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Ein halbes Jahr mit DuckDuckGo

3. Oktober 2012, 17.07 Uhr von

Vier Jahre alt ist die Suchmaschine DuckDuckGo gerade geworden, ich nutze sie nun seit über einem halben Jahr. Nach dem Hype zum Jahresbeginn war ich gespannt, wie schnell meine Euphorie verschwinden würde. Ich sah damals schon die Kleinigkeiten, über die ich mich hätte groß aufregen können. Ein kurzer Blick in die deutsche Blogosphäre zeigt, dass DuckDuckGo dort kein Thema mehr ist. Hie und da gibt mal jemand bekannt, dass er umgestiegen ist, aber eine kritische Betrachtung ist dort nicht mehr zu finden. Aber vielleicht habe ich auch bloß mit der falschen Maschine danach gesucht.

Wer jetzt auf entweder DuckDuckGo oder Google tippt, liegt falsch. Sehr oft ist es die Kombination aus beiden, so auch in diesem Fall. Ich starte über DuckDuckGo, weil dies in meinem Firefox so eingestellt ist, und lande dann letztlich doch wieder bei Google. Bei der Blogsuche ist das auch kaum anders möglich, denn DuckDuckGo bietet keine. Daher nutze ich den Bang “!blogs”, um direkt zu Googles Blogsuche weitergeleitet zu werden. Die Bangs nutze ich auch, wenn ich konkret Wikipedia (!w), die deutsche Wikipedia (!wde), Google (!g), Google Deutschland (!gde) oder Google Images (!i) durchsuchen möchte.

Das ist letztlich mehr Tipparbeit, als wenn ich weiterhin Google nutzen würde. Zu meinem eigenen Erstaunen stört es mich aber kaum, nur ein kleinesklitzchen bisschen. Was mich mehr stört, ist, dass die Suchergebnisse von DuckDuckGo nicht immer das bieten, wonach ich suche. Und dann wechsel ich zu Google. Ein Grund dafür lag bei mir. Ich hatte im Browser DuckDuckGo mit dem Parameter “kl=de” eingestellt, erhielt aber meistens Ergebnisse von schweizer Websites, ich habe es jetzt auf “kl=de-de” geändert. Mal schauen. Dann gibt es aber auch viele Suchen, wo DuckDuckGo mir schnell Google zur weiteren Suche empfiehlt, der Unterschied ist dann tatsächlich eklatant. Der Grund dafür ist nicht nur, dass DuckDuckgo auf einen kleineren Index zurückgreift (nämlich den von Bing), ich habe auch den Eindruck, dass über DuckDuckGo ein amerikanischer Filter liegt, während Google wesentlich europäisch-liberaler ist – mit allen Vor- und Nachteilen.

Das Fazit ist ein wenig ernüchternd: DuckDuckGo leistet mir im Alltag zwar gute Dienste, indem ich direkt zu den Ergebnissen weitergeleitet werden, die ich suche, oder eben zu anderen Suchmaschinen wie Google, wo ich dann letztlich finde, was ich suche. Mit anderen Worten aber: Google ist und bleibt unverzichtbar. Wenn es den Google-Algorithmus nicht gäbe, müsste man ihn erfinden. Es ist eine Schande, dass es niemand geschafft hat, etwas Vergleichbares zu entwickeln. Dieser Unterbau fehlt DuckDuckGo.

Nachtrag vom 6. Oktober 2012

Ich bin mit meiner Sicht nicht allein. Felix meint: „geht mir genauso.“ Ich habe auch schon erste Erfahrungen mit der Spracheinstellung „de-de“ sammeln können. Mit !w und !g lande ich jetzt sofort bei den deutschen Versionen. Ganz großer Mist. Wahrscheinlich nehme ich sie dann ganz raus und nutze von Fall zu Fall „r:de“.



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2 Antworten zu “Ein halbes Jahr mit DuckDuckGo”

glamrama meint:

Ich bin ebenfalls umgestiegen und habe in letzter Zeit festgestellt, dass die Suchergebnisse von DDG inzwischen befriedigender ausfallen als noch vor ein paar Monaten. In Kombination mit den Bangs ist DDG für mich mittlerweile unschlagbar.

Der Grund dafür ist aber auch noch ein anderer: Die Suchvorschläge von Google werden immer absurder. Wenn ich – wie gerade erst vor ein paar Wochen – nach der griechischen Insel Paros suche, zeigt mir Google erstmal ausschließlich Ergebnisse für Paris. Kleingedruckt steht in der ersten Zeile: “Zeige Ergebnisse für ‘Paris’” und noch kleiner darunter “Stattdessen nach ‘Paros’ suchen?” — Google’s Algorithmus geht fast schon permanent davon aus, dass man sich vertippt hat und eigentlich was ganz anderes meinte. Das nervt gewaltig.

Richtig komisch wird’s dann aber, wenn Google (die alte Datenkrake) bei der Suche auch noch IP-Adresse / Standort, Cookies, bestimmte Login-Daten und andere Hintergrundinformationen einbezieht, sodass man am selben Tag je nach Standort und Rechner für denselben Suchbegriff total unterschiedliche Ergebnisse bekommen kann. So kann es passieren, dass man vormittags auf Arbeit einen Begriff sucht und die gewünschte Seite gleich unter den ersten drei Ergebnissen angezeigt bekommt; wiederholt man die Suche am Abend von zuhause aus, ist die Seite plötzlich nicht mehr auf der ersten Seite (oder, auch schon passiert: gar nicht mehr unter den Ergebnissen).

Fazit: Google-Algorithmus als DuckDuckGo-Unterbau? Bloß nicht!! :)

Avatar Peter Giesecke meint:

Das sind genau die beiden Gründe, weshalb ich von Google loskommen will: Personalisierung und Bevormundung. Beides setzt aber erst auf dem Algorithmus auf, und ich halte diesen nach wie vor für gut. Was ebenfalls für Google spricht, ist der große Index.

Aber Google soll ja auch nicht der Unterbau für DuckDuckGo werden. Ich bin ziemlich genervt, dass viele Entwickler nur noch eine neue Oberfläche für den Google Reader oder den Google Kalender bauen, aber darunter befindet sich immer noch Google. Des Datenkrakens neue Kleider. Wobei bei diesen Diensten die Technik so einfach ist, dass es bereits einige gute Alternativen geben müsste.

DuckDuckGo bezieht seine Suchergebnisse aus mehreren Quellen, es gibt einen eigenen DuckDuckBot, aber die meisten dürften noch vom ungefilterten Bing stammen. Mir ist erst in den letzten beiden Tagen aufgegangen, dass DuckDuckGo ziemlich finanzkräfig ist und wohl auch schon profitabel arbeitet. Das macht Hoffnung, dass der Unterbau letztlich im Wesentlichen von DuckDuckGo selbst stammt.

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