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	<title>netzausfall</title>
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	<description>auffallend ausfällig</description>
	<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 15:38:11 +0000</pubDate>
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		<title>Der Zeit gekündigt</title>
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		<pubDate>Sat, 10 May 2008 08:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
	<category>Infojunkie</category>
	<category>ZEITzeuge</category>
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		<description><![CDATA[Jede große Liebe geht einmal zu Ende. Im Nachhinein sieht man immer klarer. Im Rückblick habe ich den Schlussstrich oft zu früh gezogen, aber auch nicht seltener zu spät. (Besonders bitter ist es, wenn man selbst keine Chance mehr bekommen hat.) Die Frage nach dem Warum lässt sich eigentlich nicht beantworten: zu komplex wäre die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede große Liebe geht einmal zu Ende. Im Nachhinein sieht man immer klarer. Im Rückblick habe ich den Schlussstrich oft zu früh gezogen, aber auch nicht seltener zu spät. (Besonders bitter ist es, wenn man selbst keine Chance mehr bekommen hat.) Die Frage nach dem Warum lässt sich eigentlich nicht beantworten: zu komplex wäre die Antwort, um sie in Worte zu fassen. Ich erzähle dann stattdessen von dem Moment, als mir die Augen aufgingen.</p>
<p>Vor zwei Wochen war ich beim <a href="http://webcontentforum.de/2008/04/24/ist-eine-trennung-zwischen-profi-und-amateurcontent-gewollt/" target="_blank">Web Content Forum</a> in Köln. Als ich aus dem Haus ging, nahm ich die Zeit mit. Die Fahrt dorthin dauerte anderthalb Stunden. Als ich dort ankam, hatte ich nur noch den Politikteil in der Hand. Auf der Rückfahrt am Abend wurde ich von <a href="http://www.leidartikel.de" target="_blank">Jürgen</a> begleitet. Nur ein kurzes Stück in Bonn blieb mir für die letzten Seiten. Als ich zuhause ankam, hatte ich die Zeit ausgelesen - in anderthalb Stunden. Es war nicht das erste Mal.</p>
<p>Ich habe mal gehört, um die Zeit komplett zu lesen, müsste man Rentner sein. Dann würde man es genau in einer Woche schaffen. Ich vermute, der das gesagt hat, schafft es nicht einmal, sich zwei, drei Stunden in der Woche zu nehmen, um die Zeit in Ruhe zu lesen. Seitdem ich die Wochenzeitung lese, also seit 1992, benötige ich zweieinhalb bis viereinhalb Stunden für die Lektüre. Es hat aber auch schon Wochen gegeben, wo ich mich ihr mehr als sechs Stunden gewidmet habe.</p>
<p><a id="more-1025"></a></p>
<p><strong>Hoch auf den Sockel und wieder runter</strong></p>
<p>Es gab Wochen, wo ich nur sehr oberflächlich gelesen habe, weil mir anderes im Kopf umherging. Dennoch konnte ich der Zeit immer etwas abgewinnen. Man muss auch keine seitenlangen Artikel bis zu Ende lesen, um davon etwas mitzunehmen. Es reicht, dass es überhaupt eine Bereicherung ist.</p>
<p>In diesen 16 Jahren habe ich bestimmt vier von fünf Zeitläuften gelesen. Da ist einiges hängengeblieben. Es gab Zeiten, wo ich mich gezwungen habe, den Wirtschaftsteil zu lesen, weil ich so wenig von dem Thema verstand. Irgendwann habe ich es wieder sein lassen, weil es mir ausreichte. Auch meine Begeisterung fürs Feuilleton, für den Wissensteil und fürs Leben kamen und gingen. Finis und Martenstein hob ich auf einen Sockel und holte sie wieder herunter.</p>
<p>Die Haltung der Zeit und ihre Sprache haben mich wohl am meisten geprägt. Gerne und ausgiebig habe ich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Hofmann" target="_blank">Gunter Hofmann</a> gelesen.</p>
<p><strong>Auf anderes verzichtet</strong></p>
<p>Die Liebe zur Zeit war immer von einer Art Treue begleitet. Seit 1995 weigere ich mich, Tageszeitungen zu lesen. Meine Fernsehsucht macht es mir schwer, den Fernseher auszuschalten. Also besitze ich keinen. Lange war die Zeit neben Radionachrichten die einzige Informationsquelle für mich. Dann kam das Internet.</p>
<p>Wer Schwierigkeiten hat, den Fernseher auszuschalten, dem fällt es auch nicht leicht, die Finger von den Newsportalen zu lassen. Das Radio wurde durch Spiegel Online ersetzt. Doch was bedeutet das für die Zeit? Ich finde die Idee schön, sich mit täglichen Nachrichten im Internet zu versorgen und einmal in der Woche eine Zeitung aus Papier in die Hand zu nehmen, um die Inhalte zu vertiefen.</p>
<p>Die Zeit bietet diese Tiefe nach wie vor. Unter Giovanni di Lorenzo hat sich da erst einiges zum Besseren gewendet (mit gut gewählten Themenschwerpunkten quer durch alle Ressorts). Doch in letzter Zeit fehlten mir die großen Artikel - die großen zwei Artikel pro Ausgabe, die allein die Ausgabe von drei Euro nochwas wert sind. Gunter Hofmann schrieb solche Stücke.</p>
<p><strong>Dann doch das Internet</strong></p>
<p>Was die Zeit damit geleistet hat, war eine Einordnung, ein Einbettung von vielen kleinen Ereignissen der Woche in einen größeren Zusammenhang. Doch was die Große Koalition in Berlin macht, interessiert mich nicht. Diese Artikel lese ich einfach nicht mehr. Was ich unter der Woche an Überschriften auf faz.net lese, reicht mir schon.</p>
<p>Und wen ein bestimmtes Thema interessiert, der kann sich dank Internet auch täglich umfassend informieren. Mein RSS-Reader ist wegen <a href="http://www.pocketbrain.de" target="_blank">Pocketbrain</a> vollgestopft mit Informationsquellen zum Thema Smartphones und mobiles Internet. Das kann keine Zeit, kein Spiegel Online und auch kein heise online leisten.</p>
<p>Am kommenden Donnerstag werde ich die letzte Ausgabe der gedruckten Zeit erhalten. Meine Trauer hält sich in Grenzen. Innerlich habe ich schon längst abgeschlossen. Es hat nur etwas gedauert, bis ich das bemerkt habe.
