Wenn die Überschrift “Hier!” schreit
17. Januar 2006, 12.12 Uhr von Peter GieseckeUnsere tägliche Meldung gib uns heute – zum Thema xyz. Gerade aktuell: die Vogelgrippe. Auch wenn es nichts oder nicht viel zu berichten gibt, muss dennoch der große Aufmacher her. Gerade für Magazine mit Tageszeitungsanspruch wie Spiegel Online. Ein Absatz Neues und dann fünf, sechs zähflüssige Absätze über den ganzen Hergang hinten drangehängt. Gähn. Im schlimmsten Fall per Copy & Paste. Fertig ist der Artikel. Jetzt fehlt nur noch die Überschrift.

Viel zu niedlich: Sieht so ein Wüterich aus?
(Bild: stock.xchng)
“Viertes Todesopfer” heißt es heute auf Spiegel Online oberhalb der Headline. Damit ist dem Sachverhalt genüge getan, die Überschrift selbst darf dann ruhig etwas abheben: “Vogelgrippe wütet weiter in der Türkei“. – Wie bitte? Die Vogelgrippe wütet? Wie ein Hurrikan in New Orleans? Oder die Pest im Mittelalter? Oder Attila der Hunne unter unseren Vorfahren? – Die Vogelgrippe ist sicherlich eine Bedrohung, die man ernst nehmen muss. Dies entlässt den Redakteur aber nicht aus der Verantwortung, mit Bedacht zu formulieren und sich unpassender Übertreibungen zu enthalten.
Aufgepasst haben übrigens auch die Kollegen von Medienrauschen. Was ist ein “Würfel, der in Höhe, Breite und Tiefe in 3 Ebenen unterteilt ist”? Genau, eine Textpassage, die sich sowohl in Wikipedia als auch auf Spiegel Online finden lässt. Und ganz nebenbei auch Rubiks Zauberwürfel. Wobei ich mich frage, ob das wirklich Ebenen sind. Aber egal.
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18. Januar 2006 um 09.11 Uhr
Hatte der Zauberwürfel nicht vier Kästchen pro Kantenlänge?
Aber egal, die Vogelgrippe ist sowieso das Geilste… die sollen sich nicht so anpimpern, die Leute, die wollen doch nur Tamiflu verkaufen und den Leuten Angst einjagen…
Die wahre Gefahr lauert bei den Gorilla-Fressern im afrikanischen Dschungel, ich empfehle den Lehrfilm “28 Days later”