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Von breiten und schweren Websites

26. April 2006, 16.46 Uhr von

Roman Mischel schreibt heute auf onlinejournalismus.de über „Startseitenschwergewichte„. Seiner Messung zufolge bringt das Moppelchen kicker.de 737 Kilobytes auf die Waage. Inklusive Werbung und allem drumherum. Das ist schon ein Wort. Ich meine mich an einen Webentwickler zu erinnern, der – vor Jahren allerdings – 300 Kilobyte als Obergrenze für die Startseite einer Website ausgegeben hat.

Gewichte
Der Body-Mass-Index für die Website: 300 Kilobyte auf 1024 Pixeln Breite?
(Bild: stock.xchng)

Roman scheint die Unterschiede zwischen einzelnen Websites im Grundgerüst zu sehen. Sicher bringen komplexe Tabellenkonstruktionen mehr auf die Waage als CSS-Layouts. Das Problem sind doch aber wohl eher die Werbungen und Multimedia-Elemente, die in die Website eingebettet sind. Da kann die Hammer-Werbung oder die x-fach angepriesene Bildergalerie in der Sidebar mehr Traffic ziehen, als man mit der Umstellung von Tabellenlayout auf CSS spart.

Den meisten Breitbandusern wird das egal sein. Aber vielleicht könnte man für Analogmodemnutzer die Möglichkeit anbieten, auf bilder- bzw. medienarme Versionen umzuschalten. Die BBC hat das mal mit ihren PDA-Versionen gemacht. Da gab es, so ich mich richtig erinnere, eine Nur-Text-Version, eine mit wenig bzw. kleinen Bildern und eine mit (für PDAs) normalen Bildern. Gleich zu Beginn einer Website könnte man dann zu den einzelnen Versionen umschalten – ähnlich der Schriftgrößenskalierung gemäß Barrierearmut-Vorschriften. Oder wie bei Websites, die unterschiedliche CSS-Skins anbieten.

Die Zeiten sind eh vorbei, als man die Schätze, die in der eigenen Datenbank schlummern, nur über ein festes Layout ausgeben konnte. PDA-Versionen mit 200 bis 640 Pixeln Breite habe ich ja schon angesprochen, Gerrit von praegnanz.de fragte sich letztens: ?1024 oder nicht 1024? Das ist nicht die Frage!? Und was ist mit der Heute-nur-noch-Zwischengröße? Das klassische 800-Pixel-Layout könnte auf kleinen Tablet-PCs oder großen PDAs sein Comeback feiern. Nicht ohne Grund hat Microsoft zur diesjährigen CeBIT sein Origami-Konzept vorgestellt. Und die meisten Nachrichten-Websites halten auch noch an diesem Format fest.

Ich bin kein Webdesigner, viel spannender finde ich deshalb die Frage nach der optimalen Websitebreite auch mal von den Inhalten her zu betrachten. Ein stinknormales Weblog auf 1024 Pixel zu layouten, macht sicherlich keinen Sinn. Entweder würden die Zeilen unlesbar lang, oder die Sidebar müsste mit allem möglichen Schnickschnack aufgefüllt werden. Ein ausgewachsenes Onlinemagazin jedoch wünscht sich immer mehr Platz. Dort gibt es Inhalte in Fülle: Teaser, Listen, Datenbankabfragen, Bildergalerien, Werbung und vieles, vieles mehr.

Hat man nun kleinere Displays, zum Beispiel PDAs und Smartphones, deren Displaybreite zwischen 208 und 320 Pixeln schwankt, dann tut es beim 800er-Weblog oft schon ein eigenes CSS. Das 1024er-Onlinemagazin sollte sich wohl besser eine komplett neue PDA-Seite basteln, da viele Inhalte auf dem kleinen Display überhaupt keinen Sinn machen. Das gilt für einen Großteil der Bildergalerien, aber auch für Profi-Datenbankabfragen mit 20 und mehr Eingabefeldern. Und für Ajax-Zeuchs. Die Zeiten des einen, festen Layouts sind wohl vorbei.



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