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Meine neue Laptoptasche: 3x geschickt, 2x Retoure

22. April 2013, 8.44 Uhr von

Ich habe mir kürzlich eine neue Laptoptasche gekauft, einen ganzen Monat hat das gedauert. Zuerst habe ich die Tasche ausgesucht, dann den Händler mit dem günstigsten Preis. Letzlich wurden mir drei Taschen geschickt, einige Mails ausgetauscht und ein Preisaufschlag wieder storniert. Jetzt bin ich zufrieden, und der Händler hat wohl keinen einzigen Euro an mir verdient. Leider. Denn sein Fehler war es nicht.

North Face Messenger Bag

Meine Wahl fiel auf den Messenger Bag von „The North Face“, angeboten von Doorout.com über den Amazon Marketplace. Der Preis war einfach unschlagbar. Der offizielle Preis liegt bei 89 Euro, die Preisrecherche vor einigen Wochen ergab einen Straßenpreis von 60-65 Euro. Doorout.com bot den Messenger Bag für 55 Euro an, einschließlich Versand. Da klingelte bei mir sofort der Schnäppchenalarm!

Ein anderer Händler hat den Fehler gemacht

Das Paket kam und darin lag eine rote Tasche, dabei hatte ich diese in Schwarz bestellt. Als Schlaumeier hatte ich auch gleich eine Erkärung parat: Da hat wohl ein Schüler mit 400-Euro-Job falsch ins Regal gegriffen. Kann ja mal passieren. So war es aber nicht.

„In der Regel kommt so ein Fehler Zustande, wenn der Ersteinsteller eines Artikels einen falschen EAN-Code verwendet. Dem Code wird eine Amazon Standard-Identifikationsnummern (ASIN) zugeordnet. […] Unsere rote Tasche wird nun als schwarz angezeigt und verkauft. Sobald eine Bestellung bei uns eingeht wird uns mitgeteilt, dass wir eine rote Tasche liefern sollen, obwohl der Kunde eine schwarze haben möchte. […]“

Bloß nichts kaputt machen, bevor es zurückgeht

Die Nachricht war mehr als doppelt so lang und in gutem Deutsch verfasst, da fühlt man sich als Kunde doch gleich ernst genommen. Die schwarze Tasche wurde rausgeschickt, bevor die Retoure der roten bearbeitet worden war. Besser geht es nicht.

An dieser Stelle muss ich mich aber an die eigene Nase fassen. Ich hätte ja bei der roten Tasche mal testen können, ob der Laptop überhaupt passt, habe ich aber nicht. Sie war in Plastik verpackt und zuklebt, da wollte ich keinen Mangel fabrizieren. Als der schwarze Messenger Bag in Größe S dann hier war, musste ich feststellen, dass der Laptop nicht wirklich passte, er saß ziemlich spack. Alltagstauglich war das nicht.

Welcher Preis gilt denn nun?

Das war jedoch kein Fehler von Doorout.com, North Face hat Maße angegeben, die passen, wenn der Laptop die Polsterung drumherum aufs Äußerste anspannt. In meinem Fall ließ sich auch das Fach nicht mehr mit der Lasche richtig schließen. Bei meiner Recherche habe ich dann online einen Erfahrungsbericht gefunden, der von der selben Fehleinschätzung berichtete. Ich wusste allerdings vorher schon, dass es knapp werden konnte. Spitz auf Knopf.

Für Doorout.com war das alles kein Problem, mir wurde die dritte Tasche geschickt, die jetzt auch endlich passte. Die Überraschung kam im Begleitschreiben, die Rechnung zeigte nun einen 25 Euro höheren Betrag, ich war aber nicht darüber aufgeklärt worden. Der Preis war zwischenzeitlich erhöht worden.

Ein Verlustgeschäft für den Händler

Ich will da aber Doorout.com keine Absicht unterstellen, auch wenn ich gerne glaube, dass ich dort jetzt als „schwieriger Kunde“ geführt werde. Solche Systeme arbeiten vollautomatisch. Beim dritten Auftrag wurde wahrscheinlich einfach der Preis des Tages genommen und nicht der Preis der Erstbestellung. Wieder einmal zeigte sich Doorout.com kulant und hat den Differenzbetrag storniert.

Ich habe jetzt endlich, was ich von Anfang an wollte: die passende Tasche zu einem günstigen Preis. Ich habe jetzt aber auch ein schlechtes Gewissen, denn Doorout.com hat wohl letztlich keinen einzigen Euro an mir verdient. Der Preis muss sehr knapp kalkuliert worden sein. Bezahlt hat das Unternehmen aber drei Verschickungen plus zwei Retouren und schließlich noch die Zeit, die sich ein kompetenter (!) Mitarbeiter mit meinen Befindlichkeiten beschäftigen musste. Ich schlage auch manchmal einen nicht so netten Ton an. Das tut mir alles leid. Am liebsten würde ich der Belegschaft fünf Euro in die Kaffeekasse stecken, wäre immer noch ein guter Preis für mich.



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