Der persönliche Netzausfall: Offline in der Provinz

30. Dezember 2008, 18.45 Uhr von

Weihnachten habe ich bei meinen Eltern verbracht. In der Provinz, mitten auf dem Dorf. Viel Natur, aber ansonsten nichts dort – badisch Sibirien eben. Wie schön, dass es dann auch noch das Internet gibt, neben der Tageszeitung (der Rhein-Neckar-Zeitung, eine unglaubliche Sammlung von Pressemitteilungen, Kleintierzüchtervereinsberichten und dpa-Kopien) der Zugang zur großen weiten Welt. Nicht nur für uns, sondern anscheinend auch für alle anderen, die Weihnachten daheim verbringen – denn pünktlich zu Heiligabend explodiert irgendetwas bei der Telekom, rien ne va plus.

Über die Feiertage ist das verschmerzbar, mehr als kurz E-Mails checken und über die Welt auf dem Laufenden bleiben ist zeitlich sowieso nicht möglich. Unser Fehler – das Problem wurde erst am Samstag danach den (erfreulicherweise freundlichen) Telekom-Hotlinern gemeldet. “Im Moment kann ich leider keine Leitungsmessung durchführen, unser System ist kaputt. Unsere Techniker arbeiten aber schon dran. Melden Sie sich doch bitte morgen noch einmal.” Das habe ich schon oft an Wochenenden, Feiertagen und spät abends von der T-Hotline gehört, auch dieses mal wieder. Steckt da System dahinter?

Der Fehler zumindest ist aufgenommen, am Sonntag wird uns eine Behebung und ein Besuch vom Telekom-Techniker (“Es kann sein, dass er Sie im Keller auf eine andere Leitung schalten muss”) Montags zwischen 11 und 14 Uhr zugesagt. Es folgt der bekannte Leidensweg – kein Techniker erscheint, der letzte Rückruf kommt abends kurz nach sieben vom Tech-Disponenten: “Leider konnte unser Techniker Ihren Fehler noch nicht beseitigen, wann kann er denn morgen vorbeikommen?”. Dass uns um 14 Uhr noch versichert wurde, wir wären “ganz sicherlich als nächstes dran, der Techniker meldet sich dann telefonisch” erwähne ich schon gar nicht mehr.

Inzwischen sitze ich im Zug nach München – unterwegs zu Freunden und einem funktionierenden Internet. Nun ist München keine Provinz und dort gibt es mehr als genug zu sehen und erleben. Einer der ersten Schritte wird dennoch sein, WLAN wieder zu aktivieren und mich nach einem Smartphone umzusehen. Nächstes Weihnachten passiert mir das nicht mehr – Mobiles Internet sei dank.


Kommentare abonnieren (RSS)
Trackback-URL

Kommentar schreiben