Typisch deutsch
30. Juni 2008, 11.37 Uhr von Peter GieseckeWenn die deutsche Fußball-Nationalmannschaft so spielt, wie sie eigentlich immer schon gespielt hat, dann schreiben die Journalisten auch, wie sie schon immer geschrieben haben.
Zeit online:
Jens Lehmann (2+)
Philipp Lahm (5)
Christoph Metzelder (5)
Per Mertesacker (5-)
Arne Friedrich (3-)
Torsten Frings (3-)
Michael Ballack (5+)
Thomas Hitzlsperger (4-)
Lukas Podolski (5)
Bastian Schweinsteiger (4)
Miroslav Klose (3-)
Marcell Jansen (3)
Kevin Kuranyi (6)
Welt online mit einer Bildergalerie ohne Bilder (was auch immer das soll). Hier bekommt Ballack immerhin eine 4. Bei Focus online und St. Spon ist man noch in der E-Jugend, pardon, in der Grundschule. Da musste Frau Lehrerin sich um einen Text bemühen, der sich jedesmal anders anhört, obwohl doch nur das Gleiche drinsteht.
» Weiterlesen (2 Kommentare)Texte, Links und Hypertexte
27. Juni 2008, 10.18 Uhr von Peter GieseckeVor einer Woche hat Burkhard Schröder auf Telepolis eine Gebrauchsanleitung für die Produktion von Hypertexten veröffentlicht: Project Xanadu, reloaded. Der Text ist ihm zu lang geraten. Die Fragestellung ist aber die richtige: “Was ist und zu welchem Ende betreiben wir Online-Journalismus?”. Eine aus der Hüfte geschossene Antwort meinerseits: Online ist kurz und knackig. Gerade das sind seine Ausführungen aber nicht.
Textlänge und gute Schreibe sind aber auch nicht sein Thema, sondern: “Wie setzt man Links, warum und wohin?”. Inhaltlich sehr empfehlenswert, gespickt mit sehr guten Beispiele aus der Praxis. Genauso wie er bin ich ein Verfechter des Hypertextes. Der Link gehört in den Text, sodass man an einer solchen Stelle entscheiden kann, ob man die Zusatzquelle hinter dem Link kurz anliest, ganz zu ihr wechselt oder sie doch überspringt. Der Leser ist Herr über den Lesefluss und entscheidet, was und wie er einen Text, pardon, einen Hypertext liest.
» Weiterlesen (Keine Kommentare)Fußball-Journalismus
13. Juni 2008, 15.43 Uhr von Peter GieseckeIch weiss zur Stunde nicht, was Jogi Löw seinen Spielern sagen wird, aber ich kann mir denken, …
Zur Stunde nicht? Wann dann?
Und denken kann ich mir auch so einiges.
» Weiterlesen (Keine Kommentare)Meldung machen!
9. Juni 2008, 15.11 Uhr von Peter GieseckeHat früher eigentlich auch in der Zeitung gestanden, dass Herr Meier auf’m Schützenfest morgens um vier vor aller Leute im Bierzelt hinausposaunt hat, dass er seine Frau verprügeln wird, wenn er sie zusammen mit Herrn Müller im Heu erwischt? Hat das dann jemand dem Herrn Wachtmeister erzählt?

Das musste sofort gemeldet werden
Das Internet ist eine Bahnhofsbuchhandlung
28. Mai 2008, 13.05 Uhr von Peter GieseckeAuf Golem.de gibt es ein Interview mit der ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann zu lesen. Letztlich wird dort nur wiedergekäut, was man woanders schon gelesen hat. Und dann diese Aussage, womit Golem auch aufmacht:
Das Internet gehört nicht nur den Verlegern. Es ist ein Verbreitungsweg, der allen gehört, wo Platz für alle ist.
Richtig. Das Internet ist eine unendlich große Bahnhofsbuchhandlung, wo jeder seine Zeitschrift platzieren darf. Dummerweise haben die Leute aber nur drei Euro in der Tasche, wenn sie den Zeitschriftenladen betreten. Und gekauft wird dann meist das, was nahe der Kasse liegt. Muss ja schnell gehen. Und haben wir schon immer so gemacht.
Was im Internet begrenzt ist, ist die Aufmerksamkeit. Die Zeit, die man dort verbringen kann. Und das hat dann auch wieder etwas mit Geld zu tun, das anderen Verlagen fehlt.
Ceterum censeo: Privatisiert ARD und ZDF und gebt die GEZ-Gebühren arte, Phönix, dem Deutschlandfunk und den Onlineangeboten der Bundeszentrale für politische Bildung.
» Weiterlesen (Keine Kommentare)Dreifache Erlaubnis zum Falschparken
18. Mai 2008, 13.01 Uhr von Peter Giesecke
Aus allen Rohren kommunizieren
Die Augen schließen und sich eine Lebensgeschichte vorstellen, wie man an alle drei Plaketten kommt: Polizeigewerkschaftsaufkleber, Presseschild, Behindertenausweis.
» Weiterlesen (3 Kommentare)Pressestelle nach Diktat verreist
22. April 2008, 10.47 Uhr von Peter GieseckeEs gibt Pressestellen, die machen es schwer, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Ab und zu picke ich mir eine Pressemeldung aus der Pressebox. Die gibt es dort entweder bereits im Volltext, oder man sieht diesen Hinweis: “Pressemitteilung inaktiv. Leider hat die Pressestelle des Herausgebers dieses Firmen-Pressefach noch nicht für den uneingeschränkten Journalisten-Zugriff aktiviert.”
In der Regel reicht es dann, die Website des Unternehmens direkt aufzurufen. Dummerweise haben Pressestellen, die ihre Pressetexte auf vier Zeilen verstümmelt in die Pressebox einstellen, auch die Angewohnheit, die Pressemitteilung mit einigen Tagen Verzögerung auf ihrer Website online zu stellen. Also sucht man nach den Kontaktdaten.
» Weiterlesen (2 Kommentare)Zeit online kommuniziert
16. April 2008, 16.23 Uhr von Peter GieseckeIch weiß nicht, was da wirklich passiert ist. Den Artikel auf Telepolis habe ich nicht gelesen. Das Thema lasse ich generell links liegen (nicht wörtlich gemeint). Da wird meist für die Eingeschworenen geschrieben, also nicht verständlich. Auch sozialdemokratische Abgeordnete, die Briefe an Chefredaktionen schreiben, intressieren mich nicht. So sind sie halt.
Was mich verwundert, ist die Reaktion von Zeit online. Der neue Chefredakteur Wolfgang Blau nimmt Stellung: “In eigener Sache“. Von seinem Vorgänger war man gewohnt, dass er in den Kommentaren einiger Blogs auftauchteunterging. Das eigene Redaktionsblog blieb aber oft unbefüllt. Ich erinnere mich da noch an Twitter-Experimente.
Wolfgang Blau scheint aus dem Redaktionsblog wieder das zu machen, was es eigentlich sollte: Ein Platz für Stellungnahmen in eigener Sache und hoffentlich auch für einen Blick hinter die Kulissen.
» Weiterlesen (Keine Kommentare)An und Ab Werbung
16. April 2008, 9.55 Uhr von Peter GieseckeMein Briefkasten ist meist leer. Das hat zwei Gründe. Ich vermeide es, meine Adresse an jeden Baum zu pinnen, nur weil ich im Preisaufschreiben einen iPod gewinnen kann (bitte das Kleingedruckte beachten). Dann bin ich ein Freund von per E-Mail verschickten Rechnungen. Doch seitdem ich meinen Namen ins Impressum schreiben muss, gibt es auch Leute/Firmen/Marktschreier, die meinen, sich dort bedienen zu können.
Zuerst war Netzausfall dran. LG Europe schickte ein PR-Paket über ein Handy, aber nicht das Handy selbst. Als ob das ausreichen würde, um darüber zu berichten. Dann schickte uns eine aufmerksamkeitsheischende Agentur eine Postkarte. Die schnelle Antwort hat uns wohl mehr davon gebracht als ihnen. Von E-Mails will ich an dieser Stelle gar nicht reden. Aber jetzt ist auch Pocketbrain dran.
» Weiterlesen (7 Kommentare)Germany’s Next Fernsehkritik
6. April 2008, 14.34 Uhr von Peter GieseckeNeulich habe ich gelesen, dass immer mehr Leute dem Fernsehen entsagen. Oder zumindest dem Fernseher in Privatbesitz. Mit Waldorf-Pädagogik hat das allerdings nichts mehr zu tun. Der Medienkonsum hat sich einfach gewandelt. Man hat keine Zeit mehr oder schaut etwas anderes: Websites, DVDs, öffentlich-rechtliches Fernsehen.
Letzens fiel der Satz: “Dafür, dass du keinen Fernseher hast, bist du erstaunlich gut informiert, was dort läuft.” - Ganz einfach, ich lese die Fernsehkritiken auf faz.net und manchmal auch auf Spiegel Online. Man kann sich darauf verlassen - zumindest, dass sie erscheinen. Für die Newsportale scheinen sie immer wichtiger zu werden. Sie sind Klickgaranten.

Wird man vor ihr demnächst mehr sehen?





