahren auf 6, 16, 25 und sogar 50 Mbit/s aufgerüstet werden – ohne dass es viel mehr kostet. Wer sollte das sonst auch bestellen? Der vierköpfige Haushalt (Familie oder WG) benötigt nicht viel Bandbreite zum Surfen und auch nicht wirklich viel fürs Telefon. Mit dem Rest an Bandbreite wird man dann aber je nach DSL-Anschluss einen oder mehrere Sender in Kabelqualität (besser als DVB-T) parallel sehen oder aufnehmen können. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Sat und DVB-T, wo man in der Regel nur zeitgleichen Zugriff auf zwei Programme hat.

Der geneigte Zuschauer könnte dann zu Ostern die Verfilmung des 1. Buches Moses im Ersten anschauen, das 2. Buch Moses im ZDF, das 3. Buch Moses auf Sat1, das 4. Buch Moses auf RTL und das 5. Buch Moses auf Pro Sieben mitschneiden. Oder eben jeden Sonntagabend den aktuellen Tatort und die zwei, drei Blockbuster, die auf diversen Spielfilmkanälen laufen.

Wenn das mal alles so einfach wäre. Ob die Sender überhaupt ihr Programm von T-Online & Co im Internet ausstrahlen lassen, ist noch gar nicht klar. Fest steht jedenfalls, dass normale Fernsehprogramme im Internet nicht frei zugänglich, sondern bestenfalls an Provider gekoppelt sein werden. Der Kunde muss dann einen Vertrag mit diesem Provider haben und wahrscheinlich eine Extra-Grundgebühr zahlen. Damit ist dann auch sichergestellt, dass das DSL-TV nur in Gebieten empfangen werden kann, in denen auch die Rechte vorliegen.

Das wäre erst einmal das, was der Bauer kennt und frisst – nur aus einem anderen Trog. DSL-TV ermöglicht aber noch viel mehr: eigene Programme der DSL-Provider, Video-on-Demand in allen Variationen (z.B. zeitversetztes Ausstrahlen eines regulären Programmes). Ob das dann allerdings immer so attraktiv ist, dass ich es mir anschauen werde, wage ich zu beweifeln. Auf serienjunkies.de habe ich gestern gelesen, dass es ab Februar auf Premiere4 die Desperate Housewives geben wird – als Wiederholung der ersten Staffel, in der englischen Originalfassung und schließlich die zweite Staffel synchronisiert. Ich vermute jetzt mal, dass es die Hausfrauen auch im Free-TV zu sehen gibt, nur eine Stunde versetzt. Aber was Premiere schafft, kann schließlich auch T-Online.

Und ganz ehrlich: Wenn ich meine Lieblingsserie ein halbes Jahr früher und im Original sehen könnte, ohne irgendwelche Gesetze zu verletzen (Gruß an die Filesharerfraktion), dann würde ich auch zehn Euro dafür zahlen. Ich weiß jetzt nicht, was iTunes pro Hausfrauen-Folge verlangt. Zwei, drei Euro pro Folge würde ich allerdings nicht investieren. Lieber einmal zehn Euro überweisen und dann Woche für Woche, eine komplette Staffel lang Zugriff auf die neuen Folgen erhalten. T-Online wird sich schon irgendein schönes Abo-Modell einfallen lassen, damit sich das rechnet. Zum Beispiel fünf Staffeln diverser Serien für zusammen 50 Euro Jahresgebühr.



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3 Antworten zu “10 Euro für die Desperate Housewives”


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