Die Stadt Marburg hat eine “Satzung zur Solaren Baupflicht” beschlossen ? was auch immer dieses unsprachliche Etwas bedeuten soll. Die FAZ zitiert diesen Ausdruck in einem nachrichtlich gehaltenen Text ? ich unterstelle einmal: genüßlich ? ganze drei Mal. Ach ja, in der Marburger Stadtverordnetenversammlung gibt es eine “Mehrheit von SPD, Linkspartei und Grünen”.
Hätte man in “Satzung zur Solaren Baupflicht” nicht noch eine Binnenmajuskel einbauen können?
Wenn ich die geschwurbelten Worten lese, mit denen die Technik-Chefs großer Unternehmen manchmal in Pressemitteilungen zitiert werden, dann kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass die einen guten Job machen, wenn sie Zeit und Motivation hatten, solch einen Marketing-Sprech zu lernen.
Mir ist zwar klar, dass die Zitate meist aus der PR-Abteilung stammen, aber PR-Texte, die nach PR klingen, erwecken auch nicht mehr Vertrauen in die Unternehmensführung.
Leo Babauta hat ein neues Buch geschrieben: focus. Wer im Netz die einschlägigen Productivity-Blogs liest, wird auch schon über sein Blog zenhabits gestolpert sein.
Werbung gibt es dort nicht, dennoch finanziert das Blog ihn ? indirekt durch Vorträge und andere Dinge, die sich daraus ergeben, direkt durch den Verkauf seiner Bücher.
Dabei handelt es sich nicht um klassische Bücher, sondern um E-Books. Fokus gibt es kostenlos als PDF. Eine erweiterte Version kostet 34,95 Dollar.
Das eine finde ich zu günstig, das andere zu teuer. Es scheint Leute zu geben, die das bezahlen. Aber die haben wohl noch nicht verstanden, was er sagt.
Die Einordnung von zenhabits als Productivity-Blog ist nicht ganz glücklich. Babauta betreibt auch das Blog mnmlist ? also Minimalist. Das ist sein eigentliches Thema.
Einer seiner Thesen ist, sich nicht als Komsumenten zu sehen. Sein Leben leben, statt Dinge zu kaufen ? könnte man verkürzt sagen.
Einen Grund dafür, 34,95 Dollar für ein paar Extra-Kapitel und ein paar Videos zu zahlen, sehe ich deshalb auch nicht.
Focus hat mehr als 120 Seiten, unterteilt in 27 Kapitel. Ich bin gespannt, ob mehr darin steckt als in seinem Blog.
Topthema auf Google News in der Kategorie Wissen/Technik sind heute die neuen Smartphones mit Windows Phone 7. Das ist noch okay, etwas schade ist, dass das Thema nicht weiter differenziert wird. Es gibt Meldungen zum Betriebssystem und dann noch viele zu den einzelnen Smartphones, die gestern vorgestellt wurden.
Das ist letztlich aber auch eine Geschmacksfrage, wie dicht oder breit gefächert man ein Themenspektrum dargeboten haben möchte. Wenn man oben mehr Platz für ein ausdifferenziertes Thema einräumt, kippen unten wieder andere Themen von der Seite.
Sehr unglücklich finde ich aber immer wieder die Auswahl der Quellen. Das große Thema Windows Phone 7 wird angeführt von Zeit Online, FAZ und Heise, gefolgt vom Standard, n-tv, der FTD und dem ORF. Darunter ist nur eine ausgewiesene Technik-Redaktion. Der Rest ist einfach nur groß ? und berichtet im Zweifelsfall auf Mainstream-Niveau.
Diese Überschrift ist irreführend und nicht von mir gewählt. Der Tee-Shop Samovar Life hat Leo Babauta, Tim Ferriss und die Zen-Priesterin Susan O’Connell unter diesem Titel zum Thema Life Management geladen. Für mich waren das vier Gründe, das Video einzuschalten.
Ich bin allerdings ein wenig vorsichtig geworden. Tim Ferriss habe ich über einen tollen Vortrag entdeckt, dann das Blog gefunden, dann das Buch The 4-Hour Workweek gelesen. Mittlerweile wiederholt er aber nur noch, was er irgendwann vor zwei, drei Jahren aufgeschrieben hat.
Gerne hätte ich gehört, was er über Tee sagt. Das Gleiche gilt für Leo Babauta, den ich über seinen beiden Blogs Zen Habits und mnmlist kenne. Minimalismus und Vereinfachung finde ich gerade zwei sehr spannende Themen. Daher war ich auch auf die Zen-Priesterin neugierig.
Um Tee ging es leider gar nicht. Der wurde bloß getrunken. Schade eigentlich. Dafür lohnt es sich trotzdem, das Video anzuschauen ? auch wenn man Leo regelmäßig liest und bereits an einer Überdosis Tim Ferriss leidet.
“Georg Pölzl wird Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland.”
Diese Meldung habe ich eben im RSS-Reader gefunden ? neben einigen anderen von T-Mobile. Unter diesem Namen firmiert der Mobilfunker aber gar nicht mehr. Und der Pölzl ist auch schon längst weg. Diese Pressemitteilung stammt von Ende 2008. Offensichtlich wurde hier ein alter vertrockneter RSS-Feed reaktiviert und gleich mit ein paar alten Einträgen geflutet.
Das kann ja mal passieren. Dauerhaft aber ist das Problem, dass viele Pressestellen ihren RSS-Feed nicht kontrollieren. Es reicht doch, an einem Arbeitsplatz in der Pressestelle das E-Mail-Programm so einzustellen, dass auch der eigene Feed abgerufen wird. Man sieht, wie schnell der Feed ausgeliefert wird, klickt einmal drauf und sieht ob man Zeichensatzprobleme oder unlesbare Formate korrigieren muss.
Vor einigen Jahren habe ich versucht einige Presse-Abos von E-Mail auf RSS umzustellen. Anfang des Jahrzehnts nutzten einige Presseverteiler Mailinglist-Software, die die E-Mails in mehreren Blöcken hinausschickt. Wir erhielten diese damals oft mit Stunden Verspätung. Ein Onlinemedium tut sich schwer damit.
Dass sich jede Redaktion eine Pressemitteilung per RSS-Feed gleichzeitig ziehen kann, ist bloß ein Vorteil. Man gibt auch nicht seinen Zugang zum Redaktionssystem preis. Mit anderen Worten: Die PR-Agentur setzt einen nicht ohne Nachfrage auf einen anderen Verteiler. Der andere Spam bleibt auch außen vor.
Das bringt aber alles nichts, wenn die Pressestellen ihre RSS-Feeds nicht bedienen.
Tolles Video über Zeit, welche Perspektiven man einnehmen kann, sie sich diese im digitalen Zeitalter gewandelt hat. Tolle Technik bei der Umsetzung.
Gefunden bei amix. Er hat Todoist entwickelt, eine brauchbare Online-ToDo-Anwendung. Sein Blog ist ein wenig geeky, aber es sind schöne Perlen darunter wie dieses Video.
Nicht, dass ich Google genauso sehen würde, aber das Video ist einfach lustig und trifft zumindest den Punkt, dass ein Dienst, der sich nicht über Werbung finanziert, sondern für den man zahlt, ähm, sagen wir mal anders sein kann.
p.s.: Das Video gibt es schon länger.
p.p.s.: Sehr schön auch die über YouTube geschalteten Google Ads.