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Fastmail mausert sich zur Gmail-Alternative

27. Dezember 2011, 14.51 Uhr von

Die Oberfläche der neuen Betaversion des E-Mail-Providers Fastmail ist jetzt ähnlich schnell wie Gmail.

Der E-Mail-Provider Fastmail (fastmail.fm) hat eine neue Oberfläche erhalten. Derzeit kann sie nur über den Betazugang erreicht werden. Sie ist aufgeräumt und schnell, sodass sie zu einer Alternative für die Gmail-Nutzung im Browser gereift ist. Wichtiger jedoch als die Oberfläche bleibt, wie schnell und zuverlässig die E-Mail-Server reagieren. Fastmail bekommt seit Jahren gute Noten, Google von Intensivnutzern nicht immer.

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Die Gefälligkeit des Google-Designs hat Fastmail allerdings noch nicht erreicht. Dank Ajax fühlt es sich aber recht geschmeidig an. Per Tastenkürzel kann schnell navigiert werden. E-Mails lassen sich in Threads gruppieren und, statt sie in Ordnern abzulegen, einfach archivieren.

Fastmail hat sehr früh kostenlose IMAP-Zugänge angeboten, war daher und ist nach wie vor für die Nutzung an mehreren Rechnern interessant ? einschließlich Smartphone. Um 2005 herum habe ich selbst Fastmail intensiv genutzt. Der Dienst war schnell und ohne bemerkbare Aufallzeiten.

Server in den USA, Backup-Server in Norwegen

Dabei stehen die E-Mail-Server in den USA. Das Unternehmen Fastmail ist in Australien beheimatet und wurde 2010 von Opera gekauft. Seitdem gibt es auch Backup-Server in Norwegen. Ich habe mir damals bewusst einen Provider außerhalb Deutschlands gesucht. Bei onlinekosten.de waren wir auf einen Fall gestoßen, wo ein mittelgroßer deutscher Provider dem Anschein nach in die Mails seines Mitarbeiters geschaut hat, das war mir nicht geheuer. Heute sorge ich mich eher, wenn meine Daten in den USA liegen.

Fastmail steckt mittlerweile auch hinter operamail.com. Alle Veränderungen sind aber bloß Zwischenschritte. Gerade erst hat Operas Desktop-Browser eine neue Mail-Oberfläche erhalten. Ich warte auch darauf, dass das es neben dem Opera Mini bzw. Opera Mobile noch eine eigenständige Mail-Anwendung von Opera geben wird. Wohin das aber letztlich alles führt, ist noch nicht klar.

Kostenlos wie Google Mail ist Fastmail allerdings nicht. Hier gilt: Geld gegen Leistung. Es wird nicht nur die Größe des Postfachs nach Gebühr gestaffelt, sondern auch die Datenmenge, die in einem Monat maximal übertragen werden darf. Bei einer normalen Nutzung dürfte es dabei jedoch zu keinen Problemen kommen.

Genug Leistung für 1,27 Euro im Monat

In der kostenlosen Version erhält man 25 MB für die Ablage der E-Mails. Man darf nur 160 MB im Monat übertragen und muss Werbung hinnehmen. Für 4,95 Dollar im Jahr gibt es 100 MB, 640 MB monatlichen Traffic, einen Spamschutz und ein Adressbuch mit maximal 400 Adressen.

Für die häufige Nutzung dürfte jedoch dieser Tarif geeignet sein: 1 GB für 19,95 Dollar im Jahr, 1.200 MB Traffic, 2.000 Adressen. Das sind nach aktuellem Wechselkurs 1,27 Euro im Monat. Für den doppelten Preis gibt es auch noch einen Tarif mit 10 GB.

Eine Besonderheit von Fastmail ist, dass das Adressbuch im LDAP-Format gehalten wird. Das macht den Abgleich mit vielen Anwendungen schwieriger, die auf vCards setzen. In Thunderbird aber lässt sich das Adressbuch problemlos einbinden. Über den Betazugang ist auch nur die Mailoberfläche im neuen Format erreichbar, noch nicht das Adressbuch. Möglich ist also, dass es hier noch ein paar Neuerungen geben wird.

Im Netz findet man zufriedene sowie weniger zufriedene Nutzer.

Nachtrag vom 9. Januar 2012

Fastmail hat die Datenmengen, die pro Monat übertragen werden dürfen, in allen Tarifen massiv angehoben. Offiziell ist das Limit sogar ganz gefallen, da es aber aus Spamschutzgründen immer noch stündliche und tägliche Limits gibt, lassen diese sich zu einem monatlichen Gesamtlimit addieren. Demnach lässt sich nun ungefährt die dreißigfache Datenmenge übertragen.



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