Was sind Feeds? Was ist RSS?

Feed-IconAuf diese Fragen gibt es zwei Antworten: Ich könnte jetzt mit technischen Begriffen um mich werfen und eine exakte Definition versuchen, das lasse ich lieber sein. Die spannendere Antwort sagt etwas darüber, wie man das Internet mit anderen Augen sehen kann. Mit einigen Vor- und Nachteilen.

Newsfeeds sind eine Technik, durch die sich die Lesegewohnheiten ändern. Anstatt Tag für Tag (oder Stunde für Stunde) auf der Suche nach neuen Beiträgen eine Liste der Lieblingswebsites durchzuklicken, kann man dies auch einen Feedreader (RSS-Reader) übernehmen lassen. Wenn auf Spiegel Online eine neue Newsmeldung erscheint, kann dies der Reader schon im nächsten Moment anzeigen. Newsfeeds lassen sich wie eine Benachrichtigungs- oder Alert-Funktion nutzen. Mit Feeds lassen sich News abonnieren.

Dies ist ein Vorteil, wenn man Websites im Blick behalten möchte, die sehr viele Meldungen am Tag veröffentlichen. Man bleibt stets auf dem aktuellen Stand. Aber auch Websites mit wenigen, unregelmäßigen Veröffentlichungen verliert man nicht aus den Augen. Feeds können Zeit sparen, weil man keine Websites mehr aufruft, auf denen sich seit dem letzten Besuch nichts verändert hat. Feeds können aber auch Zeit stehlen (wie jede Technik), weil man zu viele abonniert hat und zu viele Meldungen angeboten bekommt.

Welchen Feed-Reader soll ich nehmen?

Man benötigt einen Feed- oder RSS-Reader, der in der Regel genauso einfach zu handhaben ist wie ein E-Mail-Programm. Man kann aber auch Online-Dienste nutzen, ohne etwas auf dem eigenen Rechner installieren zu müssen. Auch das kennt, wer seine E-Mails über einen Webmailer verwaltet. Zu guter Letzt lässt sich ein solcher Freedreader auf einem Server installieren und in die eigene Website einbinden. Der einfachste Einstieg gelingt aber über das E-Mail-Programm (z.B. Thunderbird) oder den Browser (z.B. Firefox) - auch wenn diese Funktion dort gut versteckt ist und anders genannt wird (z.B. Live Bookmarks im Firefox). Es ist ratsam, mehrere Reader auszuprobieren.

Der SharpReader
Der SharpReader mit Look & Feel eines E-Mail-Programms

Wer an mehreren Rechnern arbeitet, freut sich, wenn er nur eine Liste mit Feeds pflegen muss, wenn also die Daten im Netz liegen. Hier ist ein Onlinedienst nützlich, doch die Installation eines Readers auf dem eigenen Server überfordert die meisten Nutzer. Der Nachteil eines Onlinedienstes ist jedoch, dass die Feeds nicht auf Knopfdruck aktualisiert werden (das würde die Kapazitäten sprengen), ein Onlinereader hinkt zeitlich immer etwas hinterher - bei beliebten Angeboten um Minuten, bei nur selten abonnierten Feeds oft auch um Stunden. Wirklich auf dem aktuellen Stand ist man nur mit dem Programm auf dem eigenen Rechner oder mit der Serverinstallation.

Desktop-Reader: SharpReader, Feedreader, Online-Reader: Google Reader, Bloglines, Serverlösungen: lilina, Gregarius, Linksammlungen: Übersicht von Haiko Hebig, Open Directory Project

Wie abonniere ich Newsfeeds?

Voraussetzung ist natürlich, dass die Website, deren News man abonnieren möchte, einen Newsfeed anbietet. Es gibt mehrere Formate, noch mehr Bezeichnungen und einige Logos, in der Regel können die Reader aber mit allen Formaten umgehen. Auch hier gilt: Einfach ausprobieren, es wird schon klappen.

Die üblichen Bezeichnungen (oder Logos), nach denen man eine Website absuchen sollte, sind: RSS, RSS 0.9x, RSS 2.0, RSS-Feed, Feed, Newsfeed, RDF, Atom, XML, News im Abo, Feed-Icon, RSS-Icon oder XML-Icon. Die Dateien mit dem eigentlichen Feed enden mit .xml, .rss oder .rdf. Manchmal lässt sich schlecht erkennen, ob sich hinter einem Link ein Newsfeed oder eine weitere Seite verbirgt. Wir sind nicht besser: www.netzausfall.de/feed/ ist schon die Adresse mit der RSS-Datei, bei anderen Websites gelangt man auf eine Seite, die verschiedene Feeds auflistet. Um eine Verwechslung auszuschließen, haben wir beim Onlinemagazin Pocketbrain dieser Übersichtsseite einen Namen gegeben, der nicht mit einem der Feeds verwechselt werden kann: http://www.pocketbrain.de/newsticker/news-abonnieren.html.

Die Adresse dieser Datei gibt man nun im Feedreader in das vorgesehene Feld ein, und schon hat man den Feed bzw. die Beiträge einer Website abonniert. Das ist genauso einfach, wie einen Newsletter zu abonnieren - nur dass man nicht seine E-Mail-Adresse dafür hergeben muss, denn wer einen Feed anbietet, weiß in der Regel nicht, wer diesen liest.

Ansicht einer RSS-Datei
So erscheint eine RSS-Datei im Browser, URL kopieren und in den Newsreader eingeben