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Wenn der Paketmann keinmal klingelt, sondern einfach weiterfährt

31. Oktober 2015, 10.33 Uhr von

In der letzten Woche sollte mir ein Paket ins Haus geliefert werden. Die Statusmeldung von 11:23 Uhr lautete: „Leider wurde Ihr Paket nicht zugestellt. Der Empfänger wurde nicht angetroffen. Benachrichtigung wurde hinterlassen.“ Das war jedoch gelogen, denn ich wohne Hochparterre und hatte von meinem Schreibtisch aus einen direkten Blick auf die Paketwagen, die auf der Straßenseite gegenüber parkte.

DPD-Paketwagen

Einige Minuten suchte der Fahrer nach meinem Paket, bevor auch noch der Beifahrer nach hinten eilte. So schnell, wie beide vorne wieder eingestiegen waren und davonbrausten, konnte ich gar nicht nach draußen eilen. Zur Haustür hat sich jedenfalls keiner von beiden bemüht, sodass ich auch nicht – anders als behauptet – eine Benachrichtigung vorfinden konnte. Einen Tag später wurde das Paket dann zugestellt. Ein dritter Mann war mit dabei, vermutlich ein Supervisor.

Als Kunde bin ich da machtlos. Die wenigsten Onlineshops überlassen mir die Wahl, welcher Dienst die Ware bringt. Der oft gescholtene Hermes-Paketdienst ist hier vor Ort am zuverlässigsten und das liegt ganz konkret am Fahrer – bekommt den Mund kaum auf, ist aber schnell. Und der oben geschilderte Fall ist auch für DPD eine Ausnahme gewesen. Sonst bin ich da sehr zufrieden. Erstaunlicherweise schafft es der Marktführer DHL am wenigsten, sein Niveau zu halten. Ständig wechseln die Fahrer und damit auch die Zuverlässigkeit.

Damit würde auch die Aussagekraft eines Bewertungssystems hinfällig. Bei Amazon, Yelp und Uber funktioniert dies hinreichend, doch hier würde eine Note für den Dienst in den meisten Fällen nur eine für den Fahrer sein. Dabei müsste es umgekehrt sein. Die Dienste wissen, dass das Problem auf der letzten Meile liegt. Sie arbeiten auch schon längst an Lösungen. DHL baut gerade eine Packstation neben dem Supermarkt, den ich täglich besuche. Für meine Zwecke ist das gut genug. Ich vergebe drei von fünf Punkten.



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