Das kann doch mal passieren. Da installiere ich ein alternatives E-Mail-Programm auf meinem Smartphone, werfe das nach einiger Zeit wieder runter und schwupps: Das Standard-Mailprogramm lässt sich nicht mehr starten. Ärgerlich ist es nur, weil es am Wochenende auf Reisen geht und ich von unterwegs auf meine E-Mails zugreifen möchte. Hotel Mama hat schließlich immer noch keinen Internetanschluss.
Es gibt Publikationen, die liest man eine Zeitlang, und es gibt Publikationen, denen bleibt man treu. Die Tempo, die ich nur ein, zwei Jahre gelesen habe, hinterließ einen bleibenden Eindruck, dennoch vermiss ich sie nicht. Von der gedruckten Zeit habe ich seit 1992 vielleicht zwei, drei Ausgaben verpasst, und ich sehe keinen Grund, jetzt oder in Zukunft davon Abstand zu nehmen. Wovon ich heute Abschied nehme, ist Spiegel Online.
Spiegel Online und sueddeutsche.de im Feedreader (Klick öffnet Großansicht mit 281 KB)
Das ganze Gerede vom “Fonero Versprechen“, es hatte schon seinen Sinn. Als ich im letzten November selbst ein Fonerogeworden war, habe ich meinen Fon-Router angeschlossen, und das war es dann. Ich habe mich seitdem noch bei keinem anderen Fon-Router eingeloggt. Überall, wo ich war, hatte ich Zugriff auf ein privates WLAN. Auch über meinen Router hat sich noch niemand eingeloggt. Und dann brach mir irgendwann in der Weihnachtszeit plötzlich mein eigenes Fritz!Box-WLAN weg - immer mal wieder. Ich zog den Stecker vom Fon-Router, und schon war die Wunde geheilt.
Der Weg von mir zum Rhein (Klick öffnet große Karte mit 271 KB)
Es war schon eine gewisse Erregung zu spüren, wenn man vor zehn Tagen die Berichte über das Apple iPhone las. Der gemeine Technikjournalist war wie elektrisiert - und erwartete nicht weniger von seiner Leserschaft. Als ein solcher Leser, denn in San Francisco war ich gerade nicht, sog ich zunächst jede Zeile Newsmeldung auf, die ich im Internet fand. Doch dann lies ließ mich das Thema kalt. Beim Apple iPhone handelte es sich erst einmal nur um eine Bühnenshow. Marktreife, irgendwann in ein paar Monaten. Wir sprechen uns dann wieder.
Ist angucken bereits ein Praxistest? (Ausschnitt von der Connect-Titelseite Februar 2007)
Was veranstaltet Matthias Matussek da eigentlich in seinem Kulturtipp auf Spiegel Online? Er ist kontinuierlich dabei, das muss man ihm lassen. Und er bemüht sich: Wurde am Anfang noch ein Buch in die Kamera gehalten (das macht er immer noch), ist der dynamische Höhepunkt nun der gewollt gewackelte, videobloggishe Schwenk auf den Monitor. Es ist und bleibt Altherrenniveau. Denn inhaltlich bietet der Spiegel-Kulturchef ein Stammtischfeuilleton. Ein bisschen Marx, ein bisschen Woodstock, ein bisschen Deutschtümelei und ganz viel Besserwisserei. Ich habe immer das Gefühl, wenn die Kamera ausgeht, legt er als erstes die Hand in den Schritt und prüft, wie weit es mit der Inkontinenz schon ist. Aber zugeben würde er das nie.
Früher zu WG-Zeiten hieß es noch: Macht man den Computer an, schon geht der Kühlschrank auf. Die Ablenkung vom Arbeiten konnte so süß sein. Heute ist sie nicht mehr süß, sondern nur noch nah. Einen Klick weit entfernt. Heute heißt es: Schnell mal bei Spiegel Online vorbeischauen. Dort erfährt man am heutigen Vormittag nicht nur, wie der Stoiber niedergeht, sondern auch, dass “Playboy-Gründer Hugh Hefner […] Pläne mit Beckhams Ehefrau Victoria hat“. Welche bloß?
Wohlgeordnet: Die Startseite von Spiegel Online (Screenshot von Spiegel Online)
Nun gut, ganz so neu ist die BlogAlm auch wieder nicht. Die BlogAlm wartet schon seit mehr als zwei Wochen auf Bergwanderer, gestartet ist das neue Blogverzeichnis bereits zu Jahresbeginn. In der Welt des Web 2.0 ist das eine halbe Ewigkeit. Mir gefällt die BlogAlm. Nicht nur, weil das Verzeichnis übersichtlich ist, sondern auch das Konzept dahinter.
Die universelle Blogrolle: Die BlogAlm (Screenshot von der BlogAlm)
Manche Überschriften riechen förmlich nach PR. Auf Golem ist heute zu lesen: “Zahlen mit dem Handy - oder eher nicht?” Wer bitteschön interessiert sich denn für dieses Thema? Der Leser? Diese haben immerhin ein paar Kommentare hinterlassen. Aber der breiten Masse geht M-Payment, wie es neudeutsch so schön heißt, am Arsch vorbei. Der Redakteur? Der hat immerhin eine zweiseitige Meldung daraus gemacht. Wahrscheinlich nicht einmal, um Page Impressions zu schinden, sondern um die Geschichte ein wenig runder zu machen. Immerhin hat er zwei Quellen miteinander verbunden. Nicht einmal dazu ist mancher Onlinejournalist in der Lage.
Zwei Bonner M-Payment-Kundinnen (Screenshot von stadtwerke-bonn.de)