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DuckDuckGo: Eine Alternative zur Google-Suche (I)

23. Februar 2012, 20.15 Uhr von

Was Google an Daten über seine Nutzer sammelt, ist vielen nicht mehr geheuer, sie suchen deshalb nach Alternativen für die einzelnen Dienste. Ich habe hier bereits Fastmail vorgestellt, der Maildienst ist Gmail sehr ähnlich, aber auch Blogtrottr, eine eher ungewöhnliche Alternative zum Google Reader. Seit kurzem teste ich die Suchmaschine DuckDuckGo, wobei es gar nicht geboten sein muss, auch die Google-Suche zu ersetzen, denn sie ist immer noch sehr gut. Und wenn man sonst nicht bei Google eingeloggt ist, hat Google auch nicht viele Daten, mit der sich die Suchergebnisse personalisieren ließen.

Aber auch ohne persönliche Daten reichert Google die Suchergebnisse an. Da tauchen dann Ergebnisse aus Googles vertikalen Suchen auf (News, Blogs, Bilder, Preise), obwohl man gar nicht danach gefragt hat. In einigen Fällen finde ich das sogar praktisch, in anderen jedoch nervig. Und dass Google mehr von mir wissen möchte, um genau das unterscheiden zu können, das behagt mir nicht. Mir würden ein paar Optionen in der Seitenleiste reichen, um meine Suche mit ein, zwei Klicks nachzujustieren.

Hier kommt DuckDuckGo ins Spiel. Google-Alternativen wurden in den letzten Jahren immer unter dem Aspekt diskutiert, wie gut der Algorithmus sei. Das ist kaum noch ein Thema. Jetzt stellt sich die Frage, wie schnell man zum Ziel kommt. DuckDuckGo verstellt nicht wie Google den Blick auf die Ergebnisse, um eigene Dienste anzupreisen und den Nutzer möglichst lange auf der Seite zu halten. DuckDuckGo wird dafür hochgelobt, ich habe die Suche ausprobiert. Im Firefox habe ich sie als Standardsuchmaschine eingebunden: in der Adresszeile “about:config” eingeben, nach “keyword.URL” suchen, mit einem Rechtsklick auf den “Wert”, “bearbeiten” auswählen und “http://www.duckduckgo.com/?q=” eingeben.

Die Suchergebnisse eingrenzen

Auf den ersten Blick machte DuckDuckGo einen sehr aufgeräumten, aber auch sehr US-bezogenen Eindruck. Die Ergebnisse passten zu den Suchbegriffen, aber leider waren es oft nicht die, die ich brauchte. Wenn ich nach “wiki typographie” suche, versteht Google das und bietet mir ganz oben die deutsche Wikipediaseite zu Typografie an. Bei DuckDuckGo steht an erster Stelle die US-Seite von Wikipedia, oft folgt dann die deutsche Wikipediaseite an dritter, vierter oder fünfter Stelle, in diesem Fall wurde ich zur deutschen Meinungsseite geschickt. Aber was mecker ich? DuckDuckGo macht genau das, was ich von Google will. Es personalisiert nicht und lässt mich die Standardergebnisse sehen.

Statt die Personalisierung durch einen Algorithmus vornehmen zu lassen, muss ich das selbst erledigen. DuckDuckGo gibt mir dafür einige Werkzeuge an die Hand, die auf den ersten Blick noch nicht ersichtlich waren. Bei der Suche, die das Wort “wiki” enthält, wird eine Hinweis eingeblendet: “Try: !wiki […] (Searches Wikipedia using our !bang syntax.)”. Es gibt über tausend dieser Bang-Befehle. Darunter sind

!wiki
!youtube oder !yt
!google oder !g
!gmaps oder !gm
!openstreetmap oder !osm
!gnews oder !gnde
!amazon oder !amde
!lifehacker oder !lh
!ubuntuusers
!twitter oder !tw

Und !images oder !i führt zur Bildersuche von Google.

… auch auf deutschsprachige Seiten

Heute habe ich dann auch erstmals in der Seitenleiste ein paar Shortcuts entdeckt. Das sind nicht nur Tastaturkürzel, die bei der Steuerung auf der Seite helfen, sondern auch die Suche nach Zeit und Sprache einschränken können. Genau das hatte ich vorher vermisst und bei Google auch intensiv genutzt.

region:de oder r:de
r:none
site:.de
site:netzaufall.de
sort:date

Ab und zu wird ein “Sponsored link” eingeblendet, oberhalb der Suchergebnisse und farblich gut abgesetzt, damit kann ich aber gut leben.

Dies hier ist allerdings bloß ein Zwischenbericht, eine Momentaufnahme. Ob mir die Suchergebnisse genügen oder ob ich oft zu Google ausweichen werde, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Nachtrag: Eine Woche später habe ich einen zweiten Artikel zu meinen Erfahrungen mit DuckDuckGo geschrieben.

Nachtrag: Zwei Jahre später habe ich ein weiteres Mal über mein Suchverhalten geschrieben: Der verkürzte Blick meiner Suchstrategien.



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7 Antworten zu “DuckDuckGo: Eine Alternative zur Google-Suche (I)”

Avatar DuckDuckGo: Eine Alternative zur Google-Suche (II) - Netzausfall meint:

[…] ersetzt habe. Doch für diese Sorge gab es keinen Grund. Ich bin sehr zufrieden. (Den ersten Erfahrungsbericht gab es nach der ersten […]

Avatar Die Orte, die du gegoogelt hast - Netzausfall meint:

[…] dass man die Informationen noch brauchen wird. – Schönes Feature. Ich werde aber dennoch bei DuckDuckGo bleiben, das auch auf dem Smartphone mit einer einfachen Oberfläche daherkommt. Kommentare […]

Avatar Googles Semantik | Netzausfall meint:

[…] Google liefert nach wie vor brauchbare Ergebnisse. Die klassischen Suchergebnisse sind nicht weg, sie rutschen lediglich nach unten beziehungsweise auf die nächste Seite. Man wird mehr klicken müssen, um über Google ans Ziel zu kommen. Eine schlichte Alternative – so wie Google früher war –, ist DuckDuckGo. […]

Avatar Pomodoro im Terminal | Netzausfall meint:

[…] und sogar bessere Lösungen haben. Immer her damit. Aber ich habe vor einiger Zeit nach Lösungen geduckduckgot und sogar gegoogelt. Ich bin nicht fündig geworden. Demnächst ist das […]

Avatar Ein halbes Jahr mit DuckDuckGo | Netzausfall meint:

[…] Jahre alt ist die Suchmaschine DuckDuckGo gerade geworden, ich nutze sie nun seit über einem halben Jahr. Nach dem Hype zum Jahresbeginn war ich gespannt, wie schnell meine Euphorie verschwinden würde. […]

Avatar Der verkürzte Blick meiner Suchstrategien | Netzausfall meint:

[…] zwei Jahren habe ich über DuckDuckGo geschrieben. Torsten hat mich nun in einem Kommentar zum Follow-up um ein Update gebeten und mit […]

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