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Tschüß Fernseher

5. Mai 2006, 13.56 Uhr von

Es ist mal wieder soweit, der Fernseher muss raus. Weg damit. Vorerst wandert er nur in die Abstellkammer, nach der Fußball-WM aber wird er verkauft. Nach schönen anderthalb Jahren mit Harald Schmidt und Jerry Bruckheimer. Der erste Fernseher, der wirklich mein eigen war.

Wohnzimmerecke mit und ohne Fernseher
Vorher-Nachher: Das Grünzeug ist doch viel gesünder

Ja, ich bekenne mich, ich bin fernsehsüchtig. Ein ganz klitzekleines bisschen zumindest. Ich habe kein Problem damit, die Kiste erst abends nach 20 Uhr einzuschalten. Okay, 20.15 Uhr. Ich gehöre zwar zu denjenigen, die die Tagesschau gut finden, aber seit der Erfindung des Internets nicht mehr schauen. Mein Problem ist nur: Ich kann nicht abschalten. Da kann ich mir vor dem Einschalten noch so fest vornehmen, nach exakt zwei Serien das Knöpfchen zu drücken, letztlich hänge ich aber die eine oder andere Stunde davor, die ich eigentlich am Rechner, beim Bier oder im Bett verbringen sollte.

Das Fernsehen ist ein Zeitfresser ohnegleichen (die Matschbirne gibt es gratis dazu). Kreativrauschen erklärt, wie man zwölf Stunden am Tag sparen kann, zwei Stunden lassen sich allein mit einem auf die Hälfte reduzierten Fernsehkonsum sparen. Fernseher abschaffen brächte dann also vier Stunden. Aber wer will schon weniger schlafen? Ich jedenfalls nicht.

Und was mache ich nun mit der GEZ? Ab 2007 will die doch dann wieder die kompletten Gebühren von mir. Da ich einen Rechner mit Internetanschluss besitze. Oder zwei. Eine Abmeldung nach der WM würde auch gerade mal fünf Monatsgebühren oder 57,55 Euro sparen. Das lohnt sich, fast hätte ich gesagt nicht wirklich. Bei dem Papierkrieg, der dann folgt, muss das jeder selbst entscheiden. Deshalb – Vorsicht, kleiner Trick – wandert auch nur der Fernseher in die Abstellkammer, nicht aber der DVB-T-Decoder. Der wurde nämlich seinerzeit so gekauft, dass er sowohl Fernseher als auch Rechner beliefern kann.

Damit das Hintertürchen aber nicht scheunentorgroß wird, bleibt der Decoder erst einmal abgestöpselt. Und falls sich das ändern sollte, muss ich (ungemütlich hoch drei) auf dem 17-Zoll-Monitor schauen. Und mit Sofa ist dann auch nichts. Aber genau darum geht es ja, es erleichtert das Abschalten.

Damit bin ich auch schon bei der Frage, auf was im Fernsehen ich eigentlich nicht verzichten möchte. Harald Schmidt? Stefan Raab? CSI? Desperate Housewives? Gilmore Girls? Wenn ich ehrlich bin, ist darunter nichts, worauf ich nicht wirklich verzichten könnnte. Den Harald gäbe es zur Not noch im Netz. Und die Serien … hüstel … die kommen dann ja irgendwann als Kauf-DVD. Wobei ich mir die ganze Staffel auch für zehn Euro legal aus dem Netz ziehen würde. Oder als Stream mit Werbeunterbrechungen anschauen. Letztlich habe ich es jahrelang ohne Fernseher geschafft. Die letzte Fußball-WM (nix Trademark) habe ich vor der Kneipenleinwand verbracht.

Ach ja, das Aus für die Kategorie Mattscheibe hier bedeutet dies mehr oder weniger auch – es sei denn, es findet sich ein gewiefter Fernsehkritiker (oder Fersehmacher), der Aufnahme ins Team begehrt.



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