Weil einfach einfach nervig ist
13. Dezember 2005, 16.58 Uhr von Sven WagenhöferNeunzehnvierundneunzig – da fing alles an. Kein Krieg oder so was, aber dennoch ein Datum, von dem man den Enkeln erzählen kann. Da gab’s die erste Bannerwerbung im Internet, damals für AT&T und ein Getränk, auf hotwired.com. Wahrscheinlich noch als schnuckelige, kleine Grafik, die nicht wirklich störte. Heute ist das anders. Da poppen einem Flash-Werbungen entgegen, die die komplette Seite verdecken oder das Spiegel-L-Format nimmt massig Platz weg. Und jetzt werde ich auch noch mit Werbebotschaften zugelabert!

Der simyo-Mann (Screenshot von simyo.de)
Bisher habe ich noch keinen Werbeblocker. Denn ich weiß, wovon Onlinemagazine leben (müssen), und gönne ihnen jeden bezahlten PageView. Aber so langsam reicht es mir. Dass Flash-Werbung ab und an ein Klicken oder Reißen von sich gibt, ist ja noch okay. Aber jetzt quatscht mir der Simyo-Mann auch noch seine Werbebotschaft in meine Hintergrundmusik. “Mobiltelefonieren kostet ab sofort bei simyo nur noch 16 Cent die Minute”, gefolgt von Klatschen und Jubeln. Toll, ich telefoniere billiger.
Einmal ist das Mini-Filmchen bestimmt auch noch ganz lustig. Ebenso wie die Filmtrailer, die mich manchmal auf der IMDB begrüßen. Die kommen aber immer nur einmal. Der simyo-Mann ist mir heute beim Surfen auf golem.de aber bei jeder vierten Newsmeldung begegnet. Und spätestens, wenn er das zweite Mal unerwartet in “Piano Man” quatscht, nervt es einfach nur noch. Da sollte sich die Werbeindustrie mal überlegen, ob “Back to the Roots” nicht wieder angesagt wäre. Normale, unanimierte Banner. Die sind nämlich so selten, dass sie wieder auffallen würden. Manchmal ist eben wirklich einfach einfach einfach – und mehr.
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13. Dezember 2005 um 21.24 Uhr
… und schwupps, wird auch die von mir favorisierte Newsseite Stern.de mit orangener Ganzeseiten-Penetration vollgemüllt. Doof!