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Ein Fax, drei Gegendarstellungen und 6.000 Druckerpatronen

30. März 2008, 16.33 Uhr von

Diese Woche haben wir unser erstes Fax erhalten. Wie sich das gehört, ging es bei unserem VoIP-Anbieter ein, der mir dann eine E-Mail schickte, ich könne das Fax online abrufen. Ein Faxgerät haben wir nicht. Ein hoch auf das papierfreiearme Büro. Ich war aber auch gerade unterwegs. Also fing ich an zu grübeln. Wer könnte uns wohl ein Fax geschickt haben? Werden auf diese Weise eigentlich noch Pressemitteilungen versendet?


Besser für den Anwalt als vom Anwalt

Mein erster Gedanke fiel auf Pocketbrain. In beiden Impressen (den Plural musste ich erst nachschauen) steht dieselbe Faxnummer. In meinen früheren Redaktionen kam ein Fax mit großer Wahrscheinlichkeit vom Anwalt – vom gegnerischen. Sie haben x Stunden Zeit, die Formulierung y von wo_ich_gerade_gearbeitet_habe.de zu entfernen und Gegendarstellung z zu veröffentlichen. In der Regel war x kleiner 12.

Die waren natürlich nur selten im Recht. Aber gerade für kleine Onlineredaktionen kosten solche Faxe Geld und – was noch schlimmer ist – viel Zeit. Einige Male habe ich beim Anwalt gesessen. Ganze drei Gegendarstellungen wurden in meinen Zeiten veröffentlicht. Bei der ersten waren die beanstandeten Texte bereits vor meinem Amtsantritt online gegangen (unter anderem einer vom Kollegen Wagenhöfer). Beim zweiten Mal haben wir die Gegendarstellung sogar bewusst in Kauf genommen, weil sie einfach nur noch lächerlich war. Und im dritten Fall war ich im Urlaub. Entsprechend sauer war ich hinterher.

Das war natürlich nur in eine Richtung gedacht. „Über 6000 Artikel im Bereich Druckerzubehör. Über 20000 Artikel rund ums Büro“. Wir haben Faxspam erhalten! Umsonst die Aufregung. „Canon Tintenpatronen“ und „Hewlett-Packard Tintenpatronen“. Dieses papierarme Büro ist übrigens auch ein tintenstrahldruckerfreies Büro.

Neulich bin ich dazu übergegangen, keine Faxnummern mehr in mein Adressbuch einzutragen. Ich kann mich nicht erinnern, dort jemals eine Faxnummer nachgeschaut zu haben. Das alle halbe Jahr, das ich ein Fax verschicke, ist es bloß ein Formular, auf dem die Nummer schon draufsteht. Und wenn ich schon dabei bin, sollte ich dann nicht auch gleich die Faxnummer aus den Impressen löschen und von der Visitenkarte streichen? Eine Pflichtangabe ist es jedenfalls nicht.



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Eine Antwort zu “Ein Fax, drei Gegendarstellungen und 6.000 Druckerpatronen”


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