Suche News-Maschine zur “Ausbildung”
9. November 2006, 11.22 Uhr von Sven WagenhöferJegliches Business braucht sie, die meisten haben sie - billige Arbeitskräfte. Seien es nun Hausfrauen, die sich ihr Kleidergeld selbst verdienen wollen oder Studenten, die ihr Studium selbst querfinanzieren, Material gibt es auf dem Markt genug. Gerade im Online-Journalismus werden solche gerne als News-Sklaven genutzt, die das Tagesgeschäft unterstützen - an sich keine schlechte Sache, denn Marktlage und Nachfrage bestimmen hier wie überall den Mitarbeiterpreis. Doof nur, wenn man solche Jobs als Ausbildung tarnen will, so wie es FreeCity gerne hätte.

Der Volontär als News-Sklave
Laut der Wikipedia ist ein Volontär ein solcher, der freiwillig eine Arbeitszeit nach seiner Ausbildung antritt, die schlecht bezahlt ist und ihn auf sein weiteres Berufsleben vorbereitet. Alles gut und schön, wenn die Volo-Zeit denn auch gut genutzt wird. Das Stellenangebot von FreeCity erweckt bei mir allerdings nicht den Eindruck, dass dort harte journalistische Fakten vermittelt werden sollen.
In meinen Augen ist ein Volontariat der Einstieg in die Journaille - das allerdings bei einem kompetenten Medienhaus, in dem man verschiedene Bereiche kennen lernen kann, in die verschiedenen Abteilungen schnuppert. Und dazu ist eine Online-Redaktion einfach erst ab einer bestimmten Größe oder mit einem gewissen Backup im Print-Bereich geeignet. Selbst zu Heise Online würde ich keinen Volo schicken - wenn da nicht noch die verschiedenen Print-Magazine wären, welche sich als Ausweichstelle während der Ausbildung anbieten würden.
Was FreeCity während des Volontariats vermitteln will, zum Beispiel Umgang mit Grafikprogrammen, CMS-Systemen und Newsletter-Erstellung, ist schlicht und ergreifend witzlos für einen Studienabgänger. Und lässt sich zudem am besten in Eigenregie mit dem eigenen Blog oder als News-Sklave während des Studiums lernen. Viele dieser Punkte würde ich persönlich sogar bei einem neuen Online-Redakteur voraussetzen.
Aber wahrscheinlich werden sich doch genug Studienabgänger, die verzweifelt nach einem Job suchen, auf die Stelle gemeldet haben. Genug Frischfleisch also für die News-Sklaven-Suche. Allerdings muss man wirklich Glück haben, will man seine Redaktion so mit guten Leuten besetzen. Denn die merken schnell, wo der Hase läuft und gehen - oder kosten eben ihr Geld. Das sollten sich vor allem Online-Redaktionen, die billige Arbeitskräfte suchen, ins Gedächtnis rufen.





9. November 2006 um 15.18 Uhr
Liebe Online-Redakteure der FH Köln ……
… wenn ich auch nur einen von euch dabei erwische, wie er sich auf dieses “Volontariat” bewirbt, setzt es was!
Via netzausfall
……