Der Google-Radio-Vorleser

18. Januar 2006, 13.42 Uhr von

Multi-Market-Advertisement – das ist ein Stichwort, das in Zukunft wohl öfter von Google zu hören sein wird. Denn nach dem großartigen Erfolg des AdSense-Programms für Online-Werbung steigt die “Internet-Suchmaschine” mit dem Kauf von dMarc, einem Radiowerbespezialisten, jetzt auch in den klassischen Rundfunkmarkt ein. Und baut damit die Marktmacht, von vielen auch als Google-World-Domination-Plan bezeichnet, weiter aus. Fragt sich nur noch, wer dann die AdSense-Anzeigen auch im Radio vorliest.

Das erste Google-Radio
Das erste Google-Radio (Bild: stock.xchng, Bearbeitung: netzausfall)

Google hat sich schon lange weg vom reinen Suchgeschäft entwickelt. Mit unzähligen Betas wurden mehr oder weniger sinnvolle Tools auf den Markt geworfen (oder aufgekauft), die man zuerst noch verbinden, aber vor allem auch vergolden muss. Und richtig Kohle kann im Internet nur machen, wer entweder zahlende Kundschaft findet, oder Werbung schaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass Google seine Advertisement-Plattform weiter ausbaut – und in Zukunft auch auf noch mehr Medientypen ausdehnen wird.

Für den Werber ist das natürlich praktisch. Man schaltet eine große Werbekampagne bei einem Anbieter, und ist damit im Web, im Radio, in Printmedien (auch wenn die Google Publication Ads bisher wenig überzeugen konnten) und vielleicht bald auch in bewegten Bildern präsent. Dann könnte der Kunde alternativ bei Google-Video ein paar Euro für die letzte Serienfolge bezahlen – oder eben Zwangswerbung in Kauf nehmen, um das ganze kostenfrei zu erhalten. Der Großeinkauf von Werbeminuten im TV scheint nur noch ein Schritt entfernt zu sein.

Auch für die Podcasting-Gemeinde könnte der Deal eine neue Möglichkeit erschließen, Geld zu verdienen. Denn wenn Google in einem Bereich hervorragend ist, dann in der Analyse von (Markt-)Daten – also auch in der Zielgruppenauswertung von Podcasts. Mit einem Klick müsste dann die Werbung im Web-Audio-File verankerbar sein. Natürlich alles gehostet auf (kostenlosen?) Google-Podcast-Servern, damit die Abrufe überprüfbar bleiben.

Zwar läuft der Kauf von dMarc wohl auf die direkte Verknüpfung von verschiedenen Werbemodellen heraus, allerdings wird der automatische AdSense-Vorleser für Radio oder Podcast wohl noch ein Weilchen auf sich warten lassen. Zumindest so lange, bis die digitale Sprachsynthese wirklich natürlich klingt. Oder Google genügend Audioschnippsel gefüllt mit sexy Stimmen im Archiv liegen hat. Aber daran arbeiten die Google-Labs bestimmt schon. Oder?


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3 Antworten zu “Der Google-Radio-Vorleser”

Avatar Peter Giesecke meint:

Audio- und Videoschnipsel werden die Werber wohl selbst liefern müssen. Google stellt nur die technische Plattform. Gefüllt werden muss diese dann von den Nutzern. Siehe Froogle. Siehe Base. Die Frage ist nur, wie Google externe Inhalte kontrollieren will. Das ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand und wurde auch schon beim Start von Base diskutiert. Dort ist es aber meines Wissens und wider allgemeiner Erwartung nicht zu einem Überlauf von Sexangeboten gekommen.

Avatar Sven Wagenhöfer meint:

Na, dafür gibt es doch die Studenten von der Stanford-University. Zu denen haben die Google-Gründer doch gute Beziehungen. Und schon wieder ein paar Studis das Studium finanziert. Zack. So schafft man sich billige Arbeitskräfte. Zur Not wird’s eben nach Indien ausgelagert. Aber haben das gleiche Problem nicht auch normale Radiostationen?

Chi´ristina meint:

ich check nicht so ganz was das google radio denn jetz so ist ! :(

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