</p>
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		<title>Meine Liebe mit der Zeit verliert sich</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Apr 2008 21:42:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
	<category>ZEITzeuge</category>
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		<description><![CDATA[In den letzten fast fünfzehn Jahren habe ich vielleicht ein oder zwei Ausgaben der Wochenzeitung Die Zeit verpasst. Das ist eine lange Zeit und zeugt von einer großen Liebe. Nur wenige können das nachfühlen. Fragt man diese jedoch, was sich in die Erinnerung gebrannt hat, dann wird eine Antwort immer wieder fallen: Die Abschaffung der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten fast fünfzehn Jahren habe ich vielleicht ein oder zwei Ausgaben der Wochenzeitung Die Zeit verpasst. Das ist eine lange Zeit und zeugt von einer großen Liebe. Nur wenige können das nachfühlen. Fragt man diese jedoch, was sich in die Erinnerung gebrannt hat, dann wird eine Antwort immer wieder fallen: Die Abschaffung der Linien, Gestaltung durch Weißraum. 2008 sind die Linien zurück.</p>
<p>Als ich in die zehnte Klasse ging, lehrte Doktor Hohmann im Geschichtsunterricht, dass Frauen Zeitungen immer von hinten beginnen zu lesen: &#8220;Sie wissen schon, da stehen zuerst die Todesanzeigen.&#8221; Eine Zote. Dennoch habe ich gelernt: Man muss nicht vorne anfangen. Eine Zeitung zu lesen, ist kein Pflicht, sondern ein Vergnügen. Lange verschlang ich zuerst das Moderne Leben. Das Moderne Leben!</p>
<p><span class="centeralign"><img src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/zeit_linien.jpg" /><br />Schaut euch nur die Seitenzahl an. Macht man das heute so? Muss Die Zeit das so machen?</span></p>
<p><a id="more-981"></a></p>
<p>In diesem Schuljahr unterrichtete Hubertus Vogt Politik. Marx, Lenin, DDR. Damit wir wussten, womit wir es zu tun hatten. Ein westdeutscher Lehrplan der Vorwendezeit. Immer wieder brachte er Zeitungsausschnitte mit. Oft waren es Artikel aus der Zeit. Eines Tages sagte auch er einen solchen Satz. Sinngemäß: Wenn ihr wissen wollt, was in der Welt passiert, lest Die Zeit. Meine Eltern teilten sich mit dem Nachbarn das Westfälische Volksblatt.</p>
<p>Einige Wochen lang kaufte ich mir Die Zeit und legte sie auf einen Stapel. Ich war einfach noch nicht reif dafür. Aber ein paar Jahre später traf ich Herrn Vogt mit einer Schulklasse im Zug. Sie kamen gerade aus Weimar. Ich hätte gerade Die Zeit abonniert und erinnerte ihn an seine Empfehlung. &#8220;Schade, da gab es gerade eine gute Prämie.&#8221; Dann stieg er aus.</p>
<p>Als ich heute mittag das Buch Chancen aufschlug, nun ja, die Seiten überfliege ich meist, um zu den Zeitläuften zu gelangen und mich dort zu vertiefen, da realisierte ich nur sehr langsam, dass etwas anders war. Die Typografie. Da waren andere Schriften. Solche Momente können begeistern: Keine Linien! Weißraum! Doch wenn das Vertraute dem Befremden weicht, dann kann die Liebe auch knacken, als wäre sie ein Gebälk.</p>
<p>Auf Seite 1 schreibt endlich Giovanni di Lorenzo, als Chefredakteur offensichtlich ein echt coole Sau, die es nicht nötig hat, regelmäßig im eigenen Blatt zu schreiben. Weniger ist da mehr. Wobei er im Fernsehen (er moderiert die Talkshow drei nach neun) beim Vortrag seiner Fragen vom Zettel sich so in den eigenen Intellekt verliebt gibt, dass es amüsiert. Ein bisschen Fremdscham ist allerdings auch dabei.</p>
<p>Er schreibt: &#8220;Die Zeit stellt ihr Erscheinungsbild von heute an nicht auf den Kopf, aber sie entwickelt es weiter. Mit einem veränderten Aufbau der Seiten und vielen neuen Kolumnen wollen Redaktion und Art-Direktion (Gestaltung: Mirko Borsche und Haika Hinze) die Leser vor allem besser durchs Blatt führen. Und auf den Seiten 12 und 13 findet sich etwas ganz Neues: Künftig hat die Zeit jede Woche zwei Meinungsseiten.&#8221;</p>
<p>Die zwei Meinungsseiten hatte ich als solche nicht erkannt. Die demonstrativen E-Mail-Adressen auf Seite 2 (heute ausnahmsweise die Seite 4) habe ich mit einem Heben der Augenbraue quittiert. Ich blätterte noch ein wenig in der Zeit herum. Dann sprang mir auch die eine oder andere Linie ins Gesicht. Die gedruckte Zeit wird bald genauso hässlich sein wie Zeit online.
