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Öffentlich-rechtlich-industrieller Komplex

21. Dezember 2008, 14.24 Uhr von

Gestern kündigte onlinejournalismus.de einen Leitartikel auf faz.net an, fast schon eine Warnung. Was dürfen öffentlich-rechtliche Fernsehsender im Internet? Ein Thema, das ich sonst geflissentlich überlese. Links Indianer, rechts Indianer, dazwischen eine Schlucht. Es fliegen die Pfeile.

Das geht schon eine ganze Weile so, und ich warte gelangweilt auf die Meldung, die schließlich darlegt, worauf man sich geeinigt hat. Dann endlich fange auch ich an zu wehklagen, dass ich für so einen Scheiss Geld zahlen muss.

Dass ich keinen Fernseher besitze, habe ich hier schon oft genug hinausposaunt. Ich höre Musik über einen Receiver, Wunderwerk der Achtziger Jahre, habe dort aber keine Sender eingestellt, weil ich nur meine MP3s verstärken lasse.

Ich besitze noch ein Mini-Radio aus Vor-MP3-Player-Zeiten, das entsorgt gehört. Alle paar Wochen schalte ich für ein paar Stunden das Internetradio ein, aber kein öffentlich-rechtliches. Zeitweise hatte ich jedoch ein paar Nachrichten-Podcasts abonniert.

Die Öffentlich-rechtlichen im Internet. Die ZDF-Mediathek finde ich schön gemacht, deren Inhalte weniger. Wenn ich Lust auf Grenzgänge habe, schaue ich mir den debilen Kerner an. Alle paar Wochen. Es gibt auch tatsächlich wieder gut gemachte Freitagabend-Krimis zu sehen.

Letztens habe ich mir auch Guido Knopps Die Deutschen angeschaut. Das kann man machen, wenn es auf Pro Sieben läuft. Wenn man dafür gezahlt hat, bekommt man das Kotzen. Geschichtsvermittlung geht meiner Meinung nach anders.

Ich habe mir nicht angeschaut, wie das ZDF diese Sendereihe „programmbegleitend“ im Internet umgesetzt hat. Ich möchte auch nicht wissen, wie viele Lehrer dies dann als Unterrichtsmaterialien einsetzen. Wir haben früher Heftchen der Bundeszentrale für politische Bildung ausgeteilt bekommen.

Ich sehe nicht ein, dass ich GEZ-Gebühren für etwas zahle, das ich nicht in Anspruch nehme. Ich sehe nicht ein, dass ich GEZ-Gebühren für etwas zahle, das sich sich nur geringfügig von unverdeckt kommerziellen Anbietern unterscheidet.

Ich wünsche mir, dass die Gelder, die für Knoppsches Histotainment-Geschwurbel ausgegeben werden, der Bundeszentrale für politische Bildung zukommen, um dort (meinetwegen auch Multimedia-)Portale aufzusetzen, bei denen auch die mitwirkenden Wissenschaftler nachts gut schlafen können.

Das darf dann auch gerne über Fernseh- und Plakatwerbung unters Volk gebracht werden.



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