Das Kauf-Werbungs-Ärgernis
19. Dezember 2005, 15.37 Uhr von Sven WagenhöferWerbung ist ja eigentlich etwas ziemlich nützliches. Abgesehen von Online-Flash-Filmchen, die nur noch nerven, informiert mich Werbung über neue Produkte. Klar, die meisten davon kenne ich schon und zappe beim Fernsehen einfach weg. Aber gut gemachte Werbefilmchen schaue ich mir auch gerne zwei- oder dreimal an. Allerdings: Wenn ich für ein Produkt Geld ausgebe, will ich keine Werbung sehen. Schon gar nicht in Computerspielen. Denn das ist dann nur noch ärgerlich.

THQ: Werbung soll Spiele bereichern (Quelle: THQ)
Bei Kauf-DVDs hat sich die Prä-Film-Werbung auch schon eingeschlichen. Die ist aber zumindest themenbezogen und verweist auf andere Filme des gleichen Labels. Und meist kann man sie auch überspringen. Immer mehr um sich greifen wird jetzt aber auch Werbung in Computerspielen. Das Online-Rollenspiel Anarchy-Online ist der große Vorreiter - dort erzeugt Bannerwerbung zusätzliche Einnahmequellen für den Publisher.
Der große Publisher THQ will seine Spiele jetzt auch mit Werbung bestücken - sogar kurze Filmschnippsel macht der Vermarkter möglich. Für mich als Kunden heißt das also: Ich zahle für das Spiel einen mächtigen Happen Geld und darf dann noch als spezialisierter Werbekunde herhalten. Bietet sich für den Werbetreibenden ja auch an - wenn der Konsument gerne “Laras kleine Tierklinik” spielt, wird halt Werbung für die “Wendy” reingequetscht.
Prinzipiell ist in manchen Spielen ja auch schon Werbung enthalten. In Rennspielen zum Beispiel, da hängt sie an der Bande. Oder in Managersimulationen. Allerdings wird es mir spätestens zu dem Zeitpunkt unangenehm, wenn das Spiel plötzlich Kontakt zur Mutterstation aufnimmt um neue Werbung zu ziehen. Welche Daten da (zum Beispiel über mein Spielerverhalten - der Wagenhöfer schnetzelt sich lieber durch als zu schleichen oder so) übertragen werden, wird mir niemand verraten. Erinnert das zumindest ein bisschen an Spyware?
Zumindest hoffe ich, dass den Spielevermarktern ihre Zöglinge soviel Wert sind, dass zum Thema passende Werbung präsentiert wird. Wenn ich mich durch feuchte Dungeons schleiche, und plötzlich der simyo-Mann zu labern anfängt, wäre das nicht gerade passend. Gut gemacht, sparsam eingesetzt und vor allem mit transparenter Technik ausgestattet - von mir aus. Dann möchte ich vom Werbegeld aber meinen Teil abhaben. In Form eines gesenkten Preises zum Beispiel. Spiegel Online bekomme ich ja auch umsonst - und halte dafür die Werbung aus.






25. Januar 2006 um 20.27 Uhr
Wenn Werbung in die Spiele kommt, kaufe ich keine neuen Spiele mehr, basta. Da spiele ich dann nur noch die alten Spiele. Wer Werbung akzeptiert ist arm dran.