</p>
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		<title>Die Zeit trommelt für Naumann</title>
		<link>http://www.netzausfall.de/2008/02/21/die-zeit-trommelt-fuer-naumann/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 20:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
	<category>Journaille</category>
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
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		<description><![CDATA[Irgendwann musste die Zeit ja über den Wahlkampf ihres beurlaubten Herausgebers reden. Michael Naumann kandidiert für die SPD in Hamburg. Am Sonntag wird gewählt. Keine leichte Aufgabe. Aber anscheinend möchte die Zeit ihren Herausgeber wegloben. Ein Stück wie bestellt.

&#8220;Hier ist er&#8221;, brüllt jemand ins Mikrofon, &#8220;Hamburgs nächster Bürgermeister!&#8221; Michael Naumann macht einen Satz hinauf, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann musste die Zeit ja über den Wahlkampf ihres beurlaubten Herausgebers reden. Michael Naumann kandidiert für die SPD in Hamburg. Am Sonntag wird gewählt. Keine leichte Aufgabe. Aber anscheinend möchte die Zeit ihren Herausgeber wegloben. Ein Stück wie bestellt.</p>
<ul>
<li>&#8220;Hier ist er&#8221;, brüllt jemand ins Mikrofon, &#8220;Hamburgs nächster Bürgermeister!&#8221; Michael Naumann macht einen Satz hinauf, dann steht auf der großen Bühne im Licht.</li>
<li>Er hat in seinem Leben reichlich Lob abbekommen, er steckt das gut weg.</li>
<li>Mit Schutzhelm ist der Schöngeist nun unterwegs auf U-Bahn-Baustellen, der Kenner amerikanischer Lyrik kämpft sich jetzt durch die Prosa der Kommunalpolitik.</li>
<li>Großkalibrige Sachen reizen Naumann, ein Bürgermeisterjob war noch nicht dabei.</li>
<li>Die Reden des Herausforderers sind plötzlich weniger kompliziert, nicht mehr ganz so analytisch, statt klassischer Zitate mehr Herz, mehr Mitgefühl.</li>
<li>Da ahnt man, dass das ein Mann mit Leidenschaften ist und auch mit Obsessionen.</li>
<li>Er hat die Stimmung gedreht, die Verachtung für die Genossen in der Stadt weggezaubert.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.zeit.de/2008/09/Portrait-Naumann" target="_blank">Hanns Bruno Kammertöns, Unordnung und spätes Leid, Die Zeit, 21. Februar 2008, S. 6</a></p>
<p><a id="more-951"></a></p>
<p>Jeden Hauch einer Kritik kann man getrost als Feigenblatt abtun. Auch im Bericht über Ole von Beust, eine Seite weiter, finden sich diese. Aber &#8220;nett&#8221; ist bekanntlich die kleine Schwester von scheiße. So war es dann wohl auch gemeint.</p>
<ul>
<li>&#8230; das Phänomen, dass da einer regiert, ein Christdemokrat in einer sozialdemokratisch geprägten Stadt, der Entscheidungen trifft, die andere das Amt kosten würden, der Krankenhäuser privatisiert, Studiengebühren erhebt und sich eigenmächtig über Volksentscheide hinwegsetzt &#8230;
</li>
<li>Politiker trifft Bürger - die Situation ist durch und durch arrangiert und könnte sehr leicht sehr peinlich werden.</li>
<li>Doch je näher man herankommt, je häufiger man von Beust in diesem Wahlkampf zuhört, je länger man ihn auf seinem täglichen Gang über die Hamburger Wochenmärkte begleitet, desto schwerer fällt es zu sagen, wofür er streitet.</li>
<li>Das Unbestimmte, das seinen Besuch in Jenfeld auszeichnete, ist immer da.</li>
<li>Er weicht nicht aus, das nicht. Aber man wird den Eindruck nicht los, als müsse der Politiker von Beust zur Politik häufig erst gezwungen werden.</li>
<li>Ist das noch überparteilich oder bereits unpolitisch?</li>
<li>Es wäre der maximale politische Ausgang eines fast politikfreien Wahlkampfs.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.zeit.de/2008/09/Portrait-von-Beust" target="_blank">Matthias Krupa, Bekenntnisse eines Unpolitischen, Die Zeit, 21. Februar 2008, S. 7</a></p>
<p>Ebenfalls merkwürdig ist der Umstand, dass beide Autoren ihren Kandidaten zu einem Wahlkampfauftritt in Jenfeld begleitet haben und es dabei ums Essen ging. Aber so ist das nun einmal in der Lokalredaktion. Auch die Bildauswahl - in der gedruckten Zeit wie auch online - unterstützt den gesamten Eindruck einer Schieflage. Meiner Meinung nach gewinnt Michael Naumann, wenn er die Wahl verliert. Und die Zeit auch. Nach so einem Tendenzgeschmiere haben die ihn dringend nötig.</p>
<p>Ich mag weder die Welt noch Benjamin Stuckrad-Barre, aber was er dort <a href="http://www.welt.de/politik/article1701377/Naumann_will_alles_sein__nur_kein_Verlierer.html" target="_blank">über Michael Naumann</a> geschrieben hat, liest sich ganz anders.
</p>
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		<title>Verständlich</title>
		<link>http://www.netzausfall.de/2008/01/10/verstaendlich/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jan 2008 10:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wenn ich mir die Linux-Artikel in der c&#8217;t anschaue (zum Beispiel: Reisenetz, Handys und Datenkarten für die Internet-Einwahl unter Linux nutzen in der aktuellen c&#8217;t 2008, Heft 2) und im vierten Absatz bereits lese &#8220;Der Befehl hcitool scan liefert Ihnen eine Liste aller in der Umgebung gefundenen Bluetooth-Geräte mit MAC-Adresse Ihres Handys&#8221;, dann ist mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich mir die Linux-Artikel in der c&#8217;t anschaue (zum Beispiel: Reisenetz, Handys und Datenkarten für die Internet-Einwahl unter Linux nutzen in der aktuellen c&#8217;t 2008, Heft 2) und im vierten Absatz bereits lese &#8220;Der Befehl <i>hcitool scan</i> liefert Ihnen eine Liste aller in der Umgebung gefundenen Bluetooth-Geräte mit MAC-Adresse Ihres Handys&#8221;, dann ist mir klar, warum derjenige, der sich die c&#8217;t kauft, um sich eine neue Grafikkkarte zuzulegen, nie auf Linux umsteigen wird.</p>
<p>Was die potentiellen Umsteiger wollen, ist ein Artikel, der ihnen sagt: Dieses Programm brauchst du. Klick auf diesen Knopf, um es herunterzuladen. Ändere an der Grundeinstellung diese drei Punkte. Nutze es, ohne dich jemals wieder darum kümmern zu müssen, wie du es auf den Rechner bekommen und konfiguriert hast.
</p>
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		<title>Über die Vergänglichkeit der Liebe</title>
		<link>http://www.netzausfall.de/2007/10/31/ueber-die-vergaenglichkeit-der-liebe/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Oct 2007 10:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Martenstein finde ich toll. Mein Problem ist nur, dass ich alle seine Zeit-Kolumnen schon zu kennen scheine. Auch die ungeschriebenen. Wenn ich donnerstags das Leben in der Zeit aufschlage, denke ich, wenn ich zum ersten Mal Martenstein lesen würde, ich wäre begeistert. Doch hört sich an wie letzte Woche. 
Martenstein-Kolumnen sind irgendwie alle gleich: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martenstein finde ich toll. Mein Problem ist nur, dass ich alle seine Zeit-Kolumnen schon zu kennen scheine. Auch die ungeschriebenen. Wenn ich donnerstags das <a href="http://www.zeit.de/leben/leben-magazin/index" target="_blank">Leben</a> in der Zeit aufschlage, denke ich, wenn ich zum ersten Mal Martenstein lesen würde, ich wäre begeistert. Doch hört sich an wie letzte Woche. </p>
<p>Martenstein-Kolumnen sind irgendwie alle gleich: Die Zeit hat ihm ein Thema geschickt, hier improvisiere ich mal, die Leere. Leer ist auch eine Stadt in Ostfriesland. Dann erzählt er, wie herzlich unausgefüllt seine Kindheitsurlaube an der Nordsee waren. Zum Schluss führt er beide Themen wieder zusammen: Martenstein in Ostfriesland, das ist Leere.</p>
<p><a id="more-858"></a></p>
<p>Einige Dinge, einige Autoren, sind nur für eine bestimmte Zeit gemacht, für ein bestimmtes Lebensalter.</p>
<p>Als die Freunde auf dem Schulhof sich die Spex zusteckten, habe ich die <a href="http://www.netzausfall.de/2006/12/08/gemach-gemach-die-tempo-ist-da/">Tempo</a> abonniert. Keine schlechte Zeit. Ich fuhr nach Hannover ins Wilhelm-Busch-Museum und sah eine Ausstellung von <a href="http://www.ralphsteadman.com/" target="_blank">Ralph Steadman</a>. Ich kaufte mir meinen ersten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Genzmer" target="_blank">Herbert Genzmer</a>: Freitagabend. Die Liebe zu Steadman und Genzmer ist geblieben. Die Tempo, nun ja, habe ich abbestellt. Schon lange ist sie eingestellt.</p>
<p>Danach abonnierte ich den Spiegel. Meine Eltern lasen nur das Westfälische Volksblatt. Als ich dort auszog, bestellte ich auch den Spiegel wieder ab. Seitdem habe ich höchstens zwei, drei Ausgaben der Zeit verpasst. Eine Liebe, die in meinem Leben mitwächst. Ich möchte die Zeit nicht missen.</p>
<p>Ein ehemaliger Freund hat es mal auf den Punkt gebracht. Ich erschien zu einem Treffen, da war ich Mitte zwanzig mit Hermann Hesses Steppenwolf unter dem Arm. Sein Kommentar: Bist du nicht langsam zu alt dafür? Sorry, Harald, ich mache jetzt schluss. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Du mir nicht. Und ich dir an dieser Stelle auch nichts mehr.
</p>
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		<item>
		<title>Lohnt sich der Paid-Content der Zeit?</title>
		<link>http://www.netzausfall.de/2007/08/10/lohnt-sich-der-paid-content-der-zeit/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2007 07:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Der erste Nachbar, der das Haus verlässt, so hoffe ich, legt die Zeitungen ins Treppenhaus. Als ich gestern die Treppe hinunterstieg, gar nicht einmal so spät, lag dort die Zeit - plitschplatschnass. Regenstimmung auch bei mir. Mit spitzen Fingern trug ich das nasse Etwas in meine Wohnung, an der einzigen trockenen Ecke hochhaltend - dort, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Nachbar, der das Haus verlässt, so hoffe ich, legt die Zeitungen ins Treppenhaus. Als ich gestern die Treppe hinunterstieg, gar nicht einmal so spät, lag dort die Zeit - plitschplatschnass. Regenstimmung auch bei mir. Mit spitzen Fingern trug ich das nasse Etwas in meine Wohnung, an der einzigen trockenen Ecke hochhaltend - dort, wo steht, was das Ganze wert ist: drei Euro und zwanzig Cent.</p>
<p><span class="centeralign"><img src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/zeit_aufmacher.jpg" /><br />Das doppelte Aufmacherchen</span></p>
<p><a id="more-790"></a></p>
<p>Das erste Mal ist das nicht passiert. Und als ich oben feststellte, dass das Zeit-Magazin Leben fehlte, da war auch das nicht das erste Mal. Mein Vermieter wird dennoch nicht in neue Hausbriefkästen investieren. <a href="http://www.netzausfall.de/2007/07/26/die-zeit-auf-dem-bildschirm/">Ich dagegen setzte mich wieder einmal an den Rechner.</a> Und hoppla: Dort sieht die Zeit aber anders aus. Eine junge Dame hält eine rote Fahne hoch. Bei mir gießt eine Hand rote Farbe über Deutschland. Die gleiche Überschrift.</p>
<p>Man kennt das vom Wahlabend. Jedes Mal, wenn eine neue Hochrechnung erscheint, wird die Druckerpresse gestoppt und ein Aufmacher mit der neuen Grafik geschnipselt. Gab es nicht 2002 Zeitungen, die Herrn Stoiber als Bundeskanzler ausriefen? Warum sollte die Zeit so etwas machen? Meines Wissens ist Redaktionsschluss am Dienstag. Regelmäßig lese ich am Donnerstag Geschichten, die schon längst überholt sind. Who cares?</p>
<p>Ich überlege ernsthaft, mein Printabo zu kündigen und <a href="http://premium.zeit.de/" target="_blank">die Zeit nur noch am Bildschirm zu lesen</a>. Dummerweise wandert der große Bildschirm diese Woche ins Büro, daheim bleibt der kleine 14-Zoll-Laptop. Dort  passt das PDF in einer 100-Prozent-Auflösung nicht wirklich drauf. Wenn ich aber 90 Euro Abogebühr im Jahr spare, lohnt sich irgendwann auch ein neuer Monitor.</p>
<p>Lange habe ich die Zeit als Religionsersatz bezeichnet, um auszudrücken, wie emotional ich an die Zeitung gebunden bin. Seit 1992 bin ich treuer Leser, habe seitdem vielleicht zwei Ausgaben verpasst. Und nun? Ich denke in Preis-Leistungs-Kategorien.</p>
<p>Die Dame mit der roten Fahne bebildert die Titelgeschichte &#8220;Deutschland rückt nach links&#8221;. Drei Seiten Sommerlochbefüllung, doch das ist nicht Punkt. Mir hat gefallen, dass die Zeit - ich glaube mit dem Antritt Giovanni di Lorenzos als Chefredakteur - sich Themenschwerpunkte für jede Ausgabe setzt. Mal interessiert mich das Thema, mal nicht. Das ist okay so. &#8220;Deutschland rückt nach links&#8221; ist ein Thema, das mich persönlich angeht. Dennoch kam ich in keinem Artikel über den zweiten, dritten Absatz hinaus. Gähn. Da lese ich doch lieber über den neuen Feminismus, die neue Männlichkeit und das neue Familienbild der CDU.</p>
<p>Die Preis-Leistung-Überlegung beschränkt sich nicht nur auf die Zeit. Ich finde die Entwicklung der letzten Jahre gut. Aber es gibt preiswerte Alternativen. Die erste Alternative ist der 22-Zoll-Bildschirm in Verbindung mit der PDF-Zeit. Die zweite Alternative ist <a href="http://www.zeit.de" target="_blank">Zeit online</a>, viele Artikel erscheinen nämlich auch dort, im frei zugänglichen Teil. Angesichts einer unübersichtlichen Website muss man nur etwas suchen oder akzeptieren, dass der RSS-Reader ein wenig mit Links zu Bildergalerien zusgespammt wird. Die dritte Alternative ist eigentlich schon die zweite. Die Lektüre von Zeit online wird im Feedreader durch weitere Quellen ergänzt.
</p>
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		<title>Die Zeit auf dem Bildschirm</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 08:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Ich wohne direkt neben dem Haribowerk. Strecke ich die Nase zum Fenster raus, riecht es nach Lakritze. In dieser Straße leben Arbeiter neben Hausbesitzern mit Stuckerhaltungstrieb. Gehe ich hier spazieren, läuft mir schon mal Kai-Uwe Ricke über den Weg. Dieser Ort hat drei Bäcker, einen Haushaltswarenladen, eine Drogerie und einen Juwelier. Gleich neben dem Aldi.
Passt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wohne direkt neben dem Haribowerk. Strecke ich die Nase zum Fenster raus, riecht es nach Lakritze. In dieser Straße leben Arbeiter neben Hausbesitzern mit Stuckerhaltungstrieb. Gehe ich hier spazieren, läuft mir schon mal Kai-Uwe Ricke <a href="http://www.netzausfall.de/2006/12/22/kurios/">über den Weg</a>. Dieser Ort hat drei Bäcker, einen Haushaltswarenladen, eine Drogerie und einen Juwelier. Gleich neben dem Aldi.</p>
<p><span class="centeralign"><img src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/zeit_bildschirm.jpg" /><br />Passt doch. Und kostet weniger</span></p>
<p><a id="more-780"></a></p>
<p>Seitdem die Zeit nicht mehr vom Postboten gebracht wird, liegt sie frühmorgens auf dem Tritt vor der Haustür. Mein Briefkasten ist einfach zu klein dafür. Manchmal legt ein freundlicher Nachbar sie ins Haus auf die Treppe, manchmal ist sie aber auch weg. So wie heute.</p>
<p>Ich habe mal am Postschalter nachgefragt, ob noch ein Postfach frei sei. &#8220;Es wird immer mal wieder eines frei.&#8221; Dann blickte der Mann mich an: &#8220;Es gibt da eine Liste. Am besten Sie fragen immer mal wieder nach.&#8221; Ich bezweifel, dass die Zeit wirklich in so ein kleines Fach gepasst hätte.</p>
<p>Das <a href="http://www.netzausfall.de/2006/06/14/die-zeit-so-duenn/">E-Paper</a> habe <a href="http://www.netzausfall.de/2006/06/20/die-zeit-kommste-heute-nicht-kommste-morgen-nicht-lieste-das-e-paper/">ich</a> des <a href="http://www.netzausfall.de/2006/11/03/die-zeit-kam-zu-spaet/">öfteren</a> schon <a href="http://www.netzausfall.de/2006/11/23/heute-ist-wieder-e-paper-tag/">gelesen</a>. Auf meinem neuen 22-Zoll-Monitor macht sich das bestimmt gut. Vielleicht sollte ich einfach mein Papierabo abbestellen und ganz zur elektronischen Version wechseln. 156,9 MB ist sie heute schwer. Das sieht nach wenig aus, fühlt sich aber anders an: &#8220;21.6 von 156.9 MB bei 240 KB/sek; 09:23 verbleibend&#8221;. Da bin ich inzwischen fünfmal die Treppe runter und wieder hoch gelaufen.</p>
<p>Warum wurde mir die Zeit gerade in dieser Woche geklaut? Morgen werde ich für ein paar Stunden im Zug sitzen. Wie ich mich darauf gefreut habe, in der Zeit zu schmökern. Das hat Stil! Stattdessen werde ich dort mit einem 15-Zoll-Laptop sitzen, dessen Bildschirm bereits Altersflecken hat. Das PDF muss ich stückchenweise über das Display schieben oder auf 70 Prozent skalieren. Hoffentlich reicht der Akku.</p>
<p>Für 30 Euro im Halbjahr würde ich Zugriff auf den Premiumbereich von Zeit Online erhalten, dort lade ich auch gerade die Zeit im PDF-Format herunter. Als Printabonnent habe ich freien Zugriff darauf, <i>all inclusive</i>, zahle aber auch knapp 75 Euro im selben Zeitraum, also mehr als das Doppelte. Da lohnt sich doch fast der Umstieg.
</p>
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		<title>Einmal werden wir noch wach&#8230;</title>
		<link>http://www.netzausfall.de/2007/07/21/einmal-werden-wir-noch-wach/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jul 2007 23:45:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven Wagenhöfer</dc:creator>
		
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
	<category>Wem gehört's?</category>
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		<description><![CDATA[Endlich. Morgen ist es soweit - der neue Harry Potter wird geliefert werden. Oder soll es zumindest. Ich hoffe ja, dass der Postbote es rechtzeitig hier ins Kaff schafft und nicht erst seine große Runde durch Bonn oder Köln drehen muss, und wie üblich die Pakete erst nachmittags abliefert. Natürlich hätte ich auch schon vorher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich. Morgen ist es soweit - der neue Harry Potter wird geliefert werden. Oder soll es zumindest. Ich hoffe ja, dass der Postbote es rechtzeitig hier ins Kaff schafft und nicht erst seine große Runde durch Bonn oder Köln drehen muss, und wie üblich die Pakete erst nachmittags abliefert. Natürlich hätte ich auch schon vorher <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/92882/" target="_blank">reinlesen können</a> - aber will man das denn? Ne, nicht wirklich.</p>
<p><span class="centeralign"><img id="image774" src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/harrypotterpost.jpg" alt="Irgendwo da drin isser, der Harry" /><br />Irgendwo da drin isser, der Harry (Bild: aboutpixel.de)</span></p>
<p><a id="more-775"></a></p>
<p>Ich kann diesen E-Book-Hype nicht wirklich verstehen. Ob ich jetzt ein paar Tage früher erfahre, wer wie wo stirbt, ob Sirius zurückkehrt und was sich hinter den Initialen R.A.B. verbirgt, ist doch eher irrelevant. Bevor ich mich mit irgendwelchen abfotografierten Versionen vor den Rechner sitze, verbringe ich doch lieber den ganzen (freigenommenen) Tag mit dem Buch. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin, der lieber im Buchform-Potter blättert. Beim Essen, auf dem Balkon und abends noch ein bisschen schmökern im Bett. Wenn Schatzi nicht gerade schmusen will - das hat natürlich Vorrang, auch vor Harry.</p>
<p>Genauso geht es mir mit den Filmen, um die die <a href="http://www.golem.de/0707/53520.html" target="_blank">GVU</a> so einen Wirbel verbreitet. Statt Crap-Qualität auf dem hochauflösenden Monitor zu betrachten, waren wir letzten Dienstag für 5,90 im Kinopolis in Bonn - nothing beats the big screen! Kollege Giesecke wurde dank der Filme übrigens auch mit dem Potter-Fieber angesteckt. Nachdem die Durststrecke der ersten beiden überwunden war und Teil drei und vier ihm so richtig gefallen haben, hat er sich sogar auf &#8220;Order of the Phoenix&#8221; gefreut. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. </p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> 11 Uhr und 12 Minuten - endlich ist der Postbote da. Cool, das Paket ist genau an das Buch angepasst. Nur so lässt sich wohl die logistische Meisterleistung vollbringen, soviele Potters auszuliefern. Der Mann in Gelb meinte, er wäre wohl bis heute abend beschäftigt, alle Bücher auszuliefern. Ob er selbst Potter liest, habe ich nicht gefragt. Denn ich stürze mich selbst gleich auf den 600-Seiten-Band. Allen anderen, die auch ihren &#8220;Potter&#8221; bekommen haben, wünsche ich viel Spass beim Lesen!</p>
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		<title>Mehr Platz für Martenstein</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 09:02:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
	<category>ZEITzeuge</category>
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		<description><![CDATA[Soso. Ich habe es ja gesagt. *Rechthabezeigefinger heb* Der Martenstein braucht mehr Platz. War er bisher zwischen einer viertel Doppelseite Werbung und einer halben Doppelseite noch mehr Werbung eingeklemmt, so erscheint er nun auf einer ganzen Seite für sich allein. Man muss nur die Verbraucherhinweise auf der rechten Hälfte nach hinten knicken. Der geübte Zeitleser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soso. <a href="http://www.netzausfall.de/2007/05/24/das-neue-zeitmagazin/">Ich habe es ja gesagt.</a> *Rechthabezeigefinger heb* Der <a href="http://www.zeit.de/2007/26/Martenstein" target="_blank">Martenstein</a> braucht mehr Platz. War er bisher zwischen einer viertel Doppelseite Werbung und einer halben Doppelseite noch mehr Werbung eingeklemmt, so erscheint er nun auf einer ganzen Seite für sich allein. Man muss nur die Verbraucherhinweise auf der rechten Hälfte nach hinten knicken. Der geübte Zeitleser weiß, wie so etwas geht. Schon hat man Martenstein pur. Dennoch frage ich mich, ob er auch mehr Zeilen erhalten hat. Ich bin aber gerade zu faul, das nachzuzählen.</p>
<p><span class="centeralign"><img src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/zeitmagazin_martenstein.jpg" alt="Mehr Platz für Martenstein" /><br />Jetzt noch ein wenig die weißen Ränder füllen</span></p>
<p><a id="more-743"></a></p>
<p>Wobei ein paar Zeilen Text mehr im Zeitmagazin auch auf Martensteins Konto ein paar Nullen mehr bedeutet hätte, worauf dieser sich bestimmt mit etwas mehr was auch immer ans Schreiben gesetzt hätte. Die Schnurrbartgeschichte war, nun ja, sagen wir mal, ein wenig ungedopt. Hätte Herr Martenstein aber mehr Zeilen gehabt, dann wäre er sicherlich noch vom Schnurrbart zur wesentlich volkstümlicheren Schamhaarfrisur gekommen. Das hätte ich dann doch gerne gelesen, liebe Zeitmacher.
</p>
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		<title>Das neue ZEITmagazin</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2007 13:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Giesecke</dc:creator>
		
	<category>Aus der Druckerpresse</category>
	<category>ZEITzeuge</category>
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		<description><![CDATA[Ich bin darauf hineingefallen. Das doppelte Titelblatt des neuen ZEITmagazins, ich habe es nicht verstanden. Ein mir unbekannter Mann schaut mich an, darunter steht: &#8220;Kennen wir uns nicht?&#8221; Auf der zweiten ersten Seite ist Günter Wallraff abgebildet. Erst der Text hat mich aufgeklärt. Gleich zu Beginn eine gelungene Überraschung? Vielleicht. Auch wegen der netten Anspielung: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin darauf hineingefallen. Das doppelte Titelblatt des neuen ZEITmagazins, ich habe es nicht verstanden. Ein mir unbekannter Mann schaut mich an, darunter steht: &#8220;Kennen wir uns nicht?&#8221; Auf der zweiten ersten Seite ist Günter Wallraff abgebildet. Erst der Text hat mich aufgeklärt. Gleich zu Beginn eine gelungene Überraschung? Vielleicht. Auch wegen der netten Anspielung: &#8220;Kennen wir uns nicht?&#8221; Das ZEITmagazin hat es früher schon gegeben. Wer lange genug dabei ist, kennt es.</p>
<p><span class="centeralign"><img src="http://www.netzausfall.de/wp-content/uploads/zeitmagazin.jpg" alt="Die Zeit und das neue ZEITmagazin" /><br />Die Zeit und ihr Magazin: Sieht anders aus, ist auch anders.</span></p>
<p><a id="more-724"></a></p>
<p>Offiziell heißt es &#8220;ZEITmagazin LEBEN&#8221;. Ein kleines &#8220;ZEITmagazin&#8221; und ein großes &#8220;Leben&#8221; stehen auf dem Titel. Doch das blasse &#8220;Leben&#8221; setzt sich vom Hintergrund kaum ab und wird zudem vom Herrn auf dem Titel teilweise verdeckt. Was ins Auge sticht, ist das alte &#8220;ZEITmagazin&#8221;. Die Botschaft ist klar: &#8220;Kennen wir uns nicht?&#8221; Na klar! Das ZEITmagazin ist endlich wieder da.</p>
<p>Auch ich bin mit dem alten ZEITmagazin aufgewachsen. Wer darin oder darüber schreibt, trägt diesen Satz gerne vor sich her. Offensichtlich mit ein wenig Verklärung aufgeschrieben, denn ich scheine der einzige gewesen zu sein, der damals froh war, als das &#8220;Leben&#8221; das ZEITmagazin ablöste. Zum Aufwachsen gehört schließlich auch, dass man etwas hinter sich lässt.</p>
<p>Diese scheinheilige Nostalgie verschweigt, dass das &#8220;Leben&#8221; zwei Wurzeln hatte: Neben dem alten ZEITmagazin gab es auch noch das &#8220;Moderne Leben&#8221;. Und dem ähnelte das damals neue &#8220;Leben&#8221; viel mehr. Das alte ZEITmagazin war nicht nur am bösen Kapitalismus gescheitert (die fehlenden Werbeeinnahmen), sondern eben auch am Konzept.</p>
<p>Das Leben wurde damals für junge Leute gemacht. Als Gegengewicht (oder Ergänzung) zum Feuilleton. Heute gibt es den Zünder im Internet. Und das neue ZEITmagazin? Der gekürzte, aber geniale Martenstein erscheint zwischen Bree-Taschen und einer ganzen Seite Edeka. Die Aufmachergeschichte stammt vom Fossil Günter Wallraf. Weiter hinten im Heft findet sich ein mehrseitiges Interview mit Josef Ackermann. Wer möchte denn so etwas lesen? Wenn man jung ist?</p>
<p>Die Kontaktanzeigen für Nicht-Onliner finden sich genauso im neuen ZEITmagazin wie ein paar Zeilen über Botox. Das Heftchen ist für eine werberelevante Zielgruppe im gehobenen Alter gemacht, die auf die Frage &#8220;Kennen wir uns nicht?&#8221; mit einem doppelten Ja antworten kann. Und nun verstehe ich auch den Helmut-Schmidt-sei-bei-uns auf der letzten Seite.</p>
<p>Ich mag keine Magazine. Magazine sind etwas für Leute, die eine Zeitschrift abonnieren, weil sie ihnen so unwichtig ist, dass sie vergessen würden, diese regelmäßig zu kaufen. Dann wird für eine Viertelstunde darin geblättert, anschließend landet sie zu Dekozwecken in einem Ikeakorb, der am anderen Ende des Sofas steht. Oder auf der Ablage neben dem Klo. In Magazinen stehen Sätze wie &#8220;Das männliche Gedächtnis speichert offenbar anderes als das weibliche. Felix und ich erinnerten uns, wie wir Hannah und Imke zum ersten Mal sahen&#8221; (S.30).
</p>
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