Archiv für Dezember 2008

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Der persönliche Netzausfall: Offline in der Provinz

30. Dezember 2008, 18.45 Uhr von

Weihnachten habe ich bei meinen Eltern verbracht. In der Provinz, mitten auf dem Dorf. Viel Natur, aber ansonsten nichts dort – badisch Sibirien eben. Wie schön, dass es dann auch noch das Internet gibt, neben der Tageszeitung (der Rhein-Neckar-Zeitung, eine unglaubliche Sammlung von Pressemitteilungen, Kleintierzüchtervereinsberichten und dpa-Kopien) der Zugang zur großen weiten Welt. Nicht nur für uns, sondern anscheinend auch für alle anderen, die Weihnachten daheim verbringen – denn pünktlich zu Heiligabend explodiert irgendetwas bei der Telekom, rien ne va plus.

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Öffentlich-rechtlich-industrieller Komplex

21. Dezember 2008, 14.24 Uhr von

Gestern kündigte onlinejournalismus.de einen Leitartikel auf faz.net an, fast schon eine Warnung. Was dürfen öffentlich-rechtliche Fernsehsender im Internet? Ein Thema, das ich sonst geflissentlich überlese. Links Indianer, rechts Indianer, dazwischen eine Schlucht. Es fliegen die Pfeile.

Das geht schon eine ganze Weile so, und ich warte gelangweilt auf die Meldung, die schließlich darlegt, worauf man sich geeinigt hat. Dann endlich fange auch ich an zu wehklagen, dass ich für so einen Scheiss Geld zahlen muss.

Dass ich keinen Fernseher besitze, habe ich hier schon oft genug hinausposaunt. Ich höre Musik über einen Receiver, Wunderwerk der Achtziger Jahre, habe dort aber keine Sender eingestellt, weil ich nur meine MP3s verstärken lasse.

Ich besitze noch ein Mini-Radio aus Vor-MP3-Player-Zeiten, das entsorgt gehört. Alle paar Wochen schalte ich für ein paar Stunden das Internetradio ein, aber kein öffentlich-rechtliches. Zeitweise hatte ich jedoch ein paar Nachrichten-Podcasts abonniert.

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Das Paket ist da

18. Dezember 2008, 12.08 Uhr von

Vor einer Stunde hat es an der Tür geklingelt. Postmenschen klingeln immer zweimal. An der Kürze der Pause kann man bereits erkennen, wie gehetzt sie sind.

Der DHL-Mann, der sonst in diesem Bezirk ausliefert, kommt immer sofort die Treppe hochgerannt. Ich weiß das zu schätzen, und er weiß zu schätzen, dass ich auch ohne Probleme die Pakete für die Nachbarschaft annehme. Ein fairer Deal.

Heute nichts. Ich habe gehört, dass die Tür geöffnet hat und jemand im Hausflur steht. Sonst nichts. “Hallo?” – “Grmpf töm.” – Das ist normalerweise der Wortlaut der Bonner Stadtwerke, die nur mal in den Keller müssen, und das auf Nachfrage auch deutlich sagen können. Heute nichts.

Ich warte. Der Paketmann wartet. Ich gehe ein paar Stufen hinunter. Jetzt auf einmal: “Herr Giesecke?” – Geht doch. Wir treffen uns. Ich bin drei Absätze runter, er einen rauf. Auf den ersten Blick sehe ich bereits, weshalb mein Paket in den letzten beiden Tagen bloß spazieren gefahren wurde.

Der Mann ist schweißgebadet, hetzt von einem Kunden zum anderen, aber spätestens um elf Uhr schon nicht mehr die Treppe rauf. Das hat einen Grund. Er ist offensichtlich überfordert mit der jahreszeitlichen Rush Hour.

Ich will ihm das gar nicht zum Vorwurf machen. Die Bedingungen, unter denen er arbeitet, habe andere geschaffen. Das ist ihr unternehmerisches Recht. Dennoch hätte ich als Bürger gerne eine Infrastruktur, bei der Pakete nicht von Samstagnacht vom Versender bis Donnerstagmittag zu mir brauchen.

Was ich mir habe liefern lassen, ist ein Arbeitsgerät. Ich arbeite damit.

Hierum geht es:
1. Chronologie einer Paketverschickung
2. Sendungsstatus
3. Sendungsstatus-Status
4. Der Postmann hat immer noch nicht geklingelt

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Der Postmann hat immer noch nicht geklingelt

17. Dezember 2008, 23.47 Uhr von

So sieht es eine halbe Stunde vor Mitternacht aus. Der letzte Zeitstempel im Sendungsstatus von DHL nennt den frühen Morgen um 8:02 Uhr. Das ist definitiv nicht das, was die Online-Abfrage tun soll. Oben heißt es noch vollmundig: “Die Sendung wird dem Empfänger voraussichtlich heute zugestellt.” Eine knappe halbe Stunde habt ihr noch Zeit, Jungs.

Ich kann ja noch verstehen, wenn gestern die Tour einfach zu lang war und der Wagen mit fünf Paketen wieder ins Lager gefahren ist – auch wenn meines darunter ist. Aber warum können die ihre Route nicht so planen, dass es heute garantiert ausgeliefert wird?


Letzter Scan vor knapp 16 Stunden

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Sendungsstatus-Status

17. Dezember 2008, 17.46 Uhr von

Zwischenzeitlich war die Abfrage des Sendungsstatus für ca. 20 Minuten ausgefallen. Vielleicht haben die eben die Daten vom Mittag Daten eingespielt. Ist gerade mal halb sechs durch. Das Paket ist noch nicht da. An der Tür geklingelt hat es nicht. Im Briefkasten liegt keine Benachrichtigungskarte oder dergleichen.


Auch wenn ihr die Verbindungen kappt: Ihr seid keine Insel

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal zum Live-Blogger werde.

Hierum geht es:
1. Chronologie einer Paketverschickung
2. Sendungsstatus

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Sendungsstatus

17. Dezember 2008, 14.30 Uhr von

Heute mittag wurde ein neuer Sendungsstatus für mein Paket auf Reisen angezeigt:

Status: Die Sendung wurde in der Zustellbasis bearbeitet.
Status von: 17.12.08 08:02
Nächster Schritt: Die Sendung wird dem Empfänger voraussichtlich heute zugestellt.

So ähnlich stand das auch schon gestern da. Und die Zeitverzögerung, mit der die Daten im Sendungsstatus erscheinen, scheint vier oder fünf Stunden zu betragen.

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Chronologie einer Paketverschickung

16. Dezember 2008, 21.25 Uhr von

Mein Laptop ist kaputt. Nach knapp vier Jahren mit zwei Garantiefällen durfte das auch sein. Ich habe einen neuen bestellt.

Am Samstag um 23:23 Uhr erhalte ich vom Online-Shop eine Mail: “Ihre Lieferung wurde am 13.12.2008 von unserem Logistikteam versendet”. Nach meinem Dafürhalten heißt das: noch am Samstag bei DHL eingeliefert.

Im Laufe des kompletten Montags konnte mir keine Tracking-URL zur Verfügung gestellt werden. Ich habe das Haus nicht verlassen. Kein Paket wurde geliefert.


Informationsgehalt Wackelpudding Zitrone

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“Ältestes britisches Gehirn gefunden”

15. Dezember 2008, 16.35 Uhr von

So schreibt es Zeit Online: “Ältestes britisches Gehirn gefunden“. Mit anderen Worten: Es gibt ein Gehirn, das man als erstes, aus heutiger Sicht ältestes Gehirn Britanniens bezeichnen kann. Soso. Und das hat man nun gefunden. Die glücklichen Finder. Man stelle sich mal vor, sie hätten bloß das zweitälteste britische Gehirn gefunden. Gar nicht auszudenken.

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Hoho, Spiegel Online

13. Dezember 2008, 17.43 Uhr von

Spon wird sicherlich frohe Weihnachten verbringen. Momentan feiert man dort aber noch die Vorweihnachtszeit – mit vielen bunten Bildern.


Nein, kein Adventskalender

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Xing sein Adressbuch und die Kontakte

13. Dezember 2008, 12.52 Uhr von

Hießen die Kontakte auf Xing nicht gestern noch Adressbuch?

Meine Oma sagte immer, ihr Gedächtnis sei ein Sieb. Dabei kreiste sie mit ihrem gichtigen Finger vor der rechten Schläfe, als ob weiter innen etwas durch den Fleischwolf gedreht würde. Das habe ich offensichtlich von ihr geerbt. Namen und Bezeichnungen sind für mich Schall und Rauch – und schnell vergessen.

Dass man sich aber auch nicht auf einen Begriff einigen kann: Kontakte oder Adressen? Kalender oder Termine? Der Online- gute Journalist schreibt bekanntlich für Google so, dass sich Begriffe nicht allzu häufig wiederholen. Also tauchen im Text meist beide Begriffe auf. Und welche Tags verwendet man dann? Wieder beide?

Noch eine Anmerkung: Die Wayback Machine benutze ich nicht allzu oft. Dennoch fällt mir auf, dass gerade große Websites in den letzten ein, zwei Jahren nicht mehr indiziert werden. Die lassen sich da anscheinend rausnehmen, weil sie Angst davor haben, alte Screenshots vorgehalten zu bekommen.

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