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Die Fon-Alternativen: Freifunk und Sofanet

7. Dezember 2006, 0.28 Uhr von

Ein glücklicher Fonero bin ich geworden. Zuhause zieht mein La Fonera munter Strom, Besucher hatte ich noch keine, und ich selbst habe mich auch noch nicht an einem anderen WLAN-Zugangspunkt eingewählt. Warum also das Ganze? Und musste es unbedingt Fon sein? Es gibt doch auch noch Freifunk und Sofanet. Wäre ich damit besser gefahren?

Die Logos von Sofanet und Freifunk

Mit Freifunk hatte ich schon damals bei onlinekosten.de zu tun. Allerdings aus einer ganz anderen Perspektive. Ich war hauptsächlich daran interessiert, was man macht, wenn die Deutsche Telekom einem keinen T-DSL-Anschluss legen kann oder will. Freifunk hat seine Wurzeln in dem Teil Berlins, in dem die dort verlegten Glasfaser eine ADSL-Nutzung unmöglich machten. Die Grundidee ist, dass sich Nutzer innerhalb einer Nachbarschaft zu einem flächendeckenden WLAN-Netz zusammenschließen. Umso besser, wenn zumindest einer von ihnen seinen Breitband-Internetzugang allen anderen zur Verfügung stellt, Bedingung ist dies allerdings nicht. Freifunk ist sehr techie, für die Aufspielung der Freifunk-Firmware auf den heimischen WLAN-Router ist man selbst zuständig. Bei diesem Gedanken kommt mir auch als Nicht-Freifunker der Angstschweiß.

Vor kurzem geisterte eine neues Angebot von Sofanet durch die Medien, quasi im Huckepack der ganzen Fon.com-Meldungen. Und auch bei uns auf Netzausfall hat sich Sofanet in einem Kommentar zu Wort gemeldet. Sofanet ist so etwas wie Fon, nur in gründlich deutsch. Der Gast baut über den gastgebenden Zugangspunkt, der ein T-DSL-Anschluss sein muss, eine eigene PPPoE-Verbindung auf, alles wird verschlüsselt und erst auf dem Server von Sofanet wieder ausgepackt. Der dort anfallende Traffic wird allerdings berechnet, drei Monate kosten 15 Euro und enthalten sechs Gigabyte. Wer selbst einen Sofanet-Hotspot betreibt, hat zumindest die Chance, sich Freivolumen zu verdienen. Einen richtigen Vorteil für den Hotspot-Betreiber habe ich allerdings noch nicht verstanden.

Auf den ersten Blick machen alle drei (Fon, Freifunk, Sofanet) das Gleiche: Wer selbst der Community Resourcen zur Verfügung stellt, erhält Logindaten, um sich damit an jedem anderen Router innerhalb der Community anzumelden. Auf den zweiten Blick sieht das alles aber schon wieder anders aus.

Verbreitung: Fon hat die meisten Zugangspunkte (auch wenn nicht jeder verschickte Fon-Router online ist), mit großem Abstand gefolgt von Freifunk, Sofanet scheint mehr eine Idee als real zu sein.

Kommerz: Den reinen Graswurzel-Idealismus gibt es nur bei Freifunk, hier wird noch getreu dem Prinzip User-for-User gehandelt. Hinter Fon und Sofanet stehen bereits Unternehmen, die Geld verdienen wollen. Fon.com verschenkte immerhin eine Zeitlang seine Router und ermöglicht es der Masse an Foneros, völlig kostenfrei zu surfen. Sofanet handelt wie ein Provider und nimmt Geld für seine Leistung.

Router: Die für den User einfachste Lösung bietet Fon, der Router wird vorkonfiguriert ins Haus geliefert, das ist idiotensicher. Freifunk liefert nur eine angepasste Firmware für den heimischen Router, den man sich ebenso wie bei Sofanet selbst anschaffen muss. Wer mit der Konfiguration nicht klar kommt, muss letztlich jemanden fragen, der sich damit auskennt.

Der heimische Internetzugang: Freifunk setzt diesen nicht voraus, wohnen genug Freifunker in der Nachbarschaft, geht es auch ohne eigenen Breitband-Internetzugang. Bei Fon und Sofanet ist dieser für den Betrieb eines eigenen Hotspots Voraussetzung, bei Sofanet sogar in der T-DSL-Variante. Für die Nutzung fremder Hotspots kann man bei beiden aber auch zahlen.

Sicherheit: Hier liegt die Stärke von Sofanet, niemand kann lauschen, alles ist verschlüsselt. Bei Fon und Freifunk muss der Nutzer selbst für seine Datensicherheit sorgen. Immerhin hat Fon dafür gesorgt, dass der gastgebende Fonero vor dem Gast geschützt ist.

Fazit: Offensichtlich habe ich mich für Fon entschieden. Der Hauptgrund war sicherlich, dass die anderen nicht genug Zugangspunkte anbieten. Hinzu kam noch, dass die Handhabung einfach war und das Ganze mich nichts gekostet hat. Vielleicht folgt aber noch ein gesonderter Netzausfall zu meinen Gründen.



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