Ach, ist’s euch endlich mal aufgefallen?
25. Februar 2006, 4.07 Uhr von Sven WagenhöferWie sagt man so schön: “Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung”. Manchmal findet diese Selbsterkenntnis auch in der Industrie statt. Bei einer neuen Werbekampagne vom Billigprovider Congster zum Beispiel. Die titelt seit einigen Tagen ganz frech: “Wir wissen auch, dass Werbung nerven kann”. Und führt sich selbst gleich ad absurdum. Denn statt schlicht in Textform, eben erkenntnisgemäß, kommt die Werbung mit dem Vorschlaghammer daher.

Die Congster-Nerv-Werbung mit dem Zitter-Schatten
Das übliche Bild in der modernen Werbelandschaft: Skyscraper an der Seite, und über dem wichtigen Text noch ein DHTML-Banner. Klar, hat man sich daran gewöhnt, klickt man inzwischen weg, die Sache ist gegessen. Nicht aber beim Congster-Banner mit dem tollen Text - der kommt in Knallorange und mit Zuck-Schatten, nerviger als sonstige Werbung. Der erste Schritt zum Anfall eben. Ein ehemaliger Kollege würde das als “ganz große Grafikgrütze” umschreiben.
Selbsterkenntnis allein nützt also noch nicht wirklich etwas. Umsetzen ist der zweite Schritt. Vielleicht schlägt es sich ja auch bald in den Köpfen der Werbeindustrie nieder, dass Epilepsie-Förder-Werbung mit möglichst hohem Nerv-Faktor die Kunden eher verärgert denn zum Kauf anregt. Und die Klicks sowieso aus Versehen sind, weil man den Knopf zum Abschalten vor lauter Geflicker nicht mehr findet.
Ein weiteres Motiv aus der gleichen Serie meint übrigens: “Was Sie auf dieser Seite machen, ist uns egal!” Liebe Congster-Werbungs-Schalter: Das beruht auf Gegenseitigkeit. Denn lange besuche ich Seiten mit Zappel-Werbung nicht. Frei nach dem Congster-Motto: Don’t be a visitor - be a former one…





25. Februar 2006 um 11.55 Uhr
Und wo kann man dieses Congster kaufen? Auch haben will.