Archiv für Februar 2006

Netzausfälle

Google Epic: Nie mehr zur Schule gehen!

28. Februar 2006, 11.02 Uhr von Peter Giesecke

Ein kleinisches episches Werk in Flash, Google Epic 2005 von Robin Sloan und Matt Thompson, gibt es nun auch auf Deutsch. (via Golem.de) Übersetzt im Auftrag der Aperto AG. Der rechte Spannungsbogen fehlt allerdings, man könnte meinen, die Maschinen hätten bereits die Macht übernommen, so monoton wird erzählt (wahlweise auch die Aliens, immerhin wird der deutsche Text von der Synchronstimme von Akte-X-Beauty Scully gesprochen). Im ersten Drittel wird die bekannte Vergangenheit erzählt, wann das WWW erfunden und Amazon bzw. Google gegründet wurden.

Google Epic
Wenn Sie diese Vergangenheit hatten, wird ihre Zukunft so aussehen.
(Bild: Aperto)

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Netzausfälle

Ach, ist’s euch endlich mal aufgefallen?

25. Februar 2006, 4.07 Uhr von Sven Wagenhöfer

Wie sagt man so schön: “Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung”. Manchmal findet diese Selbsterkenntnis auch in der Industrie statt. Bei einer neuen Werbekampagne vom Billigprovider Congster zum Beispiel. Die titelt seit einigen Tagen ganz frech: “Wir wissen auch, dass Werbung nerven kann”. Und führt sich selbst gleich ad absurdum. Denn statt schlicht in Textform, eben erkenntnisgemäß, kommt die Werbung mit dem Vorschlaghammer daher.

Die Congster-Nerv-Werbung mit dem Zitter-Schatten
Die Congster-Nerv-Werbung mit dem Zitter-Schatten

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Aus der Druckerpresse | ZEITzeuge

Harald Martenstein, UMTS und Heidi Klum

23. Februar 2006, 15.14 Uhr von Peter Giesecke

So, so. Der Herr Martenstein möchte also zwei Sätze versteigern. Nicht dass man diese dann per DHL Express zugeschickt bekäme (versicherter Versand 7 Euro). Man darf die beiden Sätze selbst formulieren, so lautet der Deal. “Die Sätze dürfen keine justiziablen oder jugendgefährenden oder werbenden oder den Propheten Mohammed herabsetzenden Botschaften enthalten.” Also nicht etwa: “Mohammed trank mit Christoph Schlingensief eine Tasse Tee.” Wobei natürlich alles Verpönte an diesem Satz Herrn Schlingensief zuzuordnen wäre und nur der Werbeanteil dem Wörtchen Tee. Gesponsort von einem Lobbyverband oder dem Tee-Tempel in Königswinter.

Hammer
Herr Martenstein will was loswerden: Zwei Sätze in seine Kolumne Lebenszeichen
(Bild: stock.xchng)

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Netzausfälle | Journaille

Die böse Konkurrenz: Verlinken oder nicht verlinken?

21. Februar 2006, 16.32 Uhr von Peter Giesecke

Die meisten Medien gönnen sich bekanntlich den Tunnelblick: Bloß nicht nach links oder rechts schauen, was die lieben Mitbewerber schreiben. Schmeißt man mit Dreck, könnte ein größeres Häuflein zurückgeworfen werden. Und das auch noch von allen Seiten. Gelobt wird schonmal gar nicht. Im Printbereich ist dies nicht ganz so streng, die Großen darf man immer guten Gewissens zitieren, untereinander tun dies die Großen schließlich auch. Doch im Hyperlinkmedium Internet herrscht in der Regel geheimnisvolles Schweigen. Bloß kein anderes Onlinemagazin erwähnen. Oder gar verlinken. Pfui, pfui, pfui.

Hyperlink auf Bildschirm
Die böse Konkurrenz: Verlinken oder nicht verlinken?
(Bild: stock.xchng)

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Journaille

Mentoren für den Schreiber-Nachwuchs

17. Februar 2006, 14.57 Uhr von Peter Giesecke

Ich traue mich gar nicht daran zu denken, was ich mir früher für zwei Schülerzeitungen so zusammengeschmiert habe. Ich weiß nur, ich hätte jemanden gebraucht, der mit mir die Texte durchgeht, mich motiviert und mir die Sterne am Himmel zeigt. Und damit ist kein Deutsch-LK-Lehrer gemeint. Einen Chefredakteur, der redigiert, gab es in den basisdemokratischen 80/90ern nicht. Und wenn, wäre er auch nur aus der selben Jahrgangsstufe gekommen. Das Netzwerk JungeJournalisten.de stellt nun für solche hoffnungsvollen Fälle Mentoren bereit. (via newsroom.de)

Bewerben können sich Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren. Die Mentorenschaft dauert drei Jahre. Die Mentoren sind zwischen 25 und 35 Jahre alt und arbeiten u.a. für den “Spiegel”, die “Welt am Sonntag” und die
“Deutsche Presse-Agentur”. Ich muss wohl zugeben, bei der zu erwartenden hohen Bewerberzahl und den entsprechend knappen Plätzen hätte ich wohl kaum eine Chance gehabt. Es sei denn, jemand vom Westfälischen Volksblatt hätte sich meiner erbarmt. Aber das war ja Feindpresse.

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Netzausfälle

Wissen - wo es steht

16. Februar 2006, 11.03 Uhr von Peter Giesecke

Online erscheint eine Meldung schneller als in der auf Papier gedruckten Zeitung. Sollte man meinen. Denn donnerstags kehrt sich diese Regel um. Was ich vormittags bei Spiegel Online & Co gelesen habe, erblicke ich manchmal im Laufe des Tages im Wissen-Teil der altehrwürdigen Zeit wieder. Hört sich nach der zu erwartenden Reihenfolge an, ist es aber nicht. Der Redaktionsschluss der Zeit liegt immerhin schon zwei (?) Tage zurück. Und wenn ich mich daran erinnere, was ich zuvor schon online darüber gelesen habe, zeichnet sich dies meist durch eine frappierende Knappheit aus. Als ob es die erste News des Tages wäre. Frisch aus dem Ticker gezogen. Oder in der Zeit gefunden.

Scan aus der Zeit und Screenshot von Spiegel Online zum selben Thema
Themengleichheit am Donnerstag: Wer hat die giftigen Kröten zuerst entdeckt?
(Oben: Scan aus der Zeit; Unten: Screenshot von Spon)

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Journaille

Darüber wurde nicht berichtet

15. Februar 2006, 12.15 Uhr von Peter Giesecke

Und? Was habt ihr so vermisst, als ihr im letzten Jahr die Zeitung aufgeschlagen habt? - Wie? Nichts? - Klar. Stand ja auch nicht in der Zeitung. Woher sollt ihr auch sonst davon wissen? Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” hat wieder einmal zehn Themen benannt, über die kaum oder gar nicht berichtet wurde. 127 Vorschläge wurden für das Jahr 2005 eingereicht.

Tageszeitung
Nicht jede Neuigkeit wird auch gedruckt
(Bild: PhotoCase.com)

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Netzausfälle | Infojunkie

Instant Messaging oder SMS?

14. Februar 2006, 21.51 Uhr von Peter Giesecke

Eine dpa-Meldung machte heute die Runde: “Die Sofortnachrichten könnten mit der Zeit die SMS verdrängen.” heißt es darin. Gemeint sind Instant Messages. Und die Redaktionen übernehmen das einfach so. Ein willfähriges Volk. 15 Mobilfunk-Anbieter wollen “Skype, Yahoo! und MSN” Konkurrenz machen. Und was ist mit ICQ und Googles Talk?

Agile Messenger
Agile Messenger: Der Miranda fürs Smartphone
(Bild: Agile Mobile)

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Netzausfälle

Das doppelte Legendchen auf Spon und FTD

13. Februar 2006, 19.00 Uhr von Peter Giesecke

Ende Legende” hieß es heute morgen auf Spiegel Online (eigentlich gestern abend schon). Über das Karrieende vom Hackl Schorsch. Halb treffend, halb Kalauer. - Als ich noch jung war, hieß es “Ende Gelände”. Gut, dass diese Zeit hinter mir liegt. Aber die schreibende Zunft scheint die selbe Schule besucht zu haben wie ich. Denn am Nachmittag entdeckte ich “Ende einer Legende” in den abonnierten RSS-Feeds. Ob die Financial Times Deutschland da wohl abgeschrieben hat? Schulkinders!

Screenshots von Spiegel Online und FTD
Zwei Doofe, ein Gedanke? Spon (oben) und FTD (unten) titeln fast gleich.
(Screenshots von Spiegel Online und FTD)

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PRopaganda | Journaille

Wenn die Mediachefin höchstpersönlich anruft

10. Februar 2006, 14.53 Uhr von Peter Giesecke

Die “Bahn storniert Anzeigen bei ‘Capital’” heißt es auf Spiegel Online. Die Mediachefin der Bahn habe die Anzeigenabteilgung der “Capital” angerufen und alle Anzeigen storniert. Woran mich das wohl erinnert? - Vor Urzeiten (wann und wo spielt keine Rolle) bekam ich einen Anruf von einer Pressestelle, zu der wir einen guten Kontakt hatten. “Der Marketingchef stand gerade vor meinem Schreibtisch. Er hat sein Büro im Flur direkt gegenüber. Und er ist gar nicht glücklich über eure Meldung. Er möchte eigentlich bei euch nicht mehr buchen und hat mich gefragt, was man da tun kann. Besteht vielleicht die Möglichkeit, dass ihr eure Meldung ein wenig entschärft?”

ICE auf dem Altenbekener Viadukt
Alles geht vorbei (oder fährt): Auch die Anzeigen-Blockade der Deutschen Bahn
(Bild: Deutsche Bahn)

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