Wenn der Katalog einfach ins Netz kommt
2. Februar 2006, 20.41 Uhr von Sven WagenhöferIrgendwie sehen alle Online-Shops gleich aus. Menüleisten mit Kategorien, sortierbare Listen, übersichtliche Darstellung der Preise. Ziemlich langweilig für die Kunden, denn die sind schon daran gewöhnt - da muss was Besonderes her! Das dachten sich wohl auch die Verkaufsstrategen der Heine Modewelten beim Entwurf ihres Onlineshops.

Der Web-Katalog von Heine - Usability Fehlanzeige (Screenshot: heine.de)
Dass man bei Heine ein klein wenig innovativ sein muss, ist ja auch nur verständlich. Schließlich will man die gehobene Hausfrau ansprechen - eben die, die nicht direkt bei Otto bestellen will, sondern Wert auf exklusive Ware legt. Und wenn die sich ins Internet verirrt, wären schnöde Leisten natürlich überflüssig. Außerdem scheint die Heine-Kundschaft ja Zeit zu haben. Denn anders kann ich mir nicht erklären, wie man den Print-Katalog zum Blättern im Netz nachbilden muss.
Nach einigen Klicks ist man zwar in der gesuchten Kategorie angekommen, aber dann ist es aus mit der Benutzerfreundlichkeit. Nur Bilder, bei denen per Mouse-Over der Preis erscheint. Toll. Kein Sortieren nach Preis, Marke, Verfügbarkeit. Wer bei Heine shoppen will, muss eben Zeit und Muße mitbringen.
Prinzipiell begrüße ich ja die Idee, Print-Inhalte web-konform aufzubereiten. Ich mag viele Bilder und wenig Text auf Klamottenseiten. Aber benutzbar ist das dann doch nicht. Zum Stöbern nett, zum Einkaufen eher hinderlich. Für mich ein Grund, warum ich nur zwei Klicks bei Heine nach einem Sakko gesucht habe. Fündig wurde ich übrigens im lokalen C&A. Da muss ich zwar auch stöbern, sehe keine Sortierfunktion und Listen hat der Modemarkt auch nicht. Dennoch macht dort das Shoppen Spaß - Real-Life-Shopping eben. Und um den Heine-Shop werde ich in Zukunft wohl einen großen Bogen machen